WO IN PARIS DIE SONNE AUFGEHT

Kinostart 07. April 2022

Oh la­la, Pa­ris – Stadt der Lie­be: Eif­fel­turm, Champs-Ély­sées, Ba­guette und Rot­wein. Dass Jac­ques Au­di­ards Dra­ma-Ko­mö­die mit die­sen aus­ge­lutsch­ten Frank­reich-Kli­schees nichts ge­mein hat, wird schon in der ers­ten Ein­stel­lung klar: Ein Flug über tris­te Fas­sa­den – Pa­ris kann auch an­ders: grau und an­onym. „Les Olym­pia­des“, so der Ori­gi­nal­ti­tel, ist nach den im 13. Ar­ron­dis­se­ment er­bau­ten Hoch­häu­sern be­nannt.

Mit­ten­drin: Vier Mil­len­ni­als und ih­re Pro­ble­me mit der Lie­be. Émi­lie ist zu schnell für die­se Welt. Ih­ren Job im Call­cen­ter ver­liert sie, weil sie ih­re Zun­ge nicht im Zaum hal­ten kann. Al­so braucht sie an­ders­wo­her Geld: Der Leh­rer Ca­mil­le zieht als Un­ter­mie­ter bei ihr ein. Jung, at­trak­tiv und sin­gle, kei­ne Über­ra­schung, dass die bei­den um­ge­hend im Bett lan­den. Doch die kur­ze, stür­mi­sche Af­fä­re ist nach ein paar Ta­gen schon wie­der vor­bei. Und dann ist da noch No­ra: Die Ju­ra­stu­den­tin hat das gro­ße Pech, dem Por­no­star Am­ber Sweet zum Ver­wech­seln ähn­lich zu se­hen. Das ver­lei­tet ih­re Kom­mi­li­to­nen da­zu, ihr obs­zö­ne An­trä­ge zu ma­chen. No­ra fin­det ih­re Dop­pel­gän­ge­rin im Netz und ver­liebt sich in das selbst­be­wuss­te Cam-Girl.

Der in at­mo­sphä­ri­schem Schwarz-Weiß ge­dreh­te Film er­in­nert an ei­ne zeit­ge­mä­ße, sehr fran­zö­si­sche Ver­si­on von Woo­dy Al­lens "Man­hat­tan". Fast un­glaub­lich, dass Re­gis­seur Au­di­ard schon 69 Jah­re alt ist, so mo­dern und frisch wirkt sein Film (was un­ter an­de­rem an dem her­vor­ra­gen­den Elek­tro­score von Ro­ne liegt).

„Wo in Pa­ris die Son­ne auf­geht“ ist ei­ne raue, le­bens­na­he, groß­ar­ti­ge Ko­mö­die über die Lie­bes-Ir­run­gen und Wir­run­gen jun­ger Groß­städ­ter in all sei­nen Schat­tie­run­gen. Cin­quan­te nu­an­ces de Grey. Wer das fröh­lich-bun­te Pa­ris aus den Rei­se­füh­rern be­vor­zugt, soll­te sich bes­ser das Net­flix-Kli­schee­fest „Emi­ly in Pa­ris“ an­schau­en.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Les Olym­pia­des“
Frank­reich 2021
106 min
Re­gie Jac­ques Au­di­ard

al­le Bil­der © Neue Vi­sio­nen Film­ver­leih

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