Was ist Liebe wert

WAS IST LIEBE WERT

Was ist Liebe wert

WAS IST LIEBE WERT

Als romantische Komödie beworben, ist WAS IST LIEBE WERT weder besonders lustig und schon gar nicht romantisch.

Ab 21. August 2025 im Kino

Eine RomCom sollte bei ihren Zuschauern gute Laune verbreiten – wenigstens für kurze Zeit – und im besten Fall den Glauben an die große Liebe wiedergeben. WAS IST LIEBE WERT erreicht das genaue Gegenteil. Ein Film, der jede Leichtigkeit aufsaugt und als bleischwere schlechte Laune wieder ausspuckt.

Der Titel legt es nahe: Liebe ist eine Ware. Lucy arbeitet in New York als Dating-Beraterin für eine Partnervermittlung. Sehr erfolgreich. Und trotzdem ist sie Single. Bei einer Hochzeit lernt sie den charmanten Multimillionär Harry Castillo kennen. Ein echtes „unicorn“ – So wird in der Matchmaker-Szene ein Mann genannt, der alle Boxen checkt: Gutaussehend, reich, gebildet, sympathisch und vor allem über 1.80 m groß. Lucy scheint das Gewinnerlos gezogen zu haben. Wenn da nicht noch ihr Ex-Freund John wäre, ein Gelegenheits-Schauspieler, der sein Leben nicht auf die Reihe bringt.

Was ist Liebe wert

Die Superstars Pedro Pascal, Dakota Johnson und Chris Evans bewegen sich durch ein zu sauber geputztes New York – schöne Menschen in schöner Umgebung – fehlt nur eins: die Chemie. Doch die sucht man hier vergeblich. Oberflächliche Dialoge, hölzernes Spiel und unglaubwürdige Charaktere lassen keine romatische Stimmung aufkommen.

Was ist Liebe wert

In Materialists (so der passendere Originaltitel) gibt es außer der Ausstattung nicht viel, was man mögen kann. Und das liegt zum größten Teil an den Schauspielern: Chris Evans nudelt seine Rolle komplett lustlos runter, während Dakota Johnson einem schwarzen Loch gleich alle Energie schluckt. Einzig Pedro Pascal schafft es, ein bisschen Witz in die trostlose Angelegenheit zu bringen.

Was ist Liebe wert

WAS IST LIEBE WERT hat wenig Charme und irritiert mit einer unangebrachten Ernsthaftigkeit. Rätselhaft, weshalb die un-RomCom des Jahres von der US-Kritik so gefeiert wird.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Materialists“
USA / Finnland 2025
109 min
Regie Celine Song

Was ist Liebe wert

alle Bilder © Sony Pictures

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN

Daddio - Eine Nacht in New York

DADDIO – EINE NACHT IN NEW YORK

Daddio - Eine Nacht in New York

DADDIO – EINE NACHT IN NEW YORK

Analysize this! Sean Penn gibt Dakota Johnson Beziehungstipps.

Ab 27. Juni 2024 im Kino

So eine Taxifahrt kann furchtbar sein. Es stinkt, die Musik ist falsch und zu laut, der Fahrer griesgrämig oder eine Labertasche. DADDIO ist eine einzige Taxifahrt. 95 % des Films spielen in einem New Yorker Cab auf dem Weg vom Flughafen nach Midtown. Dass der Film trotzdem kurzweilig und sehenswert ist, liegt an der straffen Inszenierung von Christy Hall, die hier ihren ersten Kinofilm realisiert hat, der ideenreichen Kamera von Phedon Papamichael und der hervorragenden Besetzung.

Daddio - Eine Nacht in New York

DADDIO ist ein intensives Gespräch darüber, wie Männer und Frauen ticken. Ein Kammerspiel, dessen Qualität mit den beteiligten Schauspielern steht und fällt. Die große Überraschung: Dakota Johnson ist gut. Wer hätte das nach den lustlos heruntergespielten SHADES OF GREY-Filmen und ihrem unterirdisch schlechten Auftritt als MADAME WEB gedacht? Man muss der Tochter von Melanie Griffith und Don Johnson zugutehalten, dass sie ihren Ausflug ins Superheldengenre selbst am kritischsten sieht und lakonisch feststellt: „Ich werde wahrscheinlich nie wieder in so etwas mitspielen, weil ich in dieser Welt keinen Sinn mache.“

Das Gegenteil eines Marvel-Comics

Nun also das absolute Gegenteil eines Marvel-Comics: ein tiefgründiger Dialogfilm an der Seite von Sean Penn. Dessen Besetzung als lebenskluger Taxifahrer ist ein genialer Schachzug, denn ob er harmlos ist oder Böses im Schilde führt, entdeckt der Zuschauer erst nach und nach. Geht man ganz und gar unvorbereitet in den Film, weiß man zunächst im wahrsten Sinne nicht, wohin die Reise führt. Penn verströmt eine unterschwellige Creepiness; würde er die junge Frau auf dem Rücksitz entführen oder vergewaltigen, es würde einen nicht überraschen. Doch stattdessen entwickelt sich ein ehrliches Gespräch zwischen den beiden, das bald zum intimen Seelenstriptease wird. Die junge Frau, die ihren Namen nicht preisgibt, ist in eine Affäre mit einem verheirateten Mann, den sie Daddy nennt, verstrickt. Taxifahrer Will – been there, done that – hat jede Menge Ratschläge; wie sich herausstellt, war er selbst vor vielen Jahren in der Rolle des Fremdgängers, er weiß also, wovon er spricht.

Eine packende Geschichte

Am Ende gibt es ein paar gut gemeinte Lebenstipps zu viel, doch Johnson und Penn machen das Zweipersonenstück mit ihrem nuancierten und souveränen Spiel absolut sehenswert. DADDIO zeigt, dass eine Taxifahrt, auch wenn sie manchmal furchtbar sein kann, das Potenzial für eine packende Geschichte hat – vorausgesetzt, man hat die richtigen Passagiere an Bord.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Daddio“
USA 2023
101 min
Regie Christy Hall

Daddio - Eine Nacht in New York

alle Bilder © LEONINE Studios

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN

Bad Times at the El Royale

⭐️⭐️⭐️

„Die Hölle, das sind die anderen“, wusste schon Satre. Die „anderen“ sind in diesem Fall sieben Fremde, die 1969 während einer stürmischen Nacht im Hotel El Royale festsitzen. Es gibt kein Entkommen. Wer ist gut? Wer ist böse? Wem kann man vertrauen? Und vor allem: Wer wird die Nacht überleben?

MACHART

Unter anderem checken Jeff Bridges, Dakota Johnson, Jon Hamm und Chris Hemsworth in das heruntergekommene  Hotel ein. Hervorragende Schauspieler, die sich, ganz im Tarantino-style, mit ausschweifenden Monologen in Szene setzen dürfen. Dazu gibts heftige Brutalität und einen schönen Soundtrack mit Best of Soulhits. Die eigentlichen Stars des Films aber sind das Hotelset und die Ausstattung. Da wird die Besetzung fast zur Nebensache. Mit seinen perfekt durchgestylten Breitwandbildern erinnert „Bad Times at the El Royale“ an die gute, alte Zeit Hollywoods. Sehr hübsch anzusehen.

FAZIT

Den Hotelaufenthalt kann man vor allem wegen der tollen 60er-Jahre-Ausstattung genießen.
Wem „The Hateful 8“ gefallen hat, sollte auch hier seinen Spaß haben.
USA, 2018
Regie Drew Goddard
141 min
Kinostart 11. Oktober 2018