Nie­mand mag ar­ro­gan­te Klug­schei­ßer. Das muss auch die 10-jäh­ri­ge Ma­ry Lenn­ox (Di­xie Ege­rickx) er­ken­nen. Ob­wohl sie ge­ra­de bei­de El­tern ver­lo­ren hat, bringt kaum je­mand Mit­ge­fühl für die hoch­nä­si­ge Wai­se auf. Ihr ein­zi­ger Ver­wand­ter ist der trüb­sin­ni­ge On­kel Ar­chi­bald (Co­lin Firth), der als Wit­wer mit sei­nem kränk­li­chen Sohn ein düs­te­res Land­gut in York­shire, Eng­land be­wohnt. Um der ge­stren­gen Auf­sicht von Haus­häl­te­rin Mrs. Med­lock (Ju­lie Wal­ters) zu ent­flie­hen, er­kun­det Ma­ry die neb­lig-graue Moor­land­schaft rund um das An­we­sen auf ei­ge­ne Faust. Da­bei stößt sie zu­fäl­lig auf ei­nen ver­wun­sche­nen „ge­hei­men“ Gar­ten. Ge­mein­sam mit ih­rem Cou­sin und ih­rem neu­ge­won­nen Freund Dick­on ent­deckt sie dort ei­ne ma­gi­sche Welt, die nicht nur ihr ei­ge­nes Le­ben kom­plett ver­än­dert.

Das 1911 er­schie­ne­ne Buch „The Se­cret Gar­den“ von Fran­ces Hodgson Bur­nett wur­de schon un­zäh­li­ge Ma­le ver­filmt. Die­se Ver­si­on von Marc Mun­den ist ei­ne in­ter­es­san­te Mi­schung aus Hitch­cocks Go­thic-Hor­ror-Klas­si­ker „Re­bec­ca“ und kun­ter­bun­tem Schlumpf­hau­sen-Film ge­wor­den. Ei­ne Mix­tur mit ein paar Schwä­chen: Die zi­cki­ge Ma­ry nervt zu Be­ginn sehr und der jauch­zen­de Gei­gen-Score hät­te auch ein paar Gän­ge zu­rück­schal­ten kön­nen. Aber vi­su­ell ist „Der ge­hei­me Gar­ten“ ein Rausch, die far­ben­präch­ti­gen Bil­der wir­ken wie le­ben­dig ge­wor­de­ne Ge­mäl­de. Be­son­ders die pracht­voll üp­pi­gen Gar­ten­sze­nen er­we­cken um­ge­hend den Wunsch nach ei­ner ei­ge­nen grü­nen Par­zel­le (schö­ner Traum).

FAZIT

An­ge­nehm ernst­haf­ter Kin­der­film um Ver­lust, Trau­er und Ma­gie. 

Ori­gi­nal­ti­tel "The Se­cret Gar­den"
Groß­bri­tan­ni­en 2019
100 min
Re­gie Marc Mun­den
Ki­no­start 15. Ok­to­ber 2020

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