28 Years Later: The Bone Temple

28 YEARS LATER: THE BONE TEMPLE

28 Years Later: The Bone Temple

28 YEARS LATER: THE BONE TEMPLE

THE BONE TEMPLE ist die zweite Hälfte des mit einem Cliffhanger recht abrupt beendeten "28 Years Later" – und zugleich Beweis dafür, dass im ausgelaugten Zombiekino noch Leben steckt.

Gezähmte Untote und banaler Alltag in der Apokalypse bedeuten normalerweise den Garaus für jeden guten Zombiefilm. Selbst Altmeister George A. Romero lieferte mit Day of the Dead den schwächsten Teil seiner legendären Reihe ab: Ein lebender Toter, dem Wissenschaftler den Appetit auf Menschenfleisch abtrainieren wollen? Bitte. Auch die Endlosserie The Walking Dead – bei aller Qualität in einzelnen Momenten – nervt immer dann am meisten, wenn geschwätziges Sozialleben oder geläuterte Bösewichte die Horrorhandlung ausbremsen.

Dass es auch anders – und besser – geht, zeigt THE BONE TEMPLE, nach Days, Weeks und Years bereits Teil 4 der 28-Reihe. Drehbuchautor Alex Garland verliert konsequent das Interesse an stumpf torkelnden oder rennenden Zombies und sucht nach Bedeutung jenseits der Verwesung. Denn das schlimmste Monster ist bekanntlich immer noch der (nicht infizierte) Mensch. Entsprechend werden die beiden im letzten Film eingeführten Handlungsstränge – um den jodfarbenen Dr. Ian Kelson (Ralph Fiennes) und sein Schädel- und Knochenmahnmal einerseits sowie den komplett irren Sir Jimmy Crystal (Jack O’Connell) und seine Satanistengang andererseits – hier konsequent zusammengeführt.

28 Years Later: The Bone Temple

Bis es so weit ist, muss man sich allerdings durch einige wirklich widerwärtige Folterszenen quälen, inklusive Häutung am lebendigen Leib. Wer’s mag. Die eigentliche Kerngeschichte jedoch, Dr. Ians Bemühungen, einen Alpha-Zombie zu domestizieren, ist überraschend rührend und verströmt beinahe romantische Vibes. Wenn sich Satanisten und Knochentempler schließlich begegnen, gipfelt das in einer furiosen Szene, in der die britische Band Iron Maiden eine nicht unwichtige Rolle spielt. Das ist hübsch ausgedacht und erinnert in seinem freidrehenden Wahnsinn an George Millers Mad Max: Fury Road.

28 Years Later: The Bone Temple

Nia DaCosta zeigt nach ihrem The-Marvels-Ausfall, dass ihr das Regiezepter zu Recht von Danny Boyle übergeben wurde. Vor allem die Abkehr vom angestrengt experimentellen Handylook hin zu einem ordentlich gedrehten Kinofilm erweist sich als echter Fortschritt. 

Am Ende hält THE BONE TEMPLE noch eine Überraschung bereit, die zugleich den Kreis zum Anfang schließt und eine mögliche Zukunft der Reihe einläutet. Mindestens ein weiterer Teil soll noch folgen – 28 Years Later ist als Trilogie geplant.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „28 Years Later: The Bone Temple“
GB / USA 2026
109 min
Regie Nia DaCosta

28 Years Later: The Bone Temple

alle Bilder © Sony Pictures

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MaXXXine

MAXXXINE

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Mia Goth hat zwar keine Augenbrauen, ist aber trotzdem eine begnadete Schauspielerin. Im Finale der X-Trilogie von Ti West zeigt sie wieder, was sie kann.

Ab 04. Juli 2024 im Kino

MaXXXine

Das Gute an Ti Wests 2022 mit X begonnener Horror-Trilogie ist, dass man sich problemlos jeden einzelnen Film anschauen kann, ohne die anderen gesehen haben zu müssen. Jeder Teil hat eine abgeschlossene Geschichte und seinen ganz eigenen Stil. Die chronologisch korrekte Reihenfolge wäre: PEARL, X und zum Abschluss MAXXXINE (drei X, weil dritter Teil und gleichzeitig ein Verweis auf das US-Ratingsystem für Filme, die als „nicht für Jugendliche geeignet“ eingestuft werden).

