FRÜHLING IN PARIS

FRÜHLING IN PARIS

Ganz er­staun­lich: Im Al­ter von 15 schreibt sie das Dreh­buch, mit 20 führt sie Re­gie. Ne­ben­bei spielt sie noch die Haupt­rol­le und singt so­gar das Ti­tel­lied. Ihr De­büt-Film schafft es in die Aus­wahl von Can­nes 2020.: Su­zan­ne Lin­don ist seit „Sei­ze Prin­temps“ Frank­reichs neu­es Film-Wun­der­kind.

Aus dem Le­ben ei­nes Teen­agers: Die sechs­zehn­jäh­ri­ge Su­zan­ne ist zu­tiefst ge­lang­weilt. Jungs in ih­rem Al­ter fin­det sie ex­tra öde. Auf ei­ner Ska­la von eins bis zehn sind bei ihr al­le ei­ne durch­schnitt­li­che Fünf.
Ei­nes Ta­ges be­geg­net sie Ra­phaël. Der Schau­spie­ler ist Mit­te drei­ßig und Su­zan­ne so­fort hin und weg. So wie das Mäd­chen von Schu­le und Freun­den, so ist Ra­phaël von sei­nen all­abend­li­chen Auf­trit­ten im im­mer glei­chen Thea­ter­stück er­mü­det. Lang­wei­le kann eben auch ver­bin­den. Als sich die bei­den in die Au­gen schau­en, ist es um sie ge­sche­hen – Lie­be auf den ers­ten Blick.

Vom Erd­beer­mar­me­la­den­brot über Ra­phaëls Ves­pa bis zu Su­zan­nes Lieb­lings­ge­tränk (Li­mo­na­de mit Gre­na­di­ne): Die Far­be Rot zieht sich sym­bol­haft durch die gan­ze Ge­schich­te. Das ist ein biss­chen plump und auch der Kunst­griff, die Dar­stel­ler als Zei­chen ih­res Ver­liebt­seins in spon­ta­ne Bal­lett­tän­ze aus­bre­chen zu las­sen, wirkt künst­le­risch be­müht. Doch die sti­lis­ti­schen Über­trei­bun­gen macht die ta­len­tier­te Re­gis­seu­rin mit ih­ren un­ver­krampf­ten Dia­log­sze­nen und der stim­mig ein­ge­fan­ge­nen Pa­ri­ser At­mo­sphä­re wie­der wett.

FAZIT

Küss­chen rechts, Küss­chen links, Crois­sants zum Früh­stück: „Früh­ling in Pa­ris“ er­füllt, was der Ti­tel ver­spricht – ein biss­chen „Lo­li­ta“, ein biss­chen „La Bo­um“ und fran­zö­sisch durch und durch.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Sei­ze Prin­temps“
Frank­reich 2020
74 min
Re­gie Su­zan­ne Lin­don
Ki­no­start 17. Ju­ni 2021

al­le Bil­der © MFA+ Film­Dis­tri­bu­ti­on