CALL JANE

CALL JANE

Kinostart 01. Dezember 2022

Joy ist schwan­ger. Doch et­was stimmt nicht. Im­mer wie­der wird ihr schwind­lig, ver­liert sie das Be­wusst­sein. Der Arzt rät zu ei­nem Schwan­ger­schafts­ab­bruch, da sonst Le­bens­ge­fahr be­stehe. Das Pro­blem: En­de der 60er-Jah­re sind Ab­trei­bun­gen in den USA ver­bo­ten und der rein männ­lich be­setz­te Kli­nik­vor­stand lehnt den Ein­griff ab. Die La­ge scheint aus­sichts­los, bis Joy auf ei­ne il­le­ga­le Grup­pe trifft. Die "Ja­nes" hel­fen Frau­en, un­ge­woll­te Schwan­ger­schaf­ten zu be­en­den und not­falls vor Ge­richt zu zie­hen. Joy wird Teil des Un­ter­grund­kol­lek­tivs.

Ein wich­ti­ges The­ma, ge­ra­de in Zei­ten, in de­nen das Recht auf Ab­trei­bung in vie­len Län­dern wie­der zur Dis­kus­si­on steht (im Ju­ni die­sen Jah­res wur­de das ge­ne­rel­le Recht auf ei­nen Schwan­ger­schafts­ab­bruch in den USA ab­ge­schafft). Um­so be­dau­er­li­cher, dass "Call Ja­ne" nicht rich­tig packt. Phyl­lis Na­gy, die schon das Dreh­buch zu Todd Hay­nes „Ca­rol“ ge­schrie­ben hat, in­ter­es­siert sich in ih­rem Re­gie­de­büt über­ra­schend we­nig für die auf­kom­men­de Frau­en- und Hip­pie­be­we­gung in den USA. Ihr eher kon­ven­tio­nel­ler, zu net­ter Film fo­kus­siert sich haupt­säch­lich auf die Fra­ge: Fin­den Joys Ehe­mann und Toch­ter her­aus, dass sich Mut­ti mit ge­setz­lo­sen neu­en Freun­din­nen um­gibt?

„Call Ja­ne“ ist so­li­de, gut ge­spiel­te, aber letzt­end­lich bie­de­re US-Wa­re. Ei­nen weit­aus bes­se­ren Film zum The­ma hat die Fran­zö­sin Au­drey Di­wan mit "Das Er­eig­nis" ge­macht, der im März die­sen Jah­res in den Ki­nos lief.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Call Ja­ne“
USA 2022
121 min
Re­gie Phyl­lis Na­gy

al­le Bil­der © DCM