GEISTERVILLA

GEISTERVILLA

Ab 27. Juli 2023 im Kino

Cash Grab: A product designed primarily or solely with the intent of generating profits or money. Der neue Disney-Film GEISTERVILLA ist Cash Grab in Reinstform.

Auf dem Stoff liegt kein Se­gen: Schon die 2003-Ver­si­on mit Ed­die Mur­phy war ver­flucht schlecht. Ba­sie­rend auf der Ver­gnü­gungs­park-At­trak­ti­on „The Haun­ted Man­si­on“ in Dis­ney­land ist dies der zwei­te Ver­such, aus kei­ner Sto­ry über ein Ge­spens­ter­haus ei­nen Film zu zim­mern. Ein Thrill­ri­de als Dreh­buch­idee kann un­ter Um­stän­den funk­tio­nie­ren – wie beim ers­ten PI­RA­TES OF THE CAR­RI­BE­AN – oder kom­plett schief­ge­hen, wie nun Jus­tin Si­mi­ens lieb- und see­len­lo­se Gru­sel­ko­mö­die zeigt.

Star­power kann den kin­di­schen Hum­bug nicht ret­ten

Die un­ori­gi­nel­le Ge­schich­te – ei­ne von Geis­ter­fo­to­graf Ben zu­sam­men­ge­wür­fel­te Trup­pe von Ex­per­ten will der frisch in ei­ner Süd­staa­ten-Vil­la ein­ge­zo­ge­nen Sa­rah und ih­rem 9‑jährigen Sohn hel­fen, un­ge­be­te­ne Haus­geis­ter los­zu­wer­den – ist zwar mit nam­haf­ten Dar­stel­lern be­setzt (un­ter an­de­rem Dan­ny De­Vi­to, Ja­mie Lee Cur­tis, Owen Wil­son), doch die Star­power kann den kin­di­schen Hum­bug nicht ret­ten.

GEIS­TER­VIL­LA funk­tio­niert auf so vie­len Ebe­nen nicht, dass es schon fast un­heim­lich ist. Man fragt sich, wer hat ent­schie­den, den Film in die­ser Ver­si­on in die Ki­nos zu brin­gen? Ein Haus vol­ler Un­to­ter in New Or­leans wä­re ei­gent­lich ei­ne hüb­sche Aus­gangs­idee, wenn Dreh­buch und Re­gie ein biss­chen Hu­mor oder we­nigs­tens Mut zu ech­tem Schre­cken hät­ten. Doch das Gan­ze ist so öde wie die Fahrt in ei­ner Kir­mes­geis­ter­bahn am hell­lich­ten Tag.

Trotz al­ler ge­zo­ge­nen Spuk­haus-Re­gis­ter kommt kei­ner­lei Span­nung oder gar Hor­ror auf. Mi­se­ra­bles Ti­ming sorgt da­für, dass so gut wie je­der Gag ver­pufft. Na schön, der Film ist für ein jun­ges Pu­bli­kum ge­macht. Aber selbst 10-Jäh­ri­ge dürf­ten sich bei dem un­ter an­de­rem von Bur­ger King sehr sicht­bar ge­spon­ser­ten Geis­ter­quatsch zu To­de lang­wei­len.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Haun­ted Man­si­on“
USA 2023
123 min
Re­gie Jus­tin Si­mi­en

al­le Bil­der © Walt Dis­ney Stu­di­os Mo­ti­on Pic­tures Ger­ma­ny

HALLOWEEN ENDS

Kinostart 13. Oktober 2022

Zeit heilt al­le Wun­den und wenn Du nicht dar­über spre­chen willst, dann zün­de ei­nen Kür­bis an oder schreib ein Buch. Ge­sagt, ge­tan. Die ewi­ge Scream­queen Lau­rie (Ja­mie Lee Cur­tis) ver­ar­bei­tet ih­re fast 45 Jah­re wäh­ren­de Ge­schich­te mit Mi­cha­el My­ers in selbst­ge­tipp­ten Me­moi­ren, Best­sel­ler ga­ran­tiert. Vier Jah­re nach den Er­eig­nis­sen von „Hal­lo­ween Kills“ scheint der mas­kier­te Se­ri­en­kil­ler spur­los ver­schwun­den zu sein. Doch als der jun­ge Ba­by­sit­ter Corey ver­se­hent­lich ei­nen klei­nen (und aus­ge­spro­chen ner­vi­gen) Jun­gen tö­tet (Es war ein UN­FALL, eu­er Eh­ren!), zeigt das Städt­chen Had­don­field sei­ne häss­li­che Frat­ze. Corey wird trotz Frei­spruchs ge­mobbt, wo er geht und steht. Was all das mit Mi­cha­el My­ers zu tun hat? Be­rech­tig­te Fra­ge, denn es dau­ert ei­ne gan­ze Wei­le, bis der in die Hand­lung zu­rück­fin­det und wie­der das Met­zel­mes­ser schwin­gen darf.

