THE QUEEN MARY

THE QUEEN MARY

Ab 28. Dezember 2023 im Kino

Rechtzeitig zum Jahresende kommt dieser komplett verkorkste Quatschfilm über ein dümpelndes Gespensterschiff in die Kinos.

Am Ha­fen von Long Beach liegt seit vie­len Jah­ren die RMS Queen Ma­ry vor An­ker. In den 1930er-Jah­ren ge­baut, frü­her stol­zer Pas­sa­gier­damp­fer, in­zwi­schen zu ei­nem Ca­si­no für spiel­süch­ti­ge Tou­ris­ten ver­kom­men. Als neue At­trak­ti­on bie­ten die Eig­ner nun ei­ne Geis­ter­tour an Bord. Der Film THE QUEEN MA­RY dient of­fen­sicht­lich als Wer­be­ve­hi­kel für den 65 $ teu­ren „Pa­ra­nor­mal Ship Walk“.

Ein Meis­ter­werk des Schei­terns

THE QUEEN MA­RY macht den Ein­druck, als hät­ten sehr vie­le Kö­che den Brei ver­dor­ben. Im Schnitt­raum wur­de dann das Ma­te­ri­al oh­ne je­den Sinn und Ver­stand an­ein­an­der ge­schus­tert. Das Er­geb­nis: Ein Meis­ter­werk des Schei­terns. Wirr wä­re un­ter­trie­ben. Es gibt wohl zwei (oder drei?) Zeit­ebe­nen: Ei­ne spielt 1938 und han­delt von ei­ner Gau­ner­fa­mi­lie, die sich trotz Drit­te-Klas­se-Ti­ckets in den Spei­se­saal der First Class schmug­gelt. Als man sie ent­tarnt, wird der Va­ter zum blut­rüns­ti­gen Axt­mör­der, wäh­rend sei­ne klei­ne Toch­ter mit Fred As­taire ei­nen schier un­end­lich lan­gen Stepp­tanz auf­führt (nicht fra­gen). Gleich­zei­tig stol­pern in der Ge­gen­wart die voll­bu­si­ge Sa­rah (an der Blu­se stets ei­nen Knopf zu viel ge­öff­net), ihr Ex-Mann und der zwerg­wüch­si­ge Sohn über das Deck, auf der Su­che nach Ge­spens­tern oder mög­li­cher­wei­se dem ver­lo­ren ge­gan­ge­nen Dreh­buch. In die­sem fil­mi­schen De­sas­ter sind ein­zig die Aus­stat­tung des Schiffs mit sei­nen his­to­ri­schen De­kor und die schick ge­mach­ten Über­gän­ge zwi­schen den Epo­chen er­wäh­nens­wert.

Re­gis­seur Ga­ry Shore hat schon den un­säg­li­chen DRA­CU­LA UN­TOLD ver­bro­chen. Dass er frü­her mal Wer­be­fil­me ge­macht hat, mag man kaum glau­ben. THE QUEEN MA­RY ist zu lang, zu schlecht ge­dreht und im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes un­ter­be­lich­tet. Das funk­tio­niert nicht mal als tra­shi­ger Spaß. Die bes­te Sze­ne zeigt ei­ne Ge­spens­ter­frau, die sich den Kopf auf der Tas­ta­tur ei­nes Kla­viers zu Matsch zer­schlägt – als Zu­schau­er die­ses Films kann man es ihr nach­emp­fin­den.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Haun­ting of the Queen Ma­ry“
USA / Groß­bri­tan­ni­en 2023
125 min
Re­gie Ga­ry Shore

al­le Bil­der © Sple­ndid Film

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