MaXXXine

Original, Prequel, Sequel – es ist nicht unkompliziert: Den Anfang macht vor zwei Jahren X, in dem die greise Farmbesitzerin Pearl (gespielt von Mia Goth, versteckt unter vielen Schichten Latex und Make-up) Ende der 70er-Jahre ein Pornofilmteam abschlachtet. Einzige Überlebende ist Maxine (ebenfalls Mia Goth). Das Prequel PEARL bietet dann die Erklärung, wie 50 Jahre zuvor aus einem jungen, künstlerisch ambitionierten Mädchen die mörderische Psychopathin Pearl wird. MAXXXINE spielt 1985 und ist die Fortsetzung zu X. Maxine Minx (wiederum Mia Goth) hat sich inzwischen als erfolgreicher Pornostar etabliert, doch sie strebt nach mehr: Sie möchte als ernsthafte Schauspielerin weltberühmt werden. Im schmuddeligen Hollywood der 1980er-Jahre gar nicht so einfach, vor allem, weil ein satanistischer Serienmörder sein Unwesen treibt und dessen Opfer allesamt aus Maxines Freundeskreis stammen.

MaXXXine

Dass dies ein furchtbares und zugleich großes Vergnügen ist, darf man von Ti West erwarten. Die Trilogie überrascht nicht nur mit visuellen Ideen, sondern ist vor allem und in erster Linie wegen Mia Goth ein Genuss. Nach ihrem legendären One-Take am Ende von PEARL liefert sie auch hier wieder eine grandiose Performance.

MaXXXine

MAXXXINE ist die volle Dröhnung Wahnsinn und blutiger Bodyhorror. Um alle Anspielungen und Eastereggs auf die vorherigen Teile und zahlreichen Hollywood-Klassiker zu entdecken, müsste man den Film mindestens zweimal sehen. Ti West bleibt sich also treu, doch trotz hervorragender Kamera und Ausstattung ist MAXXINE das schwächste Kapitel der Trilogie. Nach seinem technicolorbunten Siebzigerjahre-Slasher-Retrotrip X und dem albtraumhaften Ausflug in die 1920er mit PEARL versucht er diesmal, die krisseligen Achtziger und das Serienmörder-Genre wiederzubeleben. Dies gelingt ihm nur bedingt. Ist der Film eine opulente Showbiz-Satire? Ein Hardcore-Horrorfilm? Ein Krimi? MAXXXINE landet irgendwo dazwischen.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „MaXXXine“
USA 2024
104 min
Regie Ti West

MaXXXine

alle Bilder © Universal Pictures International Germany

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STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS

Liebgewonnene Rituale zum Jahresende: Ein neuer Star Wars-Film kommt in die Kinos und es ist Zeit für die unvermeidliche Best- und Worst-of-Liste. Selbstredend rein subjektiv. Es soll ja Zuschauer geben, die bei „Once upon a time in…Hollywood“ nach 90 Minuten das Kino verlassen, weil es ihnen zu langweilig ist. Genauso wie einige Kritiker „Der goldene Handschuh“ für eine gelungene Romanverfilmung halten. Liegt alles im Auge des Betrachters. Hier also die 2019 Top- und Flop-Liste von framerate:

Die besten 6

Parasite
Once upon a time in…Hollywood
Systemsprenger
Leid und Herrlichkeit
Capernaum – Stadt der Hoffnung
Joker

Die schlechtesten 3

Iron Sky: The Coming Race
Hellboy – Call of Darkness
Der goldene Handschuh

FAZIT

Ach ja, Star Wars. Hat man einen gesehen, hat man alle gesehen. Von den drei Sequels ist „Der Aufstieg Skywalkers“ auch nicht besser oder schlechter als die anderen Teile. Eine Mischung aus Sci-Fi, Märchen und Drama, leidlich spannend und mit zahlreichen Zitaten und Verweisen auf die immer noch weit überlegene Original-Trilogie gespickt. Ganz unterhaltsames Popcorn-Kino, alles schon mal dagewesen.

Originaltitel „Star Wars: The Rise of Skywalker“
USA 2019
144 min
Regie J.J. Abrams
Kinostart 18. Dezember 2019