M3GAN

M3GAN

Kinostart 12. Januar 2023

Spiel­zeug­ent­wick­le­rin Gem­ma steht un­ter Druck. Der Markt ist hart um­kämpft, et­was Neu­es muss her. Als die al­lein­ste­hen­de jun­ge Frau un­er­war­tet zum Vor­mund ih­rer ver­wais­ten Nich­te Ca­dy wird, nimmt sie die High­tech-Pup­pe M3GAN (Mo­del 3 Ge­ne­ra­ti­ve An­droid) mit nach Hau­se. War­um nicht zwei Flie­gen mit ei­ner Klap­pe schla­gen: dem trau­ern­den Mäd­chen ei­ne Spiel­ge­fähr­tin zur Sei­te stel­len und gleich­zei­tig den Pro­to­typ vor Markt­ein­füh­rung in Ak­ti­on tes­ten.

Die­se Wo­che bei „Shop­ping Queen“: Kom­bi­nie­re ein zeit­lo­ses Out­fit rund um das an­ge­sag­te It-Pie­ce Rin­gel­shirt. Mit da­bei: Chu­cky, An­na­bel­le und als ers­te Kan­di­da­tin M3GAN. Doch die macht al­les falsch: ein alt­ba­cke­nes Kleid über wei­ßen, blick­dich­ten Strumpf­ho­sen, da­zu schwar­ze Lack­schu­he. Als Krö­nung ein über­di­men­sio­nier­ter Schlupf, der das ma­tro­nen­haf­te Out­fit end­gül­tig zum mo­di­schen Su­per-GAU macht. Das tut nichts für sie! Ganz lieb ge­mein­te 0 Punk­te.

Aber wie soll ei­ne Ro­bo­ter-Pup­pe auch Sinn für Fa­shion ha­ben? Ob­wohl M3GAN sonst so ziem­lich al­les kann: Zu­hö­ren, trös­ten, la­chen, ans Hän­de­wa­schen nach dem Toi­let­ten­gang er­in­nern, Ge­füh­le er­ken­nen. Und wenn es sein muss, auch mor­den.

An­ders als die von bö­sen Geis­tern be­ses­se­ne Mör­der­pup­pen-Kon­kur­renz ist M3GAN ei­ne Art An­dro­ide, bei dem die Si­che­run­gen durch­bren­nen. Zwar ist ih­re Ge­schich­te nicht be­son­ders über­ra­schend er­zählt und vol­ler Lo­gik­brü­che, aber was solls? Ge­rard John­stone Hor­ror­film ist sich in je­der Se­kun­de be­wusst, dass er hoch­gra­dig al­bern ist. Und ge­nau das macht ihn so un­ter­halt­sam. Die grund­bö­se Kil­ler-Pup­pe, die zum Ein­schla­fen mit me­tal­li­scher Stim­me Lie­der von SIA singt und sich im An­griffs­mo­dus be­sorg­nis­er­re­gend ver­ren­ken kann, be­rei­tet trotz gru­se­li­gen Mo­de­ge­schmacks mör­de­ri­schen Spaß.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „M3GAN“
USA 2023
102 min
Re­gie Ge­rard John­stone

al­le Bil­der © Uni­ver­sal Pic­tures In­ter­na­tio­nal Ger­ma­ny

BRAHMS: THE BOY II

Die­ser Film macht gro­ßen Spaß – wenn auch un­frei­wil­lig.

Ei­ne jun­ge Mut­ter wird Op­fer ei­nes Raub­über­falls. Ihr Sohn muss die bru­ta­le Tat mit­an­se­hen und ist da­nach trau­ma­ti­siert. Er spricht kein Wort mehr, kom­mu­ni­ziert nur noch über Schrift­ta­feln. Beim Abend­brot hält er zum Bei­spiel ein Blatt Pa­pier mit dem Wort „Kar­tof­feln“ in die Luft. Das ist lus­tig, soll aber ei­gent­lich dra­ma­tisch sein.

