L’IMMENSITÀ – MEINE FANTASTISCHE MUTTER

L’IMMENSITÀ – MEINE FANTASTISCHE MUTTER

Ab 27. Juli 2023 im Kino

Ja, Penélope Cruz könnte auch das viel zitierte Telefonbuch vorlesen – es wäre trotzdem unmöglich, die Augen von ihr zu nehmen. In L’IMMENSITÀ spielt sie eine liebende Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs. Kombiniert mit aufregendem 70er-Jahre Style wird es dabei fast so gut wie bei Almodóvar.

Rom in den 1970er-Jah­ren: Im Mit­tel­punkt des Films steht ei­ne ganz nor­ma­le Fa­mi­lie. Cla­ra und Fe­li­ce sind in ei­ne neue Woh­nung ge­zo­gen, doch ih­re Ehe wird nur noch von den drei Kin­dern zu­sam­men­ge­hal­ten. Er hat Af­fä­ren, sie ist un­glück­lich, aber sie kom­men (noch) nicht von­ein­an­der los. Die zwölf­jäh­ri­ge Toch­ter Adria­na ringt mit ih­rer Iden­ti­tät. Sie ist als Mäd­chen ge­bo­ren, will aber lie­ber ein Jun­ge sein. An­de­re Zei­ten, mo­der­ne Pro­ble­me: Das fra­gi­le Fa­mi­li­en­ge­bil­de droht an Adria­nas Gen­der­fin­dung zu zer­bre­chen.

Nicht al­les hat ein Hap­py End

L’IMMENSITÀ – MEI­NE FAN­TAS­TI­SCHE MUT­TER ist gro­ßes Er­in­ne­rungs­ki­no. Und das nicht nur, weil Re­gis­seur Ema­nue­le Cria­le­se sei­ne ei­ge­ne Bio­gra­fie ver­ar­bei­tet. Wer selbst in den 1970er-Jah­ren auf­ge­wach­sen ist, fühlt sich im­mer wie­der an die ei­ge­ne Kind­heit er­in­nert. Das Ent­de­cken neu­er, ver­bo­te­ner Or­te, das ge­mein­sa­me Spie­len, die hei­ßen Som­mer­ta­ge, die strei­ten­den El­tern, die sich oft um sich selbst und nicht um die Kin­der dre­hen. Re­gis­seur Cria­le­se hat ne­ben der wie im­mer tol­len Pe­né­lo­pe Cruz ei­ne auf­re­gen­de Neu­ent­de­ckung vor die Ka­me­ra ge­holt: Lu­a­na Giu­lia­ni spielt die ge­schlechts­ver­wirr­te Toch­ter so glaub­wür­dig und in­ten­siv – man mag kaum glau­ben, dass das Mäd­chen hier sein Lein­wand­de­büt gibt.

Sel­ten war Trau­rig­keit so far­ben­froh und pop­pig bunt. Die Mu­sik von Raf­fa­el­la Car­rà, Pat­ty Pra­vo und Adria­no Ce­len­ta­no tut ihr Üb­ri­ges. Trotz­dem ist L’IMMENSITÀ – MEI­NE FAN­TAS­TI­SCHE MUT­TER nie­mals kit­schig oder me­lo­dra­ma­tisch. Viel­leicht so­gar ein biss­chen zu ernst. Die epi­so­den­haf­te Er­zähl­wei­se spie­gelt das wah­re Le­ben wie­der: Auch da bleibt vie­les un­ge­löst, nicht al­les hat ein Hap­py End.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „L’Immensità“
Ita­li­en / Frank­reich 2022
94 min
Re­gie Ema­nue­le Cria­le­se

al­le Bil­der © STU­DIO­CA­NAL