Die Unfassbaren 3: Now you see me

DIE UNFASSBAREN 3

Die Unfassbaren 3: Now you see me

DIE UNFASSBAREN 3

Das große Labern

Ab 13. November 2025 im Kino

Hex, hex – die vier Reiter sind zurück. Oder waren es fünf? Egal. Im dritten Teil des Now You See Me-Franchise haben sie sich jedenfalls verdoppelt. Eine neue Generation mischt mit – irgendwie muss die Serie ja weitergehen, falls die Originalspieler – Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco & Co. – keine Lust mehr auf Fortsetzungen haben.

Die Unfassbaren 3: Now you see me

Der größte Trick der „Unfassbaren“ besteht darin, dass sie nun schon zum dritten Mal denselben Film gemacht haben – und damit wohl wieder Erfolg haben werden. Diesmal geht es, irgendwo zwischen digital aufgemotzten Zaubereien, um eine verbrecherische Diamantendynastie (wie immer sehenswert: Rosamund Pike als skrupellose Antagonistin Vanderberg), die ihr blutiges Geld mit Waffenhändlern und anderem Gesocks reinwäscht. Aber wen interessiert schon die Handlung, wenn man Zaubertricks sehen will?

Die Unfassbaren 3: Now you see me

Und genau da beginnen die Probleme. Denn die immergleichen Spiegel- und Kartentricks, die „Schwupps, ich bin verschwunden!“-Momente, haben sich längst erschöpft. Was bleibt, ist viel Gerede. Und, meine Güte, wird hier geredet! Es wird nonstop erklärt, zusammengefasst, gelabert. Dazu dröhnt der aufdringliche Soundtrack von Brian Tyler, der jeden noch so unbedeutenden Moment pathetisch aufbläst. Ein-, zweimal mag das funktionieren. Beim neunundneunzigsten Mal ist es schlicht albern.

Die Unfassbaren 3: Now you see me

Auf Sat.1 lief einmal eine Dokuserie namens Die Tricks der größten Zauberer – dort wurde erklärt, warum die schwebende Jungfrau gar nicht fliegt und beim Zersägen kein echtes Blut fließt. Das war schon damals nur mäßig interessant. Genau dieses Prinzip macht sich DIE UNFASSBAREN 3 zunutze – sobald der Zuschauer noch denkt: „Wie haben sie das nur gemacht?“, kommt schon die Erklärung hinterher. Nur dass hier nicht mal mit echten Tricks gearbeitet wird, sondern mit CGI. Und wenn Hollywoods digitale Magier ans Werk gehen, ist schlicht alles möglich – und damit nichts mehr erstaunlich.

Die Unfassbaren 3: Now you see me

Natürlich ist nicht alles schlecht: So gibt es zum Beispiel eine sehr hübsche Szene, in der alle mal zeigen dürfen, was sie draufhaben. Dass dieser „Wer hat den Längsten?“-Wettstreit in einem Haus stattfindet, dessen Räume teils auf dem Kopf stehen, teils verzerrte Perspektiven haben, erhöht den Spaß zusätzlich. Fans der ersten beiden Teile werden auch diesen mögen – und wahrscheinlich den vierten gleich mit. Denn der wird kommen. Garantiert.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Now You See Me: Now You Don’t“
USA 2025
106 min
Regie Ruben Fleischer

Die Unfassbaren 3: Now you see me

alle Bilder © LEONINE STUDIOS

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Predator: Badlands

PREDATOR: BADLANDS

Predator: Badlands

PREDATOR: BADLANDS

Wenn der Jäger plötzlich Herz zeigt

Ab 06. November 2025 im Kino

Predator-Fans – und es soll sie wirklich geben – müssen jetzt stark sein. PREDATOR: BADLANDS ist kein weiterer Aufguss der vertrauten Muskel-Monster-Horror-Serie. Regisseur Dan Trachtenberg wagt etwas, das man im Kino-Universum dieser außerirdischen Großwildjäger nicht unbedingt erwartet hätte: Er verpasst ihnen so etwas wie Gefühle.

Im Zentrum steht diesmal kein schwitzender Elite-Soldat, sondern der Predator selbst. Ein junger Krieger (Dimitrius Koloamatangi), vom eigenen Clan verstoßen, reist auf einen unwirtlichen Planeten – halb Dschungel, halb Wüste –, um dort den ultimativen Feind zu töten. Bald trifft er auf Thia (Elle Fanning), eine Roboterfrau ohne Unterleib, aber mit viel Persönlichkeit.

