ZWISCHEN UNS

Kinostart 16. Juni 2022

Mund­win­kel hoch heißt Freu­de.
Mund­win­kel run­ter heißt Trau­er.
Eva und ihr Sohn Fe­lix üben das vor dem Spie­gel.
Ist ja nicht so schwer nor­ma­ler­wei­se. Für den au­tis­ti­schen Jun­gen hin­ge­gen schon, denn Emo­tio­nen zu le­sen ist für ihn ein Ra­te­spiel.

In Max Feys Dra­ma „Zwi­schen uns“ geht es um ei­nen 13-jäh­ri­gen Jun­gen mit Asper­ger-Syn­drom. Des­sen Mut­ter Eva ver­sucht al­les Men­schen­mög­li­che, ih­ren Sohn zu in­te­grie­ren, doch im­mer wie­der kommt es zu Pro­ble­men in der Schu­le. Nur beim Nach­barn, dem Fisch­händ­ler Pel­le, blüht Fe­lix auf.

Wenn es um das sehr be­grenz­te Gen­re „ge­stör­te Ter­ror­kin­der“ geht, hat „Sys­tem­spren­ger“ die Lat­te vor drei Jah­ren sehr hoch ge­hängt. Nicht zu Un­recht durf­te die ge­nia­le Haupt­dar­stel­le­rin He­le­na Zen­gel an­schlie­ßend so­gar mit Tom Hanks dre­hen.

Ne­ben ei­ner wun­der­ba­ren Liv Li­sa Fries, die hier end­lich mal ihr 20er-Jah­re Ber­lin­gö­ren-Image ab­le­gen darf und dem grund­sym­pa­thi­schen Thu­re Lin­hardt spielt Jo­na Ei­sen­blät­ter die Haupt­rol­le. Viel­leicht fehlt Re­gis­seur Fey bei sei­nem De­büt­film noch die nö­ti­ge Er­fah­rung, Kin­der rich­tig zu in­sze­nie­ren. Viel­leicht gibt es aber auch we­ni­ge Jung­schau­spie­ler, die ei­ne so schwie­ri­ge Rol­le meis­tern kön­nen. Rich­tig glaub­wür­dig ist die Dar­stel­lung des au­tis­ti­schen Kin­des zwi­schen schmol­len­dem Star­ren und Schrei­an­fäl­len je­den­falls nicht. So bleibt „Zwi­schen uns“ nur dank sei­ner zu­rück­hal­tend sprö­den In­sze­nie­rung und der er­wach­se­nen Dar­stel­ler se­hens­wert.

INFOS ZUM FILM

Deutsch­land 2022
86 min
Re­gie Max Fey

al­le Bil­der © Wild Bunch Ger­ma­ny