GOTT, DU KANNST EIN ARSCH SEIN

Al­les schnaf­te: Stef­fi ist 16, hat ei­nen schnuck­li­gen Freund, will dem­nächst ih­re Aus­bil­dung bei der Po­li­zei be­gin­nen. Doch dann er­fährt sie, dass sie un­heil­bar an Krebs er­krankt ist und nur noch kur­ze Zeit zu le­ben hat. Bei sol­chen Nach­rich­ten ver­schie­ben sich die Prio­ri­tä­ten. Ei­gent­lich woll­te sie auf der be­vor­ste­hen­den Klas­sen­fahrt nach Pa­ris ihr ers­tes Mal er­le­ben, aber die be­sorg­ten El­tern ver­bie­ten die Rei­se und drän­gen, bes­ser gleich mit der Che­mo­the­ra­pie zu be­gin­nen. Stef­fi wei­gert sich – die letz­ten Wo­chen ih­res Le­bens will sie selbst be­stim­men und brennt kur­zer­hand mit dem coo­len Zir­kus­jun­gen Ste­ve durch. Bei ih­rem tra­gi­ko­mi­schen Road­trip nach Frank­reich ver­lie­ben sich die bei­den in­ein­an­der.

Boy meets girl, girl get’s sick, girl dies, boy is sad.
Kei­ne neue Ge­schich­te und seit „Love Sto­ry“ ein be­lieb­tes The­ma für Te­ar­jer­ker-Fil­me. Der deut­schen Pro­duk­ti­on „Gott, Du kannst ein Arsch sein“ hät­te es gut­ge­tan, ein paar Ka­len­der­sprü­che we­ni­ger ins Dia­log­buch zu schrei­ben: „Der Weg ist das Ziel“ – wirk­lich? Ein seich­ter Main­stream-Pop-Sound­track, der wie ei­ne Dau­er­schlei­fe aus dem Pri­vat­ra­dio klingt, macht die Sa­che auch nicht er­träg­li­cher. Wenn dann noch Til Schwei­ger mit­spielt, set­zen in­stink­tiv Flucht­re­fle­xe ein. Ist so, kann man nix ge­gen ma­chen. Auch Fil­me kön­nen ein Arsch sein.

Was die RTL-Pro­duk­ti­on ret­tet, ist sei­ne tol­le weib­li­che Be­set­zung: Hei­ke Ma­kat­sch als zwi­schen Trau­er und Hoff­nung hin- und her ge­ris­se­ner Mut­ter, Jas­min Ge­rat als her­zens­war­me Bar­frau und vor al­lem Sin­je Irs­lin­ger in der Haupt­rol­le – au­then­tisch und mit je­der Men­ge Witz und Charme gibt sie dem Film die nö­ti­ge Er­dung und be­wahrt „Gott, Du kannst ein Arsch sein“ da­vor, ei­ne all­zu glat­te Tee­nie-Schmon­zet­te zu wer­den.

Liest sich wie ei­ne Bra­vo-Love­sto­ry, doch Zy­nis­mus ist fehl am Platz: der Film ba­siert auf den Ta­ge­buch­ein­trä­gen der 15-jäh­ri­gen Ste­fa­nie, die 296 Ta­ge nach ih­rer Krebs-Dia­gno­se starb.

Deutsch­land 2020
97 min
Re­gie An­dré Er­kau
Ki­no­start 01. Ok­to­ber 2020