NOCH EINMAL, JUNE

Kinostart 17. Februar 2022

Mer­ken Sie sich: Ap­fel, Ball, Baum.
We­ni­ge Se­kun­den spä­ter hat Ju­ne die drei Wor­te schon wie­der ver­ges­sen. Ih­re Fa­mi­lie er­kennt sie seit fünf Jah­ren nicht mehr. Doch ei­nes schö­nen Mor­gens ge­schieht ein Wun­der: Ju­ne wacht auf und ist ganz die Al­te. Sie muss er­fah­ren, dass sie nach ei­nem Schlag­an­fall de­ment wur­de und nun in ei­nem Pfle­ge­heim lebt. Die neue Klar­heit ist al­ler­dings nicht von Dau­er, die Ärz­te ver­mu­ten, es sei nur ei­ne Fra­ge von Stun­den, bis Ju­ne wie­der ins geis­ti­ge Dun­kel drif­tet. Al­so kei­ne Zeit ver­lie­ren, die re­so­lu­te Frau tritt ve­he­ment zu­rück ins Le­ben und er­fährt, dass die Din­ge in ih­rer Ab­we­sen­heit „nicht nach Plan ge­lau­fen sind". Sie macht sich um­ge­hend dar­an, ih­re ver­korks­te Fa­mi­lie in die Spur zu brin­gen. Doch von der Rück­kehr der über­grif­fi­gen Mut­ter sind ih­re er­wach­se­nen Kin­der Gin­ny und De­von al­les an­de­re als be­geis­tert.

So könn­te es sein, wenn ein To­ter auf­er­steht. Über­ra­schung, Freu­de, Frust. Ge­ra­de hat­ten sich al­le mit dem Ver­lust ar­ran­giert, da wer­den die al­ten Wun­den wie­der auf­ge­ris­sen. Schon nach ei­nem hal­ben Tag fragt die Toch­ter: „Weißt Du, was ich in den letz­ten 5 Jah­ren am meis­ten ge­nos­sen ha­be? Nicht je­den Tag dar­an er­in­nert zu wer­den, was für ei­ne fuck­ing Ent­täu­schung ich für Dich bin.“ Autsch.

Und noch ein De­menz­film. Nach dem gran­dio­sen Os­car­ge­win­ner „The Fa­ther“ kommt die­se aus­tra­li­sche Dra­ma-Ko­mö­die in die Ki­nos. Dass „Noch ein­mal, Ju­ne“ kei­ne Sym­pho­nie in Kitsch wur­de, ist der zu­rück­hal­ten­den Re­gie von JJ Win­love und sei­nen Schau­spie­lern zu ver­dan­ken.

Win­love ver­mei­det weit­ge­hend kleb­ri­ge Ge­fühls­zu­cker­wat­te, die Ge­schich­te bleibt wohl­tu­end ein­fach und ge­rad­li­nig. Der Re­gis­seur tut gut dar­an, den Film ver­trau­ens­voll in die Hän­de sei­ner Haupt­dar­stel­le­rin zu le­gen. Die fa­bel­haf­te No­ni Haz­le­hurst spielt Ju­ne nicht nur ver­letz­lich und be­mit­lei­dens­wert, sie lässt auch im­mer wie­der den al­ten Dra­chen durch­blit­zen, der sei­ne Fa­mi­lie jah­re­lang ty­ran­ni­siert hat.

FAZIT

„Noch ein­mal, Ju­ne“ – ein klei­ner, be­we­gen­der Film mit Herz und Hu­mor.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Ju­ne again“
Aus­tra­li­en 2021
99 min
Re­gie JJ Win­love

al­le Bil­der © Hap­py En­ter­tain­ment

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