BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL

BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL

Pa­ris um 1900. Fe­lix Krull (Jan­nis Nie­wöh­ner) ar­bei­tet als Lift­boy in ei­nem Luxus­hotel. Bei den Gäs­ten, vor al­lem den weib­li­chen, ist der at­trak­ti­ve jun­ge Mann sehr be­liebt. Als er sich ei­nes Abends mit dem un­glück­lich ver­lieb­ten Mar­quis Lou­is de Ven­os­ta (Da­vid Kross) über das Le­ben un­ter­hält, kom­men die bei­den auf die Idee, ih­re Iden­ti­tä­ten zu tau­schen. Nur so kann der Mar­quis fern al­ler fa­mi­liä­ren und ge­sell­schaft­li­chen Zwän­ge mit sei­ner An­ge­be­te­ten, Za­za (Liv Li­sa Fries) zu­sam­men­le­ben. Für Fe­lix be­deu­tet der Rol­len­tausch ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Auf­stieg, der ihn bis an den Hof des por­tu­gie­si­schen Kö­nigs führt.

Die Ver­fil­mung von Tho­mas Manns letz­tem Ro­man ge­hört zu den ge­lun­ge­ne­ren Spät­wer­ken Det­lev Bucks. Das Dreh­buch hat (mit viel künst­le­ri­scher Frei­heit) der all­ge­gen­wär­ti­ge Da­ni­el Kehl­mann ver­fasst. Kind­heit und Ju­gend Krulls hat der Au­tor stark ver­nach­läs­sigt, die Kon­zen­tra­ti­on auf den er­wach­se­nen Hoch­stap­ler be­kommt dem kom­pak­ten Ki­no­for­mat gut. Ka­me­ra­mann Marc Achen­bach fängt die zur Jahr­hun­dert­wen­de spie­len­de Ge­schich­te in üp­pi­gen Bil­dern ein. Bei Aus­stat­tung, Kos­tü­men und Set­bau wur­de ge­klotzt, das hat ho­hes Ni­veau.

Schau­spie­le­risch ist die gan­ze Band­brei­te ver­tre­ten: Liv Li­sa Fries setzt ih­re Ba­by­lon Ber­lin-Rol­le in an­de­ren Kos­tü­men fort, ge­wohnt frech und frei Schnau­ze. Da­vid Kross ist wie im­mer ver­läss­lich gut und spielt den et­was zu grin­se­ba­cki­gen Jan­nis Nie­wöh­ner lo­cker an die Wand.

Da­ne­ben gibt es noch ein Tref­fen der Tat­ort-Kom­mis­sa­re: In ei­ner Ne­ben­rol­le als Pro­fes­sor Ku­ckuck zeigt Joa­chim Król was für ein aus­ge­zeich­ne­ter Schau­spie­ler er ist, wäh­rend Ma­ria Furtwäng­ler in der Rol­le der lie­bes­hung­ri­gen Ma­dame Hou­pflé schnell an ih­re dar­stel­le­ri­schen Gren­zen ge­rät.

Cham­pa­gner zieht sich als ro­ter Fa­den durch die Ge­schich­te, nicht von un­ge­fähr, schließ­lich ist Fe­lix der Sohn ei­nes Schaum­wein­fa­bri­kan­ten. Wenn die 1957er-Ver­fil­mung mit Horst Buch­holz Cham­pa­gner, die deutsch/​französische Mi­ni­se­rie aus den 1980er-Jah­ren Cré­mant ist, dann geht der neue Buck als gu­ter Sekt durch. Hei­ter, be­schwipst, hin­ter­lässt aber kei­nen blei­ben­den Ein­druck.

INFOS ZUM FILM

Deutsch­land 2020
114 min
Re­gie Det­lev Buck
Ki­no­start 02. Sep­tem­ber 2021

al­le Bil­der © War­ner Bros. Pic­tures Ger­ma­ny