FAST PERFEKTE WEIHNACHTEN

FAST PERFEKTE WEIHNACHTEN

Ab 07. Dezember 2023 im Kino

Locker-leichte französische Komödie um ein Weihnachtsfest mit Hindernissen.

Per­fek­te Tisch­de­ko, per­fek­ter Baum, per­fek­tes Fest. Weih­nach­ten ist Vin­cent Barand hei­lig. Doch die Kin­der sind er­wach­sen, ha­ben an­de­re Plä­ne oder müs­sen ar­bei­ten. Die Fei­er­ta­ge al­lei­ne mit sei­ner Frau ver­brin­gen? Aus­ge­schlos­sen. "Weih­nach­ten soll nicht ro­man­tisch sein, es ist das Fest der Fa­mi­lie." Vin­cent be­schließt, sich im ört­li­chen Al­ten­heim zwei ein­sa­me Be­woh­ne­rin­nen aus­zu­lei­hen. Doch Mo­ni­que und ih­re bes­te Freun­din, die hemds­är­me­li­ge Jean­ne, ma­chen es sich bei ih­ren Gast­ge­bern sehr schnell et­was zu ge­müt­lich. Die stil­le Nacht, hei­li­ge Nacht droht im Cha­os zu en­den.

Am stärks­ten ist die Ko­mö­die in ih­ren me­lan­cho­li­schen Mo­men­ten

FAST PER­FEK­TE WEIH­NACH­TEN ist ei­ne fran­zö­si­sche Ko­mö­die, die al­les an­de­re als per­fekt ist. Da­zu kippt die Sto­ry zu oft in Kla­mot­ti­ge. Das ist scha­de, denn in den ru­hi­ge­ren Sze­nen zeigt sich, was die her­vor­ra­gen­de Be­set­zung drauf hat. High­light des Films ist Em­ma­nu­el­le De­vos als Ehe­frau Bea­tri­ce, der Chris­ti Ge­burt herz­lich egal ist und die ger­ne auf die ner­vi­ge Ge­sell­schaft der Se­nio­rin­nen ver­zich­ten wür­de. Franck Du­bosc spielt den pe­ni­blen Weih­nachts­en­thu­si­as­ten an­ge­nehm zu­rück­ge­nom­men, sein Vin­cent wird nie zur Ka­ri­ka­tur. Die Se­nio­rin­nen Da­niè­le Le­brun und Da­ni­elle Fich­aud sind okay, wer­den aber vom Dreh­buch ge­zwun­gen, vie­le al­ber­ne Din­ge tun. Be­son­ders am En­de soll es mit al­ler Ge­walt zu Her­zen ge­hen, doch das wirkt dann kom­plett über­trie­ben und un­glaub­wür­dig.

"Frü­her war mehr La­met­ta!" – Weih­nach­ten be­deu­tet für rund 14 Pro­zent der Deut­schen pu­ren Stress. Da kann ein biss­chen La­chen be­stimmt nicht scha­den. Am stärks­ten ist die Ko­mö­die al­ler­dings in ih­ren me­lan­cho­li­schen Mo­men­ten, die Re­gis­seur Clé­ment Mi­chel oh­ne Kitsch in­sze­niert. FAST PER­FEK­TE WEIH­NACH­TEN schaut sich gut weg, hin­ter­lässt aber kei­nen blei­ben­den Ein­druck.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „No­ël Joyeux“
Frank­reich 2023
97 min
Re­gie Clé­ment Mi­chel

al­le Bil­der © Sple­ndid Film

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PARFUM DES LEBENS

PARFUM DES LEBENS

Ge­rü­che kön­nen bei uns Men­schen stär­ke­re Er­in­ne­run­gen aus­lö­sen, als es ein Fo­to oder ei­ne Er­zäh­lung ver­mö­gen. Die Na­se: das un­ter­schätz­te Sin­nes­or­gan. Da­von kön­nen Long-Co­vid-Pa­ti­en­ten ein Lied sin­gen. 

