HELDEN DER WAHRSCHEINLICHKEIT

HELDEN DER WAHRSCHEINLICHKEIT

Was wä­re wenn?
Was wä­re, wenn sich das Mäd­chen kein blau­es Fahr­rad zu Weih­nach­ten ge­wünscht hät­te? Was wä­re, wenn der net­te Herr nicht sei­nen Platz in der Bahn an­ge­bo­ten hät­te? Wie harm­lo­se Nich­tig­kei­ten ei­ne Ket­ten­re­ak­ti­on aus­lö­sen kön­nen, die in ei­ner Ka­ta­stro­phe noch lan­ge nicht en­det, er­zählt der Film „Hel­den der Wahr­schein­lich­keit“.

Als er bei ei­nem Zug­un­glück sei­ne Frau ver­liert, kehrt der grim­mi­ge Ar­mee­of­fi­zier Mar­kus (mit Ras­pel­kurz­haar­schnitt und Voll­bart kaum wie­der­zu­er­ken­nen: Mads Mik­kel­sen) nach Hau­se zu­rück, un­fä­hig, sei­nen Kum­mer zu ver­ar­bei­ten oder gar sei­ner Toch­ter Trost zu spen­den. Mar­kus ist wü­tend und kennt für Pro­ble­me nur zwei Lö­sun­gen: zu­schla­gen oder er­schie­ßen. Auf­tritt Ot­to: Der Sta­tis­ti­ker (fa­mos: Ni­ko­laj Lie Kaas) und sei­ne zwei schrä­gen Kol­le­gen Lenn­art und Em­men­tha­ler be­haup­ten, das Un­glück sei in Wahr­heit ein At­ten­tat ge­we­sen. Mar­kus sieht Rot und be­ginnt ei­nen Ra­che­feld­zug.

Ja, das klingt wie der drei­hun­dert­sie­ben­und­neun­zigs­te Liam Nee­son-Re­ven­ge-Thril­ler. Ist es aber nicht. Es wird zwar auch hier viel ge­schos­sen und ge­tö­tet, doch „Rit­ter der Wahr­schein­lich­keit“ ist kei­ne US-Kon­fek­ti­ons­wa­re, son­dern ei­ne dä­ni­sche Pro­duk­ti­on mit Mads Mik­kel­sen in der Haupt­rol­le – und das sind schon zwei Fak­to­ren, die spä­tes­tens seit „Der Rausch“ nur Gu­tes ver­hei­ßen. „Hel­den der Wahr­schein­lich­keit“ hat ei­nen doo­fen deut­schen Ver­leih­ti­tel, ist aber ei­ne in­tel­li­gen­te und sehr ko­mi­sche Ach­ter­bahn­fahrt durch ver­schie­de­ne Gen­res. Ein Film über Ver­lust, Ra­che­ge­lüs­te und un­be­wäl­tig­te Trau­ma­ta mit groß­ar­tig ge­zeich­ne­ten Fi­gu­ren und Tief­gang. Re­gis­seur An­ders Tho­mas Jen­sen ist ei­ne düs­te­re, blu­ti­ge Ac­tion-Ko­mö­die ge­lun­gen, die be­wegt und oft laut La­chen lässt. Gu­ter Film.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Ret­fær­dig­he­dens ryt­te­re“
Dä­ne­mark 2020
116 min
Re­gie An­ders Tho­mas Jen­sen
23. Sep­tem­ber 2021

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