PRISCILLA

Ab 04. Januar 2024 im Kino

Was vom Mythos übrigblieb – die wahre Geschichte von Elvis Presleys besserer Hälfte.

Text: An­ja Besch

Wohl je­der kennt die Sto­ry von Pri­scil­la Be­au­lieu, die als 14-Jäh­ri­ge auf ei­nem deut­schen Ar­my-Stütz­punkt El­vis ken­nen­lernt und ihm aus Lie­be in den gol­de­nen Kä­fig Grace­land nach Mem­phis folgt. Statt el­ter­li­cher Auf­sichts­pflicht gilt es nun, die kru­den re­li­giö­sen und mo­di­schen Le­bens­re­geln des El­vis Aa­ron Pres­ley aka „El­vis the Pel­vis“ zu be­fol­gen. Der hüft­schwin­gen­de Su­per­star und Pin Up Boy ei­ner gan­zen krei­schen­den Back­fisch­ge­ne­ra­ti­on ent­puppt sich im über­la­de­nen Heim als pil­len­ko­ma­tö­ser Sex­muf­fel, der sie­ben Jah­re lang al­len­falls Hand an die Op­tik sei­ner spä­ter An­ge­trau­ten legt. Vier­zehn Jah­re und ein über­ra­schen­des Kind spä­ter ver­lässt Pri­scil­la den King und schreibt 1985 ih­re Me­moi­ren „El­vis und Ich“, auf de­nen die 20 Mil­lio­nen US-Dol­lar teu­re Pro­duk­ti­on von Re­gis­seu­rin So­phia Cop­po­la be­ruht.

Lehr­stück in Make-up, Fri­su­ren­sty­ling und Raum­aus­stat­tung

PRI­SCIL­LA ist zwar auf­wen­di­ger als ein Pri­vat­fern­se­hen-Bio­pic, doch kei­nes­wegs in­ter­es­san­ter, auf­schluss­rei­cher oder sub­ti­ler. Was die Kö­ni­gin des Mu­sik-Mer­chan­di­se-Mar­ke­tings zu eben die­ser mach­te (Le­bens­auf­ga­be seit El­vis Tod 1977 – ne­ben ta­lent­frei­en Schau­spiel­ver­su­chen in DAL­LAS oder DIE NACK­TE KA­NO­NE – Ver­wal­te­rin der Pil­ger­stät­te Grace­land), ist al­len­falls ein Lehr­stück in Make-up, Fri­su­ren­sty­ling und Raum­aus­stat­tung.

Na­tür­lich zieht der Na­me der be­kann­tes­ten Ex-Ehe­frau der Welt, doch ist nicht je­des ver­meint­li­che VIP-Op­fer gleich ei­ne ver­fil­mungs­wür­di­ge Iko­ne. Um die Be­zie­hung des My­thos‘ El­vis zu sei­ner Kinds­braut zu ver­ste­hen, hät­te es mehr als die über­di­men­sio­nier­ten 40 cm Grö­ßen­un­ter­schied der bei­den Haupt­dar­stel­ler Cai­lee Spae­ny und Ja­cob Elor­di ge­braucht. Der Zu­schau­er bleibt au­ßen vor und lei­det bei Trän­chen der chro­nisch Un­ter­lieb­ten – de­ren Na­mens­pa­tro­nin be­zeich­nen­der­wei­se ei­ne vor­christ­li­che Mär­ty­re­rin ist – al­len­falls mit ih­rer Wim­pern­tu­sche. Zum Trost gibt es nicht ein­mal ein Wie­der­hö­ren mit ge­fühls­ver­stär­ken­den El­vis-Songs, da aus recht­li­chen Grün­den der Score von Cop­po­las Ehe­mann Tho­mas Mars und des­sen Poprock­band „Phoe­nix“ stammt.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Pri­scil­la“
USA 2023
113 min
Re­gie So­fia Cop­po­la

al­le Bil­der © MU­BI

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