ROLE PLAY

Ab 04. Januar 2024 im Kino

Happy 2024! Fangen wir das neue Jahr mit einem kleinen Quiz an: Was haben folgende Schlagzeilen mit dem Actionfilm ROLE PLAY zu tun? „Studio Babelsberg: Eben noch Hollywood, jetzt Flaute“ – „Steht das Filmstudio Babelsberg vor dem Aus?“

Die Ant­wort: Ganz ein­fach, die Ba­bels­ber­ger ha­ben RO­LE PLAY co-pro­du­ziert und ste­hen jetzt vor der In­sol­venz. Ob das ei­ne mit dem an­de­ren zu tun hat, ist nicht er­wie­sen, aber gut mög­lich. Schon bei der Aus­wahl sei­ner letz­ten Pro­jek­te zeig­te das Stu­dio ein fei­nes Ge­spür für Kas­sen­schla­ger: BAG­HEAD, RE­TRI­BU­TI­ON und DIE LETZ­TE FAHRT DER DE­ME­TER wa­ren ech­te Rohr­kre­pie­rer.

So span­nend sind wie das War­ten auf die U‑Bahn

Vor ge­nau 30 Jah­ren kam TRUE LIES mit Ar­nold Schwar­zen­eg­ger in die Ki­nos. Für RO­LE PLAY gilt: an­de­rer Film, glei­che Ge­schich­te, glei­che Ideen­ar­mut. Em­ma (Ka­ley Cu­o­co) führt mit ih­rem Mann Da­ve (Da­vid Oye­lo­wo) ei­ne halb­wegs glück­li­che Ehe, in­klu­si­ve zwei ner­vi­ger Kin­der. Be­ruf­lich ist sie viel un­ter­wegs, an­geb­lich zu lang­wei­li­gen Se­mi­na­ren. In Wahr­heit ist sie ei­ne hoch­be­zahl­te Auf­trags­kil­le­rin, die welt­weit un­an­ge­neh­me Zeit­ge­nos­sen aus­schal­tet. Die Fa­mi­lie hat von Mut­tis Dop­pel­le­ben kei­ne Ah­nung – bis ei­nes Ta­ges … den Rest kann man sich den­ken.

Auch wenn die Un­der­co­ver-Kil­ler-Ge­schich­te noch halb­wegs in­ter­es­sant klingt – die Um­set­zung ist es nicht. Statt pa­cken­der Ac­tion gibt es end­lo­se Dia­lo­ge, die so span­nend sind wie das War­ten auf die U‑Bahn. Wenn dann doch mal was pas­siert, er­in­nert es eher an ei­ne schlech­te Kin­der­gar­ten-Auf­füh­rung als an ei­nen Ac­tion­film. Ko­mö­die? War wohl die In­ten­ti­on, ist aber eher un­frei­wil­lig ko­misch. Was den ei­gent­lich im­mer bril­lan­ten Bill Nig­hy da­zu be­wo­gen hat, hier ei­ne Ne­ben­rol­le zu über­neh­men, bleibt sein Ge­heim­nis.

TV-Re­gis­seur Tho­mas Vin­cent ver­sucht ver­zwei­felt, auf der KIL­LING EVE-Wel­le zu sur­fen, schei­tert je­doch kläg­lich. Die öde Ge­schich­te, die sich fürch­ter­lich cle­ver vor­kommt, spielt ir­gend­wann auch mal in Ber­lin – Stu­dio Ba­bels­berg sei Dank. Die ein­zi­ge Er­kennt­nis, die man am En­de ge­winnt: Die Haupt­stadt ist dre­ckig und häss­lich wie nie, es gibt Tech­no­clubs an je­der Ecke, und wenn man nur will, kann man so­gar den schlimms­ten Fei­er­abend­ver­kehr in Kreuz­berg um­fah­ren.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Ro­le Play“
USA / Deutsch­land / Frank­reich 2024
100 min
Re­gie Tho­mas Vin­cent

al­le Bil­der © STU­DIO­CA­NAL

Schreiben Sie einen Kommentar

Ih­re E‑­Mail-Adres­se wird nicht ver­öf­fent­licht. Er­for­der­li­che Fel­der sind mit * mar­kiert

JETZT ZUM NEWSLETTER ANMELDEN