ROSE – EINE UNVERGESSLICHE REISE NACH PARIS

ROSE – EINE UNVERGESSLICHE REISE NACH PARIS

Ab 28. September 2023 im Kino

Goodbye England’s Rose – Was eine schizophrene Dänin mit der verstorbenen Lady Di zu tun hat, verrät die herzerwärmende Dramödie ROSE.

„Wol­len Sie mich fi­cken?“

„Ich wür­de Sie ger­ne er­wür­gen“

In­ger (So­fie Grå­bøl) trägt ihr Herz auf der Zun­ge. Sie kann nichts da­für, In­ger ist schi­zo­phren. Nach Jah­ren in ei­ner psych­ia­tri­schen Ein­rich­tung geht die ver­schro­be­ne Mitt­vier­zi­ge­rin zu­sam­men mit ih­rer Schwes­ter El­len (Le­ne Ma­ria Chris­ten­sen) und de­ren Mann Vagn (An­ders W. Bert­hel­sen) auf ei­ne sen­ti­men­tal jour­ney nach Frank­reich. Denn es gab mal ein Le­ben vor der Krank­heit, da leb­te In­ger in Pa­ris, war ver­liebt und glück­lich. Doch der ver­hei­ra­te­te Mann, mit dem sie ei­ne Af­fä­re hat­te, brach nicht nur mit ihr, son­dern ihr Herz gleich mit. Kurz dar­auf über­nah­men die Stim­men in In­gers Kopf das Kom­man­do.

Mit per­fek­tem Ti­ming in­sze­nier­te Dra­mö­die

Ei­ne Bus­rei­se mit ei­ner geis­tig ver­wirr­ten Frau – gar nicht so ein­fach. Vor al­lem wenn sich un­ter den Mit­rei­sen­den ein ech­ter Stink­stie­fel be­fin­det (über­zeugt als ver­klemm­ter Spie­ßer: Sø­ren Mal­ling). Aber die Mü­he lohnt sich – denn der Road­trip ist nicht nur ei­ne Fahrt von A nach B, son­dern auch ei­ne Rei­se ins In­ne­re, mit Aus­wir­kun­gen auf das ge­sam­te Fa­mi­li­en­ge­fü­ge.

RO­SE – EI­NE UN­VER­GESS­LI­CHE REI­SE NACH PA­RIS ist ein zärt­li­cher Blick auf das Le­ben ei­ner Frau jen­seits der Norm. Der deut­sche Ver­leih­ti­tel klingt zwar nach Lo­re-Ro­man, doch Niels Ar­den Op­levs Dra­mö­die ist mit per­fek­tem Ti­ming in­sze­niert, bei­nah kitsch­frei und oft über­ra­schend ko­misch. Der Re­gis­seur und Au­tor er­zählt ei­ne Ge­schich­te aus sei­ner ei­ge­nen Fa­mi­lie, RO­SE ba­siert auf dem Le­ben sei­ner Schwes­ter. Da­bei weiß er ge­nau, wann es zu viel wird, wälzt kei­ne Sze­ne un­nö­tig aus oder drückt künst­lich auf die Trä­nen­drü­se. Dass der Film zu­dem gut aus­sieht (Ka­me­ra: Ras­mus Vi­de­bæk) und ei­nen wun­der­bar emo­tio­na­len Sound­track (Hen­rik Skram) hat, macht ihn zu ei­nem klei­nen Ju­wel. Die Schau­spie­ler sind so­wie­so toll, be­son­ders So­fie Grå­bøl, die die ver­wirr­te In­ger os­car­wür­dig über­zeu­gend spielt.

Weil ge­ra­de Skan­di­na­vi­sche Wo­che bei Frame­ra­te ist, gibt es mor­gen die Kri­tik zu ei­nem wei­te­ren Film aus dem Land mit der put­zi­gen Spra­che: SPEAK NO EVIL – ein düs­te­rer, sehr emp­feh­lens­wer­ter Hor­ror­film, eben­falls aus Dä­ne­mark.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Ro­se“
Dä­ne­mark 2022
106 min
Re­gie Niels Ar­den Op­lev 

al­le Bil­der © mind­jazz pic­tures