Avengers – Infinity War

ERS­TE HALB­ZEIT

Die Hand­lung kann man nicht wirk­lich wie­der­ge­ben. Es sei denn, man hat al­le, al­le Mar­vel­fil­me seit Iron Man ge­se­hen, ver­stan­den und in Er­in­ne­rung be­hal­ten.

In Kür­ze geht es um den ul­ti­ma­ti­ven Bö­se­wicht Tha­nos (Josh Bro­lin), der ir­gend­wel­che In­fi­ni­ty-Mum­pitz­stei­ne zu­sam­men­su­chen und da­durch das mäch­tigs­te We­sen des Uni­ver­sums wer­den will. Um dann, auf ei­ner Bank sit­zend, in den Son­nen­un­ter­gang zu schau­en. Da bei die­sem teuf­li­schen Plan auch noch gleich die Hälf­te al­ler le­ben­den We­sen (in­klu­si­ve der ge­fühlt 30 Su­per­hel­den) ge­tö­tet, be­zie­hungs­wei­se in Luft auf­ge­löst wer­den soll, muss das na­tür­lich mit ver­ein­ten Su­per­kräf­ten ver­hin­dert wer­den.

MACHART

Wer hät­te das ge­dacht? Ei­ne ech­te Über­ra­schung. Aus­ge­spro­chen un­ter­halt­sam, kurz­wei­lig, wit­zig und ideen­reich um­ge­setzt. Ei­ner der bes­ten Mar­vel­fil­me bis da­to.

Ob­wohl so vie­le Kö­che den Brei hät­ten ver­der­ben kön­nen, be­hält man Dank der sou­ve­rä­nen In­sze­nie­rung der Rus­so Brü­der stets den Über­blick. Die Fi­gu­ren sind mitt­ler­wei­le al­le hin­läng­lich be­kannt, das spart Zeit und die Ge­schich­te kann di­rekt durch­star­ten.

Wä­re das tat­säch­lich der letz­te Aven­gers­film, wür­de man wohl de­pres­siv das Ki­no ver­las­sen. Aber da es ja schon nächs­tes Jahr wei­ter­geht, ahnt man, dass die recht ho­he Sterb­lich­keits­ra­te der Hel­den wohl eher vor­über­ge­hend ist.

FAZIT

Gros­ses Un­ter­hal­tungs­spek­ta­kel.

USA, 2018
Regie Anthony und Joe Russo
149 min

Dunkirk

GROS­SES KI­NO

1940, die Stadt Dün­kir­chen an der fran­zö­si­schen Ka­nal­küs­te – ein­ge­kes­selt von der feind­li­chen deut­schen Ar­mee. Hun­dert­tau­sen­de Sol­da­ten sit­zen in der Fal­le, ab­ge­schnit­ten von ih­rer Hei­mat. Ge­fan­gen. Ver­lo­ren.

Die bri­ti­schen und fran­zö­si­schen Trup­pen be­fin­den sich auf ver­lo­re­nem Pos­ten. Der Flucht­weg ist ab­ge­schnit­ten durch das Meer.

Bis zur größ­ten Ret­tungs­ak­ti­on des 20. Jahr­hun­derts: Code­na­me „Ope­ra­ti­on Dy­na­mo“. Al­le ver­füg­ba­ren Kräf­te, auch zi­vi­le Boo­te, wer­den mo­bi­li­siert. Ein ent­schei­den­der Mo­ment im 2. Welt­krieg.

MACHART

"Dun­kirk" ist gro­ßes Hol­ly­wood­ki­no – in­sze­niert von Block­bus­ter Re­gis­seur Chris­to­pher No­lan.

No­lan er­zählt die Ge­schich­te aus drei Blick­win­keln: aus der Luft, zu Was­ser, an Land. In­ter­es­san­ter­wei­se nicht chro­no­lo­gisch, son­dern in den Zeit­ebe­nen ver­schach­telt. Was an Land ein paar Ta­ge ge­dau­ert hat, ge­schieht in der Luft in zwei Stun­den, und an Bord der Schif­fe ei­nen Tag. Da­durch kann man der Ge­schich­te zwar nicht leicht fol­gen, es hält aber die Span­nung über die ge­sam­te Lauf­zeit. Und of­fen­sicht­lich hat er für sei­ne In­sze­nie­rung das his­to­ri­sche Film­ma­te­ri­al ge­nau stu­diert.

Mu­sik, Sound, Ka­me­ra, Aus­stat­tung, das ist kaum zu top­pen und soll­te man sich un­be­dingt in der IMAX-Ver­si­on an­schau­en.

FAZIT

„Dun­kirk“, so pa­ckend wie bom­bas­tisch. Ein Ac­tion­mo­vie – ein Hel­den­epos – hoch dra­ma­tisch. Krieg als das größ­te al­ler Aben­teu­er. Schon vor dem Ki­no­start wird der Film als Os­car Kan­di­dat ge­han­delt.

USA, 2017
Regie Christopher Nolan
106 min