ARISTOTELES UND DANTE ENTDECKEN DIE GEHEIMNISSE DES UNIVERSUMS

Die Bestsellerverfilmung über zwei ungleiche Freunde will zu viel und scheitert daran.

Ab 08. Februar 2024 im Kino

ChatGPT, fas­se die fol­gen­den 300 Sei­ten zu­sam­men, un­ter Bei­be­hal­tung der Kern­aus­sa­gen. Was mit Tex­ten per KI halb­wegs funk­tio­niert, ist bei Buch­ver­fil­mun­gen im­mer noch ein Pro­blem. Ent­schei­den­des fehlt oder ans Herz ge­wach­se­ne Cha­rak­te­re wer­den ge­stri­chen. Der Le­ser ist ge­nervt. Bei ARIS­TO­TE­LES UND DAN­TE ENT­DE­CKEN DIE GE­HEIM­NIS­SE DES UNI­VER­SUMS ist das Ge­gen­teil der Fall – und nun, was soll man sa­gen? Das macht es auch nicht bes­ser.

Reichlich uninteressante Nebenhandlungen

Der ein­zel­gän­ge­ri­sche Aris­to­te­les und der flam­boy­an­te Dan­te könn­ten un­ter­schied­li­cher nicht sein. Trotz­dem oder ge­ra­de des­halb wer­den sie bes­te Freun­de. Die „viel­leicht“ oder „viel­leicht nicht“-Liebesgeschichte zwi­schen den Jungs, an­ge­sie­delt im Te­xas der 1980er-Jah­re, hät­te als Co­ming-of-Age-Film ge­nü­gend Po­ten­zi­al. Lei­der wur­den noch reich­lich un­in­ter­es­san­te Ne­ben­hand­lun­gen über Aris im Knast sit­zen­den Bru­der, den Tod ei­ner les­bi­schen Tan­te, die AIDS-Epi­de­mie, Pro­ble­me mit den El­tern, Tren­nungs­schmerz, Ho­mo­pho­bie und vie­les mehr ins Dreh­buch ge­packt. All die Ne­ben­kriegs­schau­plät­ze rau­ben der ei­gent­li­chen Ge­schich­te die Luft zum At­men. Dra­ma­tur­gisch be­son­ders un­ge­schickt: Dan­te zieht für ein Jahr nach Chi­ca­go und ver­schwin­det da­mit für gut die Hälf­te des Films. Kein Wun­der, dass man spä­tes­tens dann das In­ter­es­se an der oh­ne­hin nicht be­son­ders knis­tern­den jun­gen Lie­be ver­lo­ren hat.

Kramp­fi­ge oder ins Nichts lau­fen­de Dia­lo­ge, Cha­rak­te­re, die ein­ge­führt wer­den und wie­der ver­schwin­den, be­lie­bi­ge Aus­stat­tung und Kos­tü­me. Der Film könn­te 1985 oder ge­nau­so gut 2024 spie­len. Die Be­set­zung geht in Ord­nung (Eva Lon­go­ria bleibt als ver­ständ­nis­vol­le Mut­ter fast un­ge­nutzt), doch die gu­ten Schau­spie­ler kön­nen das über­frach­te­te Dreh­buch nicht ret­ten.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Aris­tot­le and Dan­te Dis­co­ver the Se­crets of the Uni­ver­se“
USA 2023
96 min
Re­gie Aitch Al­ber­to

al­le Bil­der © ca­pe­light pic­tures

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