Captain Marvel

Ne­ga­ti­ve Kri­tik an Cap­tain Mar­vel ist Me­ckern auf ho­hem Ni­veau. Wie ge­wohnt ist das neu­es­te Ka­pi­tel im Mar­vel Cin­e­ma­tic Uni­ver­se per­fekt ge­mach­tes Pop­korn­ki­no. Al­ler­dings liegt die Lat­te mitt­ler­wei­le so hoch, sind die Fans der­art ver­wöhnt, dass es auf­fällt, wenn Sto­ry und Ef­fek­te nur gu­ter Durch­schnitt sind. Cap­tain Mar­vel bie­tet kaum et­was, was man nicht so oder bes­ser schon in an­de­ren Pro­duk­tio­nen ge­se­hen hät­te. Nach dem bahn­bre­chen­den "Black Pan­ther" und wit­zi­gen "Ant-Man and the Wasp" im ver­gan­ge­nen Jahr ist dies eher ei­ne klei­ne Zwi­schen­mahl­zeit bis zum gro­ßen Fi­na­le in "Aven­gers: End­ga­me".

Cap­tain Mar­vel spielt Mit­te der 1990er Jah­re: Zwei ver­fein­de­te Ali­en­völ­ker ver­la­gern aus ir­gend­ei­nem nicht nä­her er­läu­ter­ten Grund ih­re Aus­ein­an­der­set­zung auf un­se­re Er­de. Da­bei spielt Ca­rol Dan­vers aka Cap­tain Mar­vel ei­ne Schlüs­sel­rol­le – sie kann als Ein­zi­ge den in­ter­ga­lak­ti­schen Krieg be­en­den.

Im ers­ten Vier­tel noch auf gu­te Art ver­wir­rend, bei­na­he wie ein Traum in­sze­niert, wird Cap­tain Mar­vel im wei­te­ren Ver­lauf im­mer kon­ven­tio­nel­ler. Neu ist, dass dies­mal nicht die Bö­se­wich­ter ge­ne­risch und da­mit un­in­ter­es­sant sind, son­dern die Hel­din selbst. Brie Lar­son ist zwar ei­ne aus­ge­zeich­ne­te, Os­car-ge­krön­te Schau­spie­le­rin, aber aus der ein­di­men­sio­na­len Fi­gur Cap­tain Mar­vel kann selbst sie nicht viel her­aus ho­len. Die Ti­tel­hel­din bleibt ei­nem auch nach zwei Ki­no­stun­den selt­sam egal. Das könn­te dar­an lie­gen, dass der Film die klas­si­sche Ent­wick­lungs­ge­schich­te der Hel­din dra­ma­tur­gisch um­geht. Statt den ge­wohn­ten Weg vom No­bo­dy zum Su­per­he­ro zu er­zäh­len, ver­fügt Cap­tain Mar­vel schon von An­fang an über ih­re Su­per­kräf­te. Das wird aus­führ­lich in den mitt­ler­wei­le zum Stan­dard ge­hö­ren­den "Haut glüht von in­nen, En­er­gie­strahl aus Auge/​Hand/​Mund zer­bombt alles"-Szenen ge­zeigt. We­nigs­tens brin­gen der di­gi­tal ver­jüng­te Sa­mu­el L. Jack­son und ei­ne nied­li­che Ali­en­kat­ze ein biss­chen Spaß in die Sa­che.

FAZIT

Beim Ren­nen um den bes­ten weib­li­chen Su­per­hel­den geht DC als kla­rer Sie­ger her­vor: "Won­der Wo­man" hat mehr Charme, Witz und Herz als der 21. Film aus dem Mar­vel-Uni­ver­sum.

USA 2019
124 min
Re­gie An­na Bo­den & Ryan Fleck
Ki­no­start 07. März 2019

Ant-Man and the Wasp

MACHT SPASS!

Scott Lang (Paul Rudd) – aka Ant-Man – lang­weilt sich zu To­de. Seit fast zwei Jah­ren ist er mit ei­ner elek­tro­ni­schen Fuß­fes­sel ans Haus ge­ket­tet. Aber nur noch we­ni­ge Ta­ge, dann ist er wie­der frei – vor­aus­ge­setzt er hält sich an die Auf­la­gen. So lan­ge kön­nen Dr. Pym (Mi­cha­el Dou­glas) und sei­ne Toch­ter Ho­pe (Evan­ge­li­ne Lil­ly) al­ler­dings nicht war­ten. Sie brau­chen sei­ne Hil­fe so­fort. Denn die seit Jah­ren im Quan­tum Re­alm (bit­te nicht fra­gen...) ver­schol­len ge­glaub­te Mut­ter von Ho­pe kann ge­ret­tet wer­den. Doch die Zeit ist knapp und Scott der ein­zi­ge, der mit Ja­net van Dy­ne (Mi­chel­le Pfeif­fer) Ver­bin­dung auf­neh­men und sie fin­den kann.

Ho­pe van Dy­ke ist "The Wasp". Al­so im Grun­de ein weib­li­cher Ant-Man. Wie der, hat auch sie ein coo­les Out­fit, mit dem sie sich (bzw. Fahr­zeu­ge, Salz­streu­er, Häu­ser oder PEZ-Spen­der) be­lie­big ver­klei­nern oder ver­grö­ßern kann. Au­ßer­dem kann sie flie­gen – ist ja schließ­lich ei­ne Wes­pe – und ver­steckt ein be­acht­li­ches Waf­fen­ar­se­nal in ih­rem An­zug. Al­so ei­ne mehr als eben­bür­ti­ge Part­ne­rin. Die Wi­der­sa­cher der Su­per­hel­den sind der fie­se Ge­schäfts­mann Son­ny Bur­ch (Walt­on Gog­gins) und Me­ta­we­sen Ghost (Han­nah John-Ka­men).

MACHART

Freun­de des per­fek­ten Ac­tion- und Pop­corn­ki­nos wer­den auch an die­sem neu­es­ten Werk aus dem MCU ih­ren Spaß ha­ben. Hu­mor, Ge­schich­te, Cast, Um­set­zung – al­les passt. Das Se­quel ist so­gar bes­ser als sein Vor­gän­ger "Ant-Man" und ei­ner der bis­lang un­ter­halt­sams­ten Mar­vel­fil­me über­haupt. Die Che­mie zwi­schen den Dar­stel­lern stimmt, die Dia­lo­ge sind wit­zig und Evan­ge­li­ne Lil­ly hat dies­mal so­gar ei­ne an­stän­di­ge Fri­sur (r.i.p. Pa­gen­kopf­pe­rü­cke).

Wie Ali­ce im Wun­der­land spielt die Ge­schich­te ge­schickt mit den ver­dreh­ten Ver­hält­nis­sen von groß und klein. Das ist aus­ge­spro­chen amü­sant und sehr kurz­wei­lig.

FAZIT

Tem­po­rei­cher Som­mer­block­bus­ter mit Herz und Hu­mor.

USA, 2018
Regie Peyton Reed
125 min
Kinostart 26. Juli 2018