Um es gleich vor­weg­zu­neh­men: der In­halt ist kaum der Re­de wert! Er ver­blasst gnä­dig schon we­ni­ge Mi­nu­ten nach Fil­men­de.
Lol­le ist da­bei, ih­ren al­ten Kum­pel Hart zu ehe­li­chen, die ewi­ge Num­mer zwei, als plötz­lich auf dem Mo­tor­rad Ju­gend­lie­be Num­mer eins da­her braust, Cou­sin Sven, und ver­füh­re­risch das Vi­sier lif­tet. Lol­le wird schwach und flüch­tet vor der ei­ge­nen Hoch­zeit, wohl ah­nend, dass das ein ka­pi­ta­ler Feh­ler sein könn­te. Der Hal­lo­dri von da­mals ist der Hal­lo­dri von heu­te.

Es folgt ein Road­trip von der Groß­stadt in den Harz und zu­rück – mit al­ler­lei wir­ren Be­geg­nun­gen. War­um und wie­so, bleibt ein Ge­heim­nis der Fil­me­ma­cher. Die so­ge­nann­te "Hand­lung" wirkt wie das Hirn­ge­spinst ei­nes zu­ge­kiff­ten Dreh­buch­au­tors, der mal so rich­tig die Sau raus­las­sen woll­te. Lei­der hat ihm nie­mand ver­ra­ten, wie öde das ist.
„Ber­lin, Ber­lin – Der Ki­no­film“ ist viel­leicht in­ter­es­sant für Nost­al­gi­ker mitt­le­ren Al­ters, die sich an die TV-Se­rie von vor 20 Jah­ren er­in­nern kön­nen und sich freu­en, ge­ra­de in Co­ro­na­zei­ten, al­te Be­kann­te wie­der zu tref­fen. Da­mals tru­del­te das Land­ei Lol­le (Fe­li­ci­tas Woll) vier Staf­feln lang durch die Haupt­stadt und er­leb­te Aben­teu­er. Sie wirk­te eman­zi­piert und „Ber­lin, Ber­lin“ tat­säch­lich in­no­va­tiv, die Ge­schich­te im­mer wie­der un­ter­bro­chen von bun­ten Co­mic­sze­nen. Lol­le war ei­ne Ty­pe und die Vor­abend­se­rie um­gab den Hauch des Au­then­ti­schen. Heu­te wirkt al­les eher muf­fig.

FAZIT

Was bleibt? Zu se­hen, wie die Zeit sich ein­schreibt in Ge­sich­ter und was da­bei ein paar Ki­lo mehr be­wir­ken kön­nen. Sel­ten et­was Gu­tes, so viel sei ver­ra­ten. 

Deutsch­land 2020
80 min
Re­gie Fran­zis­ka Mey­er Pri­ce
Ab 08. Mai 2020 auf NET­FLIX

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