Was man dem Film an­rech­nen muss: Trotz un­zäh­li­ger Per­si­fla­gen und Ko­pien in den letz­ten Jahr­zehn­ten ist „Hal­lo­ween Ends“ ein über­ra­schend gut funk­tio­nie­ren­des, ef­fekt­vol­les Stück Hor­ror­ki­no ge­wor­den. Als tra­shi­ger Slas­her­film hat er al­le Zu­ta­ten, die man von die­sem Gen­re er­war­ten darf: aus­rei­chend Schock­mo­men­te, ein biss­chen selbst­iro­ni­schen Hu­mor, nost­al­gi­sche Flash­backs auf die An­fän­ge der Hal­lo­ween-Sa­ga und viel, viel Blut. Auch wenn sich die Ge­schich­te vor al­lem in der ers­ten Hälf­te weit vom klas­si­schen Hal­lo­ween-Fran­chise ent­fernt und sich da­bei groß­zü­gig bei al­ler­lei an­de­ren Hor­ror­klas­si­kern be­dient, ist es doch er­fri­schend, mal ei­ner ori­gi­nel­len Hand­lung zu fol­gen, die mehr als das ty­pi­sche Ab­ar­bei­ten des „Zehn klei­ne Jägermeister“-Klischees zu bie­ten hat.

Am En­de (SPOI­LER!) ist Mi­cha­el My­ers dann aber wirk­lich und end­gül­tig tot. Oder?

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Hal­lo­ween Ends“
USA 2022
111 min
Re­gie Da­vid Gor­don Green

al­le Bil­der © Uni­ver­sal Pic­tures In­ter­na­tio­nal Ger­ma­ny

HALLOWEEN KILLS

HALLOWEEN KILLS

Ma­lus. Pei­us. Pes­si­mus.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Hal­lo­ween Kills“
USA 2021
105 min
Re­gie Da­vid Gor­don Green
Ki­no­start 21. Ok­to­ber 2021

al­le Bil­der © Uni­ver­sal Pic­tures In­ter­na­tio­nal Ger­ma­ny

Halloween

⭐️⭐️

SPOI­LER ALERT: Mi­cha­el My­ers er­mor­det auch in die­ser Fort­set­zung vie­le Men­schen. Wie schon im Ori­gi­nal ist Scream-Queen Ja­mie Lee Cur­tis mit da­bei. Dies­mal als „badass“-Großmutter, die den Se­ri­en­kil­ler end­lich zur Stre­cke brin­gen will. Da­bei ste­hen ihr Toch­ter und En­kel­toch­ter zur Sei­te, so­zu­sa­gen als ein weib­li­ches 3‑­Ge­ne­ra­tio­nen-Kil­ler­kom­man­do.

MACHART

Zu­recht be­män­gelt ein jun­ger Mann im Lau­fe des Films, dass „die Mor­de von Mi­cha­el My­ers heu­te kei­ne gro­ße Sa­che mehr sind“. Lei­der wahr. In Zei­ten wie die­sen braucht es schon schwe­re­re Ge­schüt­ze, um die ab­ge­stumpf­te Mas­se zu scho­cken. Und so tut sich auch die­se Fort­set­zung des Slas­her-Klas­si­kers et­was schwer, den nö­ti­gen Thrill zu er­zeu­gen. Zu oft ist mitt­ler­wei­le das Ori­gi­nal von 1978 ko­piert und per­si­fliert wor­den (u.a. Scream).
Im­mer­hin hat der Film ei­ne glaub­wür­di­ge Haupt­dar­stel­le­rin, die mit häss­li­cher Bril­le und strup­pi­gem Grau­haar mu­tig zu ih­rem Al­ter steht. Bei­na­he un­ge­schminkt, fast schon in Fran­ces McDormand'scher Art, ver­leiht Ja­mie Lee Cur­tis der Rol­le die nö­ti­ge Ernst­haf­tig­keit. So hat „Hal­lo­ween“ 2018 dem Gen­re zwar nichts grund­sätz­lich Neu­es hin­zu­zu­fü­gen, nimmt aber we­nigs­tens sei­ne Fi­gu­ren ernst und schafft so die nö­ti­ge Fall­hö­he, um ein paar net­te Schock­mo­men­te und ein biss­chen Span­nung zu er­zeu­gen.

FAZIT

Nicht viel Neu­es aus Had­don­field. Geht als Re­tro­film in Ord­nung.

USA, 2018
Re­gie Da­vid Gor­don Green
109 min
Ki­no­start 25. Ok­to­ber 2018