FAKING BULLSHIT

Die Po­li­zei­sta­ti­on ei­ner Klein­stadt in Nord­rhein-West­fa­len soll man­gels nicht vor­han­de­ner Kri­mi­na­li­tät weg­ra­tio­na­li­siert wer­den. Al­so faken die Po­li­zis­ten kur­zer­hand selbst Straf­ta­ten, um so ih­re Exis­tenz zu recht­fer­ti­gen. Gu­te, aber il­le­ga­le Idee.

Re­gis­seur Alex­an­der Schu­bert dürf­te den meis­ten als Mit­glied der ZDF-Co­me­dy-Se­ri­en „Heu­te-Show“ und „Sketch Histo­ry“ be­kannt sein. Mit sei­nem Re­gie­de­büt „Fa­king Bull­shit“ lie­fert er nun ei­ne un­ter­halt­sa­me, oft schwarz­hu­mo­ri­ge Ko­mö­die ab. Ein et­was un­per­fek­ter, teils holp­rig ge­mach­ter Film, aber das Ti­ming sitzt und die Gags zün­den größ­ten­teils. Die er­fri­schend un­be­kann­ten (bis auf Tat­ort­rei­ni­ger Bjar­ne Mä­del) Schau­spie­ler hal­ten die Waa­ge zwi­schen tro­cke­nem Witz und Al­bern­hei­ten.

Ein­zi­ger Kri­tik­punkt: Si­ze mat­ters. Oder in die­sem Fall bes­ser: Length mat­ters. „Fa­king Bull­shit“ wä­re ein noch bes­se­rer 60-Mi­nu­ten-Film ge­wor­den; auf über 100 Mi­nu­ten trägt die Ge­schich­te nicht und ein be­müh­ter Hand­lungs­strang um ge­raub­te Ge­mäl­de macht die zwei­te Hälf­te zäh. 

FAZIT

Ganz char­man­te Ko­mö­die mit gu­ter Be­set­zung.

Deutsch­land 2020
105 min
Re­gie Alex­an­der Schu­bert
Ki­no­start 10. Sep­tem­ber 2020