Vor über zehn Jah­ren fand in Genf ei­ne Ver­an­stal­tung statt, die un­ter dem Mot­to „Dé­but du prin­temps“, al­so „Früh­lings­an­fang“ stand. Um die Gäs­te ent­spre­chend ein­zu­stim­men, soll­te ei­ne Ge­ruchs­exper­tin die zahl­rei­chen Zu­schau­er in ei­ne gra­si­ge Duft­wol­ke ein­hül­len. Was sei­ner­zeit we­gen zu star­ker Kli­ma­an­la­gen nur be­dingt funk­tio­nier­te, ist mitt­ler­wei­le Stan­dard in al­len Be­rei­chen un­se­res täg­li­chen Le­bens. Vom Deo­rol­ler über Kat­zen­streu bis hin zu gan­zen Ge­bäu­den – al­les hat sei­ne in­di­vi­du­ell an­ge­pass­te olfak­to­ri­sche Mar­ke. Ein Ne­ga­tiv­bei­spiel ist die Mo­de­ket­te „Aber­crom­bie and Fitch“, die mit ih­rem pe­ne­tran­ten Bil­lig­ge­ruch höchs­tens Kopf­schmer­zen aus­löst.

Und ge­nau dar­um geht es in "Par­fum des Le­bens" – An­ne war mal ei­ne Ko­ry­phäe auf ih­rem Ge­biet: Par­fum­krea­tio­nen für Di­or mach­ten Sie zu ei­nem Star in der Welt der künst­lich er­zeug­ten Düf­te. Doch mit dem Er­folg setz­te der Stress ein. An­ne ver­lor vor­über­ge­hend ih­ren Ge­ruchs­sinn, wur­de da­nach nur noch für gewinn‑, aber we­nig pres­ti­ge­träch­ti­ge Jobs in der schnö­den Welt der All­tags­pro­duk­te ge­bucht.

Auf­tritt Guil­laume: Der ge­schie­de­ne Va­ter kämpft um das Sor­ge­recht für sei­ne zehn­jäh­ri­ge Toch­ter. In sei­nem neu­en Job als Chauf­feur trifft er auf An­ne, zu­nächst ganz ge­fühls­kal­te Eu­le. Das un­glei­che Paar ent­deckt je­doch nach und nach Ge­mein­sam­kei­ten. So kom­men sich die bei­den im Lau­fe der Ge­schich­te zwar nicht ro­man­tisch nä­her, fin­den aber We­ge, sich ein biss­chen glück­li­cher zu ma­chen und aus ih­rem ein­ge­fah­re­nen Da­sein zu ret­ten.

Mut zum Kitsch in der Spra­che: „Par­fum des Le­bens“ öff­net sich lang­sam wie ei­ne auf­ge­hen­de Blü­te. Nach und nach, La­ge um La­ge wer­den die Schwä­chen und ver­steck­ten Ta­len­te der Fi­gu­ren frei­ge­legt. Und da­bei wird noch In­ter­es­san­tes über die pro­fes­sio­nel­le Welt der Düf­te ver­mit­telt: Wer hät­te ge­dacht, dass erst ein Hauch von Müll­ge­ruch Cha­nel No. 5 zu ei­nem Par­fum­klas­si­ker macht?

Viel­leicht hat der mo­na­te­lan­ge Ki­no­ent­zug das Hirn ver­ne­belt, und wahr­schein­lich wird es die deut­sche Syn­chro­ni­sa­ti­on wie­der zu­nich­te­ma­chen – aber „Par­fum des Le­bens“ ist (we­nigs­tens in der Ori­gi­nal­ver­si­on) ein ganz ent­zü­cken­der, be­glü­cken­der Film.

FAZIT

Schön, me­lan­cho­lisch und mit lei­sem Hu­mor er­zählt. Très char­mant!

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Les Par­fums“
Frank­reich 2019
100 min
Re­gie Gré­go­ry Ma­gne
Ki­no­start 19. Au­gust 2021

al­le Bil­der © Hap­py En­ter­tain­ment