Predator: Badlands

So weit, so pulpig. Doch Trachtenberg interessiert sich weniger für den nächsten blutigen Schädel-Trophäen-Moment, sondern für die Umkehrung des Mythos. Was, wenn der Predator selbst ein Außenseiter ist – ein verletzlicher Antiheld im Latexpanzer? Das Ergebnis ist eine Art intergalaktisches Buddy-Movie mit – Huch! –  Humor.

Predator: Badlands

Optisch ist das Ganze erstaunlich feist: Sandstürme, Biolumineszenz, Monster mit Textur und Gewicht – man spürt das Budget in jeder Einstellung. Und Trachtenberg hat tief in der Schatzkiste des modernen Science-Fiction-Kinos gewühlt: von Alien, Jurrasic World über Avatar bis Godzilla wirkt die Zitatensammlung weniger respektlos als vielmehr erfrischend.

Predator: Badlands

Dass das Franchise weitergeht, daran lässt der unvermeidliche Cliffhanger am Ende keinen Zweifel. Aber selten war ein Predator-Film so wenig am zynischen Abschlachten interessiert – und so sehr am (beinahe familienfreundlichen) Abenteuer. Es gab, man darf es ruhig sagen, schon sehr viel schlechtere Beiträge in diesem Universum.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Predator: Badlands“
USA 2025
106 min
Regie Dan Trachtenberg

Predator: Badlands

alle Bilder © The Walt Disney Company

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Conjuring 4: Das letzte Kapitel

CONJURING 4: DAS LETZTE KAPITEL

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

CONJURING 4: DAS LETZTE KAPITEL

Der mittlerweile neunte Teil der „Conjuring“-Reihe bietet angenehmen Nostalgie-Grusel.

Ab 04. September 2025 im Kino

Vor zwölf Jahren revolutionierte ein vergleichsweise kleiner Film aus Amerika das Horrorgenre. Der auf angeblich „wahren“ Begebenheiten basierende Conjuring wurde zur Blaupause für nahezu alle Spuk- und Exorzismusfilme der folgenden Jahre – ein Effekt, den zuvor nur Der Exorzist Anfang der 1970er-Jahre ausgelöst hatte.

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

Das Conjuring-Universum (ja, so etwas gibt es) wächst immer weiter. Das Franchise rund um Geister, besessene Puppen und böse Nonnen hat inzwischen so viele Prequels, Spin-offs und Sequels, dass es mitunter schwer fällt, den Überblick zu behalten.

Der Titel verrät es: Die Ur-Story geht mit „Das letzte Kapitel“ zu Ende – zumindest vorläufig. Wer weiß, ob nicht bald eine „Next Generation“ auf Geisterjagd geht. Nach dem schwächeren dritten Teil schlüpfen erneut Vera Farmiga (wie immer großartig) und Patrick Wilson in die Rollen der paranormalen Ermittler Ed und Lorraine Warren.

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

Im Jahr 1986 wird die Smurl-Familie von einem Dämon heimgesucht, der sich in einem Spiegel verbirgt. Gespoilert wird hier nichts, doch das Drehbuch versteht es, den neuen Fall geschickt mit dem Schicksal der Warrens zu verknüpfen. Anstatt hastig von einem Jumpscare zum nächsten zu hetzen, nimmt sich der Film wohltuend viel Zeit und drückt zuverlässig die richtigen emotionalen Knöpfe. Vor allem ein Publikum, das sich am digitalen Effektgewitter moderner Horrorproduktionen müde gesehen hat, dürfte an diesem fast altmodisch anmutenden Geisterfilm Gefallen finden.

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

Und wie gruselig ist das Ganze nun? Nicht übermäßig. Das liegt weniger an handwerklichen Schwächen als vielmehr am allzu vertrauten Schema solcher Filme. Es ist ein wenig wie die hundertste Fahrt mit der Geisterbahn: nicht mehr so erschreckend wie beim ersten Mal, aber immer noch gut für eine wohlige Gänsehaut.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „The Conjuring: Last Rites“
USA 2025
135 min
Regie Michael Chaves

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

alle Bilder © Warner Bros. Pictures

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Mission: Impossible - The Final Reckoning

MISSION: IMPOSSIBLE – THE FINAL RECKONING

Mission: Impossible - The Final Reckoning

MISSION: IMPOSSIBLE – THE FINAL RECKONING

Kurz mal auf den Kalender geschaut: Mitte Mai. Nein, mehr Action wird dieses Jahr wahrscheinlich nicht in die Kinos kommen.