Die Fa­mi­lie be­schließt, die Groß­stadt zu ver­las­sen und be­zieht aus­ge­rech­net im Gäs­te­haus des Heelshire An­we­sens Quar­tier. Ken­ner wis­sen, da gab es schon un­schö­ne Vor­komm­nis­se im Vor­gän­ger­film „The Boy“ von 2016. Kaum an­ge­kom­men, fin­det der Sohn ei­ne im Wald ver­gra­be­ne Pup­pe na­mens Brahms. Der Por­zel­lan-Jüng­ling über­nimmt die Kon­trol­le über das Men­schen­kind und ter­ro­ri­siert bald die gan­ze Fa­mi­lie.

„Ter­ro­ri­siert“ ist al­ler­dings stark über­trie­ben. Meist sitzt die Pup­pe ein­fach nur im Stuhl und schaut. Bis der Spuk en­det, gibt es im Dau­er-Loop ex­tra lau­te Ge­räu­sche aus­zu­hal­ten – da soll man sich wohl er­schre­cken – und die im­mer glei­chen „Pup­pe hat sich in ei­nem un­be­ob­ach­te­ten Mo­ment bewegt“-Szenen. Das Dreh­buch ist holp­rig, die In­sze­nie­rung un­be­hol­fen und bis zum al­bern-über­sinn­li­chen Schluss will kei­ne Span­nung auf­kom­men.

FAZIT

Sehr schlich­te Fort­set­zung. „An­na­bel­le“ lässt grü­ßen.

Ori­gi­nal­ti­tel "Brahms: The Boy II"
USA 2020
86 min
Re­gie Wil­liam Brent Bell
Ki­no­start 20. Fe­bru­ar 2020

ANNABELLE 3

Seit 2013 hat sich das Con­ju­ring-Uni­ver­se zu ei­ner Geld­druck­ma­schi­ne ent­wi­ckelt. Sein größ­ter Star ist An­na­bel­le. Die gars­ti­ge Pup­pe hat mitt­ler­wei­le ih­re ei­ge­ne Film­rei­he, jetzt kommt der drit­te Teil in die Ki­nos.

Ed und Lor­raine War­ren (Pa­trick Wil­son und Ve­ra Far­mi­ga) ha­ben ge­ra­de wie­der ei­nen Fall ab­ge­schlos­sen. Um Teu­fels­pup­pe An­na­bel­le dar­an zu hin­dern, wei­te­ren Scha­den an­zu­rich­ten, neh­men sie sie mit zu sich nach Hau­se – kei­ne gu­te Idee. In ei­nem ver­rie­gel­ten Ar­te­fak­te-Raum be­zieht An­na­bel­le ei­ne Vi­tri­ne, „si­cher“ un­ter­ge­bracht hin­ter hei­li­gem Glas, das zu­sätz­lich von ei­nem Pries­ter ge­weiht wur­de.

Schlech­te Idee, die Zwei­te: Als Ed und Lor­raine zu ei­nem neu­en Fall ge­ru­fen wer­den, las­sen sie ih­re 10-jäh­ri­ge Toch­ter Ju­dy mit der nicht viel äl­te­ren Ba­by­sit­te­rin Ma­ry El­len zu Hau­se zu­rück. Die wie­der­um hat ih­re bes­te Freun­din Da­nie­la im Schlepp­tau, ein Mäd­chen, das sich un­glück­li­cher­wei­se nicht an Re­geln hält und (zu) sehr für die Geis­ter­welt in­ter­es­siert.

FAZIT

„An­na­bel­le 3“ ist ein größ­ten­teils vor­her­seh­ba­rer, nicht über­trie­ben ori­gi­nel­ler Gen­re­film. Trotz der ti­ti­see­gro­ßen Plot­ho­les gibt es ein paar ori­gi­nel­le Schock­mo­men­te, nett ge­mach­te, alt­mo­di­sche Ef­fek­te und so­mit halb­wegs an­nehm­ba­re Gru­sel­stim­mung.

Ori­gi­nal­ti­tel "An­na­bel­le Co­mes Home"
USA 2019
106 min
Re­gie Ga­ry Dau­ber­man
Ki­no­start 04. Ju­li 2019