Ar­mer Liam Nee­son. So wie der Bä­cker, der je­den Tag die glei­chen fünf Bro­te backt, oder die Al­di Kas­sie­re­rin, die tag­aus, tag­ein im grel­len Ne­on­licht Wa­ren über den Scan­ner zieht, muss auch der iri­sche Su­per­star Lan­ge­wei­le ver­spü­ren. Seit Jah­ren spielt er den "Rä­cher mit dem gu­ten Her­zen" im im­mer glei­chen Film. Es scha­det al­so nichts, wenn nach Ta­ken 1 – 3, The Com­muter, Non-Stop (und wie sie al­le hei­ßen) mal Ab­wechs­lung ins Spiel kommt.

Hard Pow­der ist tat­säch­lich nicht die üb­li­che Fließ­band­wa­re und um ei­ni­ges ori­gi­nel­ler in­sze­niert, als die Zug/​Flugzeug/​Autojagden, bei de­nen Liam sonst sei­ne Fein­de platt macht. Un­ge­wöhn­lich schon die Lo­ca­ti­on­wahl: ein im Tief­schnee ver­sin­ken­der Ski­ort in den Ro­cky Moun­ta­ins. Hier pfeift von früh bis spät ei­ne stei­fe Bri­se, das hat bei­na­he Shi­ning-haf­te At­mo­sphä­re. Nels Cox­man (Liam Nee­son) ist der ört­li­che Schnee­pflug­fah­rer und sorgt ver­läss­lich für freie Stra­ßen. Sein har­mo­ni­sches Fa­mi­li­en­le­ben mit Frau und Kind wird jäh un­ter­bro­chen, als Dro­gen­gangs­ter sei­nen Sohn er­mor­den. Ge­nau­so sto­isch wie den Schnee be­sei­tigt er dar­auf­hin die bö­sen Bu­ben und löst ne­ben­bei noch ei­nen blu­ti­gen Ban­den­krieg aus – Blut auf Schnee macht sich im­mer gut.

Sein tro­cke­ner, schwar­ze Hu­mor hebt Hard Pow­der wohl­tu­end von der sons­ti­gen 08/15-Kon­fek­ti­ons­wa­re ab. Viel­leicht liegt es ja tat­säch­lich, wie Liam Nee­son im In­ter­view ver­mu­tet, am eu­ro­päi­schen Re­gis­seur. Der Nor­we­ger Hans Pet­ter Mo­land be­weist mit dem US-Re­make sei­nes ei­ge­nen Films Ei­ner nach dem An­de­ren (2014), dass es doch noch klei­ne Über­ra­schun­gen im aus­ge­lutsch­ten Rä­cher­gen­re zu ent­de­cken gibt.

FAZIT

Bes­ser als er­war­tet. Und macht neu­gie­rig aufs Ori­gi­nal, das im Nor­we­gi­schen den hüb­schen Ti­tel „Kraft­idio­ten“ trägt.

USA, 2018
119 min
Re­gie Hans Pet­ter Mo­land
Ki­no­start 28. Fe­bru­ar 2019

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