Ab 21. Mai 2025 im Kino

Millennials, zur Seite – hier kommt ein bald 63-Jähriger, um mal wieder die Welt zu retten: Tom Cruise setzt mit jeder Fortsetzung der Mission-Impossible-Serie einen drauf: noch größer, gefährlicher, teurer, irrwitziger. Jedoch.

Das große Labern.

Wie im wahren Leben ist alles eine Frage der Gewichtung – das gilt auch für Actionfilme. Es braucht genug Handlung, um Spannung zu erzeugen. Sorgt man sich nicht um die Figuren, ist es egal, ob sie leben oder sterben. Auf der anderen Seite müssen die Actionszenen so packend sein, dass man die oft unplausible Handlung akzeptiert oder vergisst. Ohne Balance funktioniert es nicht. Der wahrscheinlich, eventuell, vielleicht letzte Teil der Mission: Impossible-Reihe enttäuscht zumindest in Sachen Action nicht. Vor allem zwei nervenzerreißende Szenen an Bord eines U-Boots und auf einem Doppeldecker haben es in sich.

Mission: Impossible - The Final Reckoning

Und würde man THE FINAL RECKONING um mindestens eine Stunde und gefühlt dreißig Erklärungen kürzen, wäre es ein richtig guter (letzter) Beitrag zum seit 1996 laufenden Franchise geworden. Doch zwischen den beeindruckenden Tom-klettert-hängt-rennt-kämpft-Szenen herrscht das große Labern. Scheinbar wollte Regisseur und Drehbuchautor Christopher McQuarrie alle – aber auch wirklich alle – losen Enden aus den sieben bisherigen Geschichten zusammenführen. Dazu zeigt er reichlich Flashbacks aus den vorherigen Filmen – vor allem in der ersten Stunde fühlt sich THE FINAL RECKONING wie eine Best-of-Compilation an. Man wartet und wartet, bis es endlich losgeht – und wird dabei immer verwirrter.

Mission: Impossible - The Final Reckoning

Kein Präsident, Sporttrainer oder General, der seiner Mannschaft vor dem entscheidenden Kampf nicht noch ein paar aufbauende Worte mit auf den Weg gibt. In M:I THE FINAL RECKONING gibt es so viele Motivationsreden, dass sich das Zählen nicht lohnt. In praktisch jedem Dialog geht es um alles: wir zusammen, together, friendship, trust – Pathos-Overload. Dazu inszeniert sich Tom Cruise zwar nicht zum ersten Mal als Weltenretter, doch diesmal stilisiert er sich zu einem Messias, in dessen Händen buchstäblich das Schicksal der Menschheit liegt. Jetzt und in alle Ewigkeit. Ein Schelm, wer dabei an Ron L. Hubbards Lehren denkt.

Mission: Impossible - The Final Reckoning

Teil 6 „M:I – Fallout“ bleibt der beste Film der Serie. Auserzählt ist das Genre trotzdem nicht – virtuose Action mit cleveren Technik-Gadgets macht immer Spaß. James Bond kann davon seit über 60 Jahren ein Lied singen. Bei Mission: Impossible ist es allerdings Zeit für einen Generationswechsel. Denn auch am scheinbar alterslosen Tom sind die Jahre nicht spurlos vorbeigegangen. Ganz so katzenhaft geschmeidig wie früher sieht das inzwischen nicht mehr aus. Was ja irgendwie auch beruhigend ist.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Mission: Impossible – The Final Reckoning“
USA 2025
169 min
Regie Christopher McQuarrie

Mission: Impossible - The Final Reckoning

alle Bilder © Sony Pictures Entertainment Deutschland

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MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS

MISSION: IMPOSSIBLE – DEAD RECKONING TEIL EINS

Ab 13. Juli 2023 im Kino

Mission accepted: Tom Cruise rettet nach TOP GUN: MAVERICK erneut das Sommerkino.

