NINA WU

Die Schau­spie­le­rin Ni­na Wu muss­te sich bis­her mit Wer­be­spots und Kurz­fil­men über Was­ser hal­ten. Nun wird ihr die Haupt­rol­le in ei­nem Agen­ten­thril­ler an­ge­bo­ten, doch das Dreh­buch ver­langt ex­pli­zi­te Nackt­sze­nen. Wäh­rend des Drehs wird Ni­na im­mer wie­der von ih­rem Re­gis­seur vor ver­sam­mel­ter Crew er­nied­rigt und so­gar phy­sisch miss­han­delt. Die De­mü­ti­gun­gen hin­ter­las­sen tie­fe Spu­ren, als auch noch fa­mi­liä­re Pro­ble­me da­zu­kom­men, hat sie zu­neh­mend Schwie­rig­kei­ten, Rea­li­tät und pa­ra­no­ide Fan­ta­sien aus­ein­an­der­zu­hal­ten.

„Sie neh­men mir nicht nur mei­nen Kör­per. Sie neh­men mir auch die See­le“ – die­se Dia­log­zei­len aus dem fik­ti­ven Film im Film sind als kla­res #me­too-State­ment ge­gen das Sys­tem des Macht­miss­brauchs im rea­len Film­busi­ness zu ver­ste­hen. Haupt­dar­stel­le­rin und Dreh­buch­au­to­rin Wu Ke-Xi be­zieht sich da­bei auf per­sön­li­che Er­fah­run­gen, die sie zu Be­ginn ih­rer Kar­rie­re er­lei­den muss­te. 

Re­gis­seur Midi Z outet sich mit sei­nem Can­nes-2019-Bei­trag als gro­ßer Da­vid-Lynch-Fan. Wie der US-ame­ri­ka­ni­sche Re­gis­seur er­zeugt er durch Mu­sik und Bild­ge­stal­tung ei­ne At­mo­sphä­re der ste­ten Be­klem­mung und un­ter­schwel­li­gen Be­dro­hung. Zum Glück öff­net sich die west­li­che Welt zu­neh­mend dem asia­ti­schen Film­markt, denn auch die­ser vom ös­ter­rei­chi­schen Ka­me­ra­mann Flo­ri­an Zin­ke gran­di­os fo­to­gra­fier­te tai­wa­ne­si­sche Film lohnt den Ki­no­be­such.

FAZIT

Sty­lisher Psycho-Thril­ler, vom Wein­stein-Skan­dal in­spi­riert.

Ori­gi­nal­ti­tel „Zhuo Ren Mi Mi“
Man­da­rin mit deut­schen Un­ter­ti­teln
Tai­wan / Ma­lay­sia / My­an­mar 2019
103 min
Re­gie Midi Z
Ki­no­start 03. Sep­tem­ber 2020