Wicked: Teil 2

WICKED: TEIL 2

Wicked: Teil 2

WICKED: TEIL 2

Es ist wieder Zeit, die Gesichter grün zu schminken und den Zauberstab herauszuholen: Ein Jahr nach "Wicked" kommt mit WICKED: TEIL 2 der Abschluss des großen Musical-Double-Features ins Kino.

Ab 19. November 2025 im Kino

Es gibt einen einfachen Gund für den geteilten Release: Das Musical Wicked ist einfach zu vollgepackt. Zu viele Kostüme, zu viele Emotionen, zu viele Songs für einen einzigen Film. Jon M. Chu liefert die zweite Hälfte eines Projekts, das ein einziger, überlanger Film hätte sein können.

Die Handlung ist schnell zusammengefasst: Elphaba (Cynthia Erivo) lebt im Exil und kämpft weiter gegen Ungerechtigkeit, während Glinda (Ariana Grande) im Smaragdpalast zur Symbolfigur des Guten wird – sehr zur Freude der politischen Machthaber von Oz. Zwischen beiden schwebt noch der Wunsch nach Versöhnung, doch das System braucht klare Feinde.

Wicked: Teil 2

Während man den endlosen Gesangseinlagen lauscht und der simplen Handlung folgt, fragt man sich: Warum sieht das alles so scheußlich aus? Flaches Licht wie in einer TV-Soap, glattgebügelte Oberflächen: Nicht nur die schlecht animierten Tiere wirken, als wären sie direkt aus dem Computer gefallen. Auch bei Ariana Grande sind die Beauty-Filter auf Anschlag gedreht.

Wicked: Teil 2

Doch Optik ist nicht alles. Entscheidend ist die Chemie zwischen Erivo und Grande – und die funktioniert. Besonders in Momenten, in denen leise Ironie oder ein Hauch von Leichtigkeit aufkommt. Die Songs hingegen bleiben auch diesmal ohne großen Wiedererkennungswert – ein Hit, der nach dem Film im Ohr bleibt, ist nicht dabei.

Wicked: Teil 2

Ohne den gewaltigen Hype bleibt ein klassischer, aufwendig produzierter Musicalfilm. Solide gespielt, mit ein paar netten Ideen, aber weit entfernt von einem Erlebnis, das nachhaltig Eindruck hinterlässt. WICKED: TEIL 2 ist groß, zuckersüß und überladen – Eigenschaften, die zum Genre gehören wie Glitzer zum Zauberstab. Wer ein Musical besucht, weiß, worauf er sich einlässt. Den Fans hat es gefallen: Bei der gut besuchten Pressevorführung gab es mehrfach Szenenapplaus.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Wicked: For Good“
USA 2025
138 min
Regie Jon M. Chu

Wicked: Teil 2

alle Bilder © Universal Pictures International Germany

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Die Unfassbaren 3: Now you see me

DIE UNFASSBAREN 3

Die Unfassbaren 3: Now you see me

DIE UNFASSBAREN 3

Das große Labern

Ab 13. November 2025 im Kino

Hex, hex – die vier Reiter sind zurück. Oder waren es fünf? Egal. Im dritten Teil des Now You See Me-Franchise haben sie sich jedenfalls verdoppelt. Eine neue Generation mischt mit – irgendwie muss die Serie ja weitergehen, falls die Originalspieler – Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco & Co. – keine Lust mehr auf Fortsetzungen haben.

Die Unfassbaren 3: Now you see me

Der größte Trick der „Unfassbaren“ besteht darin, dass sie nun schon zum dritten Mal denselben Film gemacht haben – und damit wohl wieder Erfolg haben werden. Diesmal geht es, irgendwo zwischen digital aufgemotzten Zaubereien, um eine verbrecherische Diamantendynastie (wie immer sehenswert: Rosamund Pike als skrupellose Antagonistin Vanderberg), die ihr blutiges Geld mit Waffenhändlern und anderem Gesocks reinwäscht. Aber wen interessiert schon die Handlung, wenn man Zaubertricks sehen will?

Die Unfassbaren 3: Now you see me

Und genau da beginnen die Probleme. Denn die immergleichen Spiegel- und Kartentricks, die „Schwupps, ich bin verschwunden!“-Momente, haben sich längst erschöpft. Was bleibt, ist viel Gerede. Und, meine Güte, wird hier geredet! Es wird nonstop erklärt, zusammengefasst, gelabert. Dazu dröhnt der aufdringliche Soundtrack von Brian Tyler, der jeden noch so unbedeutenden Moment pathetisch aufbläst. Ein-, zweimal mag das funktionieren. Beim neunundneunzigsten Mal ist es schlicht albern.

Die Unfassbaren 3: Now you see me

Auf Sat.1 lief einmal eine Dokuserie namens Die Tricks der größten Zauberer – dort wurde erklärt, warum die schwebende Jungfrau gar nicht fliegt und beim Zersägen kein echtes Blut fließt. Das war schon damals nur mäßig interessant. Genau dieses Prinzip macht sich DIE UNFASSBAREN 3 zunutze – sobald der Zuschauer noch denkt: „Wie haben sie das nur gemacht?“, kommt schon die Erklärung hinterher. Nur dass hier nicht mal mit echten Tricks gearbeitet wird, sondern mit CGI. Und wenn Hollywoods digitale Magier ans Werk gehen, ist schlicht alles möglich – und damit nichts mehr erstaunlich.

Die Unfassbaren 3: Now you see me

Natürlich ist nicht alles schlecht: So gibt es zum Beispiel eine sehr hübsche Szene, in der alle mal zeigen dürfen, was sie draufhaben. Dass dieser „Wer hat den Längsten?“-Wettstreit in einem Haus stattfindet, dessen Räume teils auf dem Kopf stehen, teils verzerrte Perspektiven haben, erhöht den Spaß zusätzlich. Fans der ersten beiden Teile werden auch diesen mögen – und wahrscheinlich den vierten gleich mit. Denn der wird kommen. Garantiert.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Now You See Me: Now You Don’t“
USA 2025
106 min
Regie Ruben Fleischer

Die Unfassbaren 3: Now you see me

alle Bilder © LEONINE STUDIOS

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Predator: Badlands

PREDATOR: BADLANDS

Predator: Badlands

PREDATOR: BADLANDS

Wenn der Jäger plötzlich Herz zeigt

Ab 06. November 2025 im Kino

Predator-Fans – und es soll sie wirklich geben – müssen jetzt stark sein. PREDATOR: BADLANDS ist kein weiterer Aufguss der vertrