Li­o­nel Essrog (Ed­ward Nor­ton) ist ein Pri­vat­de­tek­tiv, der un­ter dem Tour­et­te Syn­drom lei­det. Ei­ne Krank­heit, die im­mer für ei­nen schnel­len La­cher TIT­TEN! FI­CKEN! gut ist. „Mo­ther­less Brook­lyn“ folgt Essrog bei sei­nem ris­kan­ten Vor­ha­ben, den Mord an sei­nem Men­tor und Freund Frank Min­na (Bruce Wil­lis) auf­zu­klä­ren. Beim Kampf ge­gen Gangs­ter und Kor­rup­ti­on deckt Li­o­nel streng ge­hü­te­te Ge­heim­nis­se der New Yor­ker Po­lit­sze­ne auf.

Die simp­le For­mel lau­tet: Die bes­ten Chan­cen, ei­nen Os­car zu ge­win­nen, ha­ben Schau­spie­ler in der Rol­le ei­nes Tod­kran­ken oder Be­hin­der­ten. „Mo­ther­less Brook­lyn“ wä­re ger­ne ein coo­ler Film noir im Sti­le von „L.A. Con­fi­den­ti­al“. Doch all die Mu­sik-Sze­nen in ver­rauch­ten Jazz­clubs und all die läs­si­gen, Hut tra­gen­den De­tek­ti­ve nüt­zen nichts – her­aus­ge­kom­men ist nur ein um Stil be­müh­ter, stel­len­wei­se un­frei­wil­lig ko­mi­scher, ver­murks­ter Ego­trip Ed­ward Nor­tons. Denn statt zu vie­ler Kö­che hat hier ein ein­zi­ger Koch in zu vie­len Rol­len den Brei ver­dor­ben. Der Os­car-Kan­di­dat fun­giert als Re­gis­seur, Haupt­dar­stel­ler, Pro­du­zent und Dreh­buch­au­tor. Und schein­bar hat Re­gis­seur Nor­ton ei­nen Nar­ren an sei­nem Haupt­dar­stel­ler Nor­ton ge­fres­sen. So blei­ben Sze­nen ganz ver­liebt im­mer ein biss­chen zu lan­ge auf sei­nem Ge­sicht ge­schnit­ten. Das tut dem Film nicht gut, denn das gan­ze Ge­zu­cke und Ge­schimp­fe nervt schon nach we­ni­gen Mi­nu­ten. Auch die an­de­ren Schau­spie­ler sind nicht in Höchst­form. Wil­lem Da­foe gibt mal wie­der den am Ran­de des Wahn­sinns Wan­deln­den und Alec Bald­win schafft es nicht, als ober­kor­rup­ter Po­li­ti­ker sei­ne Fi­gu­ren als SNL-Trump oder Jack Do­nag­hy aus „30 Rock“ ver­ges­sen zu ma­chen. Re­gis­seur Nor­ton lässt sich und sei­ne Schau­spie­ler an der zu lan­gen Lei­ne, was zu gna­den­lo­sem Over­ac­ting führt.

FAZIT

Ein paar gu­te Mo­men­te hat der Film. An­sons­ten ist „Mo­ther­less Brook­lyn“ ei­ne lang­at­mi­ge, eit­le Os­car­be­wer­bung.

Ori­gi­nal­ti­tel "Mo­ther­less Brook­lyn"
USA 2019
145 min
Re­gie Ed­ward Nor­ton
Ki­no­start 12. De­zem­ber 2019

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