RIMINI

Kinostart 06. Oktober 2022

Wer­ner Böhm und Rex Gil­do kön­nen da­von kein Lied mehr sin­gen: Wenn sich Schla­ger­stars nicht ge­ra­de durch über­mä­ßi­gen Al­ko­hol­kon­sum zu­grun­de rich­ten oder aus dem Ba­de­zim­mer­fens­ter sprin­gen, dann en­den sie ent­we­der im Mö­bel­markt oder am Bal­ler­mann. Nicht viel bes­ser ist das Schick­sal von Ri­chie Bra­vo, der muss sein Geld als Sän­ger in Ri­mi­ni ver­die­nen.

Die bes­ten Jah­re lie­gen schon lan­ge hin­ter ihm, das Ja­ckett passt nur noch mit Mie­der und sein Re­per­toire gibt er mitt­ler­wei­le in Ho­tel­hal­len zum Bes­ten. Doch Ri­chie weiß, was Fans (und Frau­en) wün­schen: viel öli­gen Charme und reich­lich kör­per­li­che Zu­wen­dung. So könn­te das noch ewig wei­ter­ge­hen. Doch ei­nes Ta­ges steht sei­ne er­wach­se­ne Toch­ter vor ihm und ver­langt Geld, denn Pa­pa hat sich seit 18 Jah­ren nicht ge­mel­det, ge­schwei­ge denn Un­ter­halt ge­zahlt.

Was ist der Su­per­la­tiv von de­pri­mie­rend? Ri­mi­ni im Win­ter. Ei­ne Stim­mung, die der ös­ter­rei­chi­sche Film von Ul­rich Seidl per­fekt ein­fängt. Trau­ri­ger Ort, trau­ri­ger Typ: Ri­chie Bra­vo ist ein Wrack, er säuft und raucht Ket­te. Be­mit­lei­dens­wer­te Auf­trit­te vor grei­sem Pu­bli­kum wech­seln sich mit we­nig er­bau­li­chen Sex­sze­nen ab, in de­nen Ri­chie äl­te­re Da­men be­glückt: Fan­ser­vice der be­son­de­ren Art. Da­ne­ben er­zählt "Ri­mi­ni" die wie ein Fremd­kör­per wir­ken­de Ne­ben­ge­schich­te von Ri­chies de­men­tem Va­ter, der in ei­nem Pfle­ge­heim da­hin­ve­ge­tiert und al­te Na­zi­lie­der singt. Dank gran­dio­sem Haupt­dar­stel­ler tra­gisch und lus­tig zu­gleich.

INFOS ZUM FILM

Ös­ter­reich / Frank­reich / Deutsch­land 2022
114 min
Re­gie Ul­rich Seidl

al­le Bil­der © Neue Vi­sio­nen Film­ver­leih