Das Feel-Bad-Mo­vie of the Year kommt die­ses Jahr von Schau­spie­le­rin und Re­gis­seu­rin Ju­lie Del­py.

Die Fran­zö­sin Isa­bel­le (Ju­lie Del­py) ar­bei­tet als Ge­ne­ti­ke­rin in Ber­lin, ir­gend­wann in na­her Zu­kunft. Von ih­rem Ex-Mann Ja­mes lebt sie in herz­li­cher Ab­nei­gung ge­trennt. Die meis­te Zeit strei­ten sich die bei­den um das Sor­ge­recht für ih­re Toch­ter Zoe. Ei­nes Ta­ges ge­schieht die Ka­ta­stro­phe: das Mäd­chen ver­letzt sich am Kopf, fällt ins Ko­ma, stirbt. Isa­bel­le bit­tet ei­nen Re­pro­duk­ti­ons­me­di­zi­ner um Hil­fe. Ei­ne fol­gen­schwe­re Ent­schei­dung.

Klo­nen mal ganz an­ders. Kein Sci­ence-Fic­tion-Ac­tion­kra­cher a la „The Is­land“ oder „Ge­mi­ni Man“, son­dern ein stil­ler, zu­rück­hal­tend in­sze­nier­ter Art­house-Film zum The­ma. Re­gis­seu­rin Ju­lie Del­py ver­steht es, den uni­ver­sel­len Alb­traum al­ler El­tern – den Ver­lust ih­res Kin­des – glaub­haft und ein­dring­lich dar­zu­stel­len. Doch im Fort­gang der Ge­schich­te geht es ihr mehr um die Be­ant­wor­tung der ethi­schen und mo­ra­li­schen Fra­ge: Ist das Klo­nen ei­nes ge­lieb­ten Men­schen nach des­sen Tod rich­tig? Das ist zwar ein in­ter­es­san­tes Ge­dan­ken­spiel, doch die Hand­lung und das Han­deln der Fi­gu­ren wird im­mer abs­trak­ter und un­glaub­wür­di­ger, die Di­stanz des Zu­schau­ers wächst.

FAZIT

Auf­wüh­lend in der ers­ten, zu kon­stru­iert und der zwei­ten Hälf­te. Zwie­späl­tig.

Ori­gi­nal­ti­tel „My Zoe
Eng­land / Deutsch­land / Frank­reich 2019
102 min
Re­gie Ju­lie Del­py
Ki­no­start 14. No­vem­ber 2019

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