NOPE

Kinostart 11. August 2022

Schon wie­der drei Ster­ne! Lang-wei-lig!! Aber wie sonst soll Freu­de über die ers­te und zu­neh­men­der Frust über die zwei­te Hälf­te ei­nes Films be­wer­tet wer­den? Ir­gend­was zwi­schen zwei und vier? Eben.

Wor­um es geht, ver­rät be­reits der Trai­ler, der ein ein­zi­ger gro­ßer Spoi­ler ist. Kurz ge­fasst: OJ und sei­ne Schwes­ter Emer­ald be­trei­ben ei­ne Farm, auf der sie Pfer­de für Hol­ly­wood­pro­duk­tio­nen trai­nie­ren. Ei­nes Ta­ges macht OJ ei­ne be­un­ru­hi­gen­de Ent­de­ckung am Him­mel. So weit, so „Un­heim­li­che Be­geg­nung der drit­ten Art“.

„Nope“ nimmt sich viel Zeit, Span­nung auf­zu­bau­en. Un­wohl­sein und die Ah­nung, dass gleich et­was Ent­setz­li­ches pas­sie­ren wird, krie­chen den Na­cken hoch. Pro­ble­ma­tisch nur, wenn all die auf­ge­bau­te Span­nung im­mer wie­der ver­pufft.

Jor­dan Pee­le ge­hört zu den in­ter­es­san­tes­ten neu­en Re­gis­seu­ren Hol­ly­woods, droht mit sei­nem drit­ten Spiel­film aber ei­nen ähn­li­chen Weg wie der einst­mals ge­fei­er­te M. Night Shya­mal­an ein­zu­schla­gen. Pee­les Fil­me sind zwar um Län­gen coo­ler und bes­ser in­sze­niert als bei­spiels­wei­se "Old" (oder fast al­le an­de­ren Fil­me Shya­mal­ans), aber das Ein­zel­kämp­fer­tum – Dreh­buch, Pro­duk­ti­on und Re­gie aus ei­ner Hand – tut der Sa­che nicht im­mer gut. Vor al­lem der Sto­ry hät­ten noch ein biss­chen Fein­tu­ning und Straf­fung nicht ge­scha­det. Zu An­fang gibt es ei­ne be­son­ders schön schreck­li­che Sze­ne mit ei­nem Schim­pan­sen im Fern­seh­stu­dio. Die­se und ei­ne spä­te­re Rück­blen­de dar­auf sind für sich ge­nom­men scho­ckie­ren­de Sze­nen mit ech­tem Hor­ror. Im Ge­samt­film wir­ken sie aber wie ein Fremd­kör­per und ha­ben nur sehr be­dingt mit der rest­li­chen Hand­lung zu tun.

So lässt „Nope“ mit ge­misch­ten Ge­füh­len zu­rück: Lob für die ori­gi­nel­le Idee, die Be­set­zung und den tol­len IMAX-Look. Doch das teils un­aus­ge­go­re­ne Dreh­buch und das schwa­che En­de trü­ben den Spaß. Ei­ne Emp­feh­lung mit Ein­schrän­kung.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Nope“
USA 2022
130 min
Re­gie Jor­dan Pee­le

al­le Bil­der © Uni­ver­sal Pic­tures

BRIGHTBURN: SON OF DARKNESS

Was wä­re, wenn Su­per­man kein schmalz­lo­cki­ger Gut­mensch, son­dern ei­ne Aus­ge­burt der Höl­le wä­re? Das ist die ori­gi­nel­le Grund­idee des Superhelden/​Horrorfilms „Brightb­urn“.

Wie bei Fa­mi­lie Kent: Auf das Grund­stück von To­ri und Kyle Brey­er stürzt ei­nes Nachts ein UFO, in den qual­men­den Trüm­mern liegt ein un­ver­sehr­tes Ba­by. Das kin­der­lo­se Paar „ad­op­tiert“ den Jun­gen. Bis kurz vor sei­nem 13. Ge­burts­tag scheint Bran­don ein ganz nor­ma­les Kind zu sein. Doch als über Nacht die Pu­ber­tät ein­setzt, ent­wi­ckelt der Kna­be statt Stimm­bruch und Bart­flaum über­mensch­li­che Fä­hig­kei­ten. Und die nutzt er im Ge­gen­satz zu sei­nem Vet­ter vom Pla­ne­ten Kryp­ton nicht zur Ret­tung der Er­de, son­dern um mög­lichst vie­le Men­schen auf mög­lichst grau­sa­me Art zu tö­ten.

Re­gis­seur Da­vid Yaro­ve­sky stellt ge­nüss­lich al­le iko­ni­schen Su­per­man-Bil­der auf den Kopf. Statt he­ro­isch, wirkt der mit flat­tern­dem Cape am Him­mel schwe­ben­de Bran­don aus­ge­spro­chen be­droh­lich. Und das mü­he­lo­se An­he­ben ei­nes PKWs ver­setzt nicht sei­ne El­tern in Er­stau­nen, son­dern be­en­det bru­tal das Le­ben ei­nes Geg­ners – schön blut­rüns­tig und ideen­reich um­ge­setzt.

Er­staun­lich, was man aus ei­nem ver­gleichs­wei­se mi­ni Bud­get von 6 Mil­lio­nen Dol­lar her­aus­ho­len kann. War­um die US-Kri­tik den Film so gna­den­los ge­schlach­tet hat, bleibt rät­sel­haft. Denn „Brightb­urn“ ist ein ori­gi­nel­ler, gut ge­mach­ter und durch­weg span­nen­der Hor­ror­thril­ler.

FAZIT

Wenn das die ein­lei­ten­de Co­ming of Age Ge­schich­te ei­nes wü­ten­den Teen­agers ist, dann darf man sich schon auf die aus­ge­wach­se­ne Fort­set­zung freu­en.

Ori­gi­nal­ti­tel "Brightb­urn"
USA 2019
91 min
Re­gie Da­vid Yaro­ve­sky 
Ki­no­start 20. Ju­ni 2019