Kein Spoiler: Ethan Hunt und sein Team müssen die Welt retten. Mal wieder. Tagesaktuell wie selten ist die Bedrohung im siebten Teil der Franchise-Reihe eine Art Super-ChatGPT. Die artifizielle Intelligenz will (was sonst?) die Weltherrschaft übernehmen. Da blinkende Computerdisplays nicht besonders furchteinflößend sind und auf Dauer keinen allzu hohen Unterhaltungswert haben, gibt es natürlich auch Bösewichter aus Fleisch und Blut.

Traue nichts und niemandem

Seit Christopher McQuarrie im fünften Teil die Regie übernommen hat, lieben Fans die Mission: Impossible-Filme besonders wegen ihrer real gedrehten Stuntszenen. Tom Cruise geht dabei keiner Gefahr aus dem Weg, lässt sich an startende Flugzeuge schnallen, stellt neue Tauchrekorde auf oder klettert wie Spiderman am Burj Khalifa über die Glasfassade. Ganz ohne Trickserei. Das hebt die Filme wohltuend von den oft faden CGI-Schlachten der Marvel- und DC-Produktionen ab.

Wie bei Bond sollte man allerdings keine tiefschürfende Handlung erwarten. DEAD RECKONING ist eine Non-Stop-Hetze nach einem MacGuffin rund um die Erde. Die perfekt choreografierten Verfolgungsjagden, Schießereien und Stunts sind gewohnt atemberaubend. Weil das alleine keinen zweiteiligen Kinofilm rechtfertigt, gibt es dazwischen etwas langatmige Dialoge, in denen wieder und wieder der Plot erklärt wird. Wer am Ende der 164 Minuten immer noch nicht kapiert hat, dass ein blinkender Schlüssel über Wohl und Wehe der Menschheit entscheidet, leidet wohl an ADHS.

Seit dem Bild vom Papst im Daunenmantel gilt: Traue nichts und niemandem. Auch den Meistern der Täuschung vom IMF-Team fallen ihre eigenen Tricks vor die Füße. Da die lernfähige AI digitales Bildmaterial und sogar Stimmen über Funk manipulieren kann, muss auf altmodische Technik zurückgegriffen werden. Eine besonders hübsche Szene zeigt die Konsequenzen des digitalen Super-GAUs: Da sitzen Hundertschaften von Regierungsangestellten an altmodischen Schreibmaschinen und tippen die staatlichen Topsecret-Unterlagen ab. Sicher ist sicher. Wie es ausgeht und ob Tom wirklich die Menschheit vor dem Untergang bewahren kann, erfahren wir erst im nächsten Jahr – dann startet DEAD RECKONING TEIL 2.

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Originaltitel „Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One“
USA 2023
164 min
Regie Christopher McQuarrie

alle Bilder © Paramount Pictures Germany

FAST & FURIOUS 10

FAST & FURIOUS 10

Ab 17. Mai 2023 im Kino

Diese Hände können sehen! Medium Madame Bauer weissagt die Kritik zum neuen FAST & FURIOUS

So was kennt man sonst nur von Til Schweiger: Ein neuer FAST & FURIOUS startet am Mittwoch in den Kinos, die Pressevorführung findet aber erst Dienstag Abend um 21 Uhr statt. Das kann nur zweierlei bedeuten: Entweder ist der Film so schlecht wie MANTA MANTA, ZWOTER TEIL. Oder noch schlechter.

Physikalische Grenzen sind im Hot oder Schrottversum schon lange aufgehoben

Neben Vin Diesel gibt es ein Wiedersehen mit Michelle Rodriguez, Charlize Theron, Tyrese Gibson und Helen Mirren. Neu dabei sind der einzig wahre Milleniumwolf Jason Momoa, sowie Oscar-Preisträgerin und Captain Marvel persönlich: Brie Larson. Höchstwahrscheinlich werden sich auch diesmal die Verfolgungsjagden von Szene zu Szene ins immer Groteskere steigern, physikalische Grenzen sind im Hot oder Schrottversum schon lange aufgehoben (zur Erinnerung: in Teil 9 fliegt ein Auto inklusive Fahrer und Beifahrer durchs Weltall). 

Aber ist es seriös, eine Kritik nur aufgrund von Presseheft und Vermutungen zu schreiben? Nein. Sich aber für einen Text zum zehnten Teil eines bis auf den letzten Tropfen Sprit ausgelutschten Franchise die Nacht um die Ohren zu schlagen, ist auch keine Option. Wir haben deshalb Medium Madame Bauer von Astro-TV befragt und sie gebeten, uns eine möglichst präzise Analyse des Actionblockbusters zu weissagen: „Ich sehe Zündschlüssel, Kupplung, ein Gaspedal und Reifen. FAST & FURIOUS 10 handelt vielleicht von schnell fahrenden Autos. (Mischt mit flinker Hand die Karten) Ein Mann mit vielen Haaren sinnt auf Rache oder will die Weltherrschaft an sich reißen. Oder beides. Ein anderer Mann ohne Haare – er heißt Don oder Dom – spricht viel von seiner Familie, kann aber dabei seine Gesichtsmuskeln nicht bewegen. Das Ganze dauert sehr lange, wahrscheinlich 141 Minuten. Schon bald wird es eine Fortsetzung geben …“  – soweit Madame Bauer.

23:15 Uhr, nach dem Screening. Hier kommt die ungebremste Wahrheit in einem Satz: FAST & FURIOUS 10 ist eine zarte, fast introvertierte Reflexion über geschlechtsbezogene Verhaltensweisen von Mann und Frau im heutigen Straßenverkehr.

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Originaltitel „Fast X“
USA 2023
141 min
Regie Louis Leterrier

alle Bilder © Universal Pictures International Germany

SCREAM VI

SCREAM VI

Kinostart 09. März 2023

Ein Klassiker! Also nicht SCREAM VI, aber der Versuch, einer bis zum letzten Blutstropfen auserzählten Geschichte mit einem Locationwechsel, neues Leben einzuhauchen. Diesmal verbreitet Ghostface sein Unwesen nicht im beschaulichen Woodsboro, sondern in der Stadt, wo Udo Jürgens noch niemals war. Schade nur, dass das New Yorker Setting im Grunde keine Rolle spielt. Das redundante Abschlachten könnte ebenso gut in Frankfurt (Oder) stattfinden.

SCREAM ist ein Spiel mit Metaebene

Die fiktiven Charaktere des Horrorfilms SCREAM schauen in ihrer Freizeit STAB-Horrorfilme und machen sich über das Verhalten der darin agierenden Figuren lustig. Warum rennt die doofe Blondine in den ersten Stock? Warum geht sie ans Telefon? Warum macht sie die Tür auf? Klar, dass die Scream-Charaktere früher oder später selbst in ähnlich ausweglose Situationen geraten. Dazwischen wird über Sequels und Requels, sowie (Achtung: Ironie) über das eigene Franchise gefachsimpelt. Das ganze Spiel mit Metaebenen soll clever sein, ist  es aber schon lange nicht mehr.

SCREAM VI setzt die Geschichte um die vier Überlebenden des letzten Teils fort. Nachdem David Arquette das Zeitliche segnen musste und Neve Campbelle entweder keine Lust hatte oder auf ihr großes Comeback in SCREAM 7 wartet, ist diesmal von der Originalbesetzung nur Courteney Cox dabei, deren Gesicht mittlerweile fast so fratzenhaft wie das des Serienkillers aussieht.

Es gibt ein paar Schockmomente,  reichlich Blut und auf doofe Art unterhaltsam ist das Ganze irgendwie auch. Weshalb sich die Geschichte aber auf über zwei Stunden strecken muss? Zumal der geschulte Zuschauer relativ bald ahnt, wer diesmal der, die, das Böse ist. Das größte Rätsel bleibt bis zum Ende ungelöst: Warum können Figuren, denen gerade minutenlang riesige Fleischermesser in den Bauch gestoßen wurden, schon kurz darauf mit frischer Frisur und Verband putzmunter in die Geschichte zurückkehren? Vielleicht ist ja wirklich alles nur meta – ein Film im Film im Film…

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Originaltitel „Scream VI“
USA 2022
125
Regie Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett

alle Bilder © Paramount Pictures Germany

LIGHTYEAR

Kinostart 16. Juni 2022

Dass wir in düsteren Zeiten leben, zeigt folgende Meldung: In Saudi-Arabien wird „Lightyear“ verboten, weil er einen Kuss zwischen zwei Frauen zeigt. Herr im Himmel!

Jetzt wird’s kompliziert: „Lightyear“ ist weder Prequel oder Sequel, sondern ein Film im Film. In „Toy Story“ besitzt der Junge Andy ein Spielzeug namens Buzz Lightyear. Diese Actionfigur basiert auf dem Kinofilm „Lightyear“, der in der fiktiven Toy-Story-Welt ein Kassenschlager war. Franchise auf Metaebene sozusagen.

Man muss das alles nicht verstehen und auch die Pixar-Trilogie muss man nicht kennen, um an „Lightyear“ großen Spaß zu haben. Für Nerds gibt es unzählige Zitate und Querverweise auf beinahe alle Science-Fiction-Klassiker der Filmgeschichte, von Alien über Kampfstern Galactica, bis zu 2001, Star Wars und Trek. Doch auch ohne Hintergrundwissen bietet die Geschichte vom zeitreisenden Space Ranger und seiner Trümmertruppe den Zuschauern jede Menge Spannung, Herz und Humor.
Kein neuer Pixar-Klassiker, aber sehr gut gemachte Unterhaltung. Diese Woche der mit Abstand empfehlenswerteste Filmstart.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Lightyear“
USA 2022
105 min
Regie Angus MacLane

alle Bilder © Walt Disney Motion Pictures Germany

TERMINATOR: DARK FATE

„Terminator: Dark Fate“ knüpft fast nahtlos an „Terminator: Judgment Day“ und damit das weitere Schicksal Sarah Connors (Linda Hamilton, digital de-aged) in den 90er-Jahren an. Teil 3, 4 und 5 der Saga werden komplett ignoriert. Ist Regisseur Tim Miller das Unmögliche gelungen, eine würdige Fortsetzung der von Fans geliebten ersten beiden Teile der Terminator-Filme abzuliefern? 

Nein. Denn auf das interessante Intro folgt nur ein Aufguss der schon zu oft erzählten Dystopie. Wieder mal werden böse und gute Terminatoren aus der Zukunft in die Jetztzeit – diesmal nach Mexiko – geschickt. Dort sollen sie die Person, die Jahre später den Widerstand der Menschen gegen die Maschinen anführen wird, töten beziehungsweise retten. Gähn. So bekannt wie die ewig gleiche Handlung ist inzwischen das Mantra des Schöpfers der Filmserie, James Cameron: Der neue Film sei fantastisch und qualitativ endlich wieder auf dem Niveau der ersten beiden Teile. Man darf dem Mann einfach nichts mehr glauben.

#metoo: In der fünften Fortsetzung der Robocalypse von 1984 übernehmen drei starke Frauen die Führung. Neu im dauerrecycelten Kosmos sind Mackenzie Davis als Maschinenmensch und Natalia Reyes, die terminiert/gerettet werden soll. Linda Hamilton hat sich nochmal mit Geld überreden lassen, in diesem unnötigen sechsten Aufguß mitzuspielen, ebenso wie der unverzichtbare Arnold Schwarzenegger. Als graubärtiger, alt gewordener Terminator mit Gewissen (!) kümmert er sich lieber um seine Familie (!!), als Killerrobotern den Garaus zumachen.

Es gibt ein paar nette state-of-the-art Spezialeffekte zu bewundern, der neue Terminator Rev-9 (Gabriel Luna) kann sich splitten und gleichzeitig als Skelett und Hülle kämpfen, also zwei Killer zum Preis von einem,  sowie reichlich „Ägdschen“, krachende Verfolgungsjagden am Boden, durch die Luft und unter Wasser. Erstaunlich für so eine Big-Budget-Produktion: Der Film hat einen unschönen TV-Look, sieht in manchen Szenen irritierend billig aus. Die Bilder wirken künstlich, Explosionen sehen wie aus einem Computerspiel aus – vielleicht ein Zugeständnis an die Sehgewohnheiten der Zielgruppe U15.

FAZIT

Immerhin: Von den vier Fortsetzungen, die nach „T 2“ ins Kino kamen, ist „Dark Fate“ noch die gelungenste. Doch die Geschichte war schon nach dem zweiten Teil auserzählt. Nun ist es endlich Zeit, das Terminator-Franchise zu beerdigen. 

Originaltitel „Terminator: Dark Fate“
USA 2019
123 min
Regie Tim Miller
Kinostart 24. Oktober 2019