TOUBAB

TOUBAB

Das ist mal echt Pech: Bab­tou ist ge­ra­de aus dem Knast ent­las­sen wor­den, sei­ne Kum­pels ver­an­stal­ten ei­ne spon­ta­ne Will­kom­mens­par­ty und Zack – ein dum­mer Spruch, Schlä­ge­rei, Po­li­zei. Die Kon­se­quen­zen sind dra­ma­tisch: Bab­tou soll in den Se­ne­gal ab­ge­scho­ben wer­den, ob­wohl er in Deutsch­land ge­bo­ren wur­de und in Frank­furt auf­ge­wach­sen ist. Sei­ne ein­zi­ge Chan­ce: die Hei­rat mit ei­ner Deut­schen. Da sich auf die schnel­le kei­ne wil­li­ge Kan­di­da­tin fin­den lässt, springt Freund Den­nis ein. Die neue „schwu­le“ Lie­be sorgt im Hoch­haus Ghet­to für Är­ger und Ver­wir­rung.

Klingt nach al­ber­ner Ko­mö­die, ist aber ein über­ra­schend gu­ter Film. Na­tür­lich las­sen sich ein paar Kli­schees nicht ver­mei­den – so sind die bei­den deut­schen Be­am­ten, die dem jun­gen Glück ei­ne Schein­ehe nach­wei­sen wol­len, ein biss­chen sehr dick auf­ge­tra­gen. Und auch auf die pe­ne­tran­ten „Ja Mann, Dig­ger, Alter“-Dialoge könn­te man gut ver­zich­ten. Aber die Ge­schich­te hat Herz, vie­le gu­te Mo­men­te und vor al­lem ei­ne tol­le Be­set­zung. Farba Dieng und Ju­li­us Nit­sch­koff spie­len die bes­ten Freun­de er­fri­schend un­ver­krampft und mit dem rich­ti­gen Ti­ming für Läs­sig­keit und Tief­grün­dig­keit. Für ih­re schau­spie­le­ri­sche Leis­tung wur­den die bei­den mit dem Baye­ri­schen Film­preis aus­ge­zeich­net. Re­gis­seur Flo­ri­an Diet­rich woll­te ei­nen Film ma­chen, „der nicht eli­tär ist und trotz­dem ei­ne kla­re po­li­ti­sche Bot­schaft hat: ein bun­ter, star­ker, auf­rech­ter Mit­tel­fin­ger so­zu­sa­gen.“ Das ist ge­glückt.

INFOS ZUM FILM

Deutsch­land / Se­ne­gal 2021
96 min
Re­gie Flo­ri­an Diet­rich
Ki­no­start 23. Sep­tem­ber 2021

al­le Bil­der © Ca­mi­no