BEFLÜGELT – EIN VOGEL NAMENS PENGUIN BLOOM

BEFLÜGELT – EIN VOGEL NAMENS PENGUIN BLOOM

Sam Bloom (Nao­mi Watts) führt mit ih­rem Mann Ca­me­ron (An­drew Lin­coln) und ih­ren drei Söh­nen ein be­nei­dens­wert glück­li­ches Le­ben in Aus­tra­li­en. Herr­li­ches Haus di­rekt am Meer – per­fekt, denn Sam ist lei­den­schaft­li­che Sur­fe­rin. Al­les könn­te so schön sein, bis ei­nes Ta­ges ein Un­fall das Le­ben der Fa­mi­lie er­schüt­tert. Sam bricht sich das Rück­grat und ist da­nach von der Brust ab­wärts ge­lähmt. Aus ih­rer De­pres­si­on und Ver­bit­te­rung kön­nen ihr we­der Mann noch Kin­der her­aus­hel­fen. Erst ein ad­op­tier­ter Flö­ten­vo­gel (heißt so, ist aber nur ei­ne Krä­he, die sich für was Bes­se­res hält) ver­leiht der Ge­lähm­ten wie­der Zu­ver­sicht und holt sie ins Le­ben zu­rück.

Okay, das klingt wirk­lich furcht­bar: Ein Vo­gel, der „Flü­gel“ ver­leiht. Aber „Pen­gu­in Bloom“, wie der Film viel we­ni­ger pein­lich im Ori­gi­nal heißt, ist ein über­ra­schend un­kit­schi­ges Dra­ma mit her­aus­ra­gen­der Be­set­zung. An­drew Lin­coln hat sich sicht­lich von der jah­re­lan­gen Zom­bie­jagd er­holt, die drei Kin­der ma­chen ih­re Sa­che aus­ge­zeich­net und vor al­lem Nao­mi Watts ver­leiht der Ge­schich­te mit ih­rem lei­sen, zu­rück­hal­ten­den Spiel die nö­ti­ge Er­dung. Mit an­de­rer Be­set­zung hät­te das auch gründ­lich schief­ge­hen kön­nen. Je­der Sonn­tag­abend auf dem ZDF ist da­für Be­weis.

Ei­ne ge­lähm­te Mut­ter, die sich zu­rück kämpft – das wä­re Stoff ge­nug für ei­nen abend­fül­len­den Film ge­we­sen. Die in­spi­rie­ren­de Krä­he hät­te es da gar nicht ge­braucht. Doch Sam Blooms Ge­schich­te ist wahr. Dass ihr bei ih­rem Weg aus der De­pres­si­on ein Vo­gel zur Sei­te stand – das hat sich kein Dreh­buch­au­tor, son­dern das Le­ben aus­ge­dacht.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Pen­gu­in Bloom“
USA / Aus­tra­li­en 2020
95 min
Re­gie Glen­dyn Ivin
Ki­no­start 19. Au­gust 2021

al­le Bil­der © Leo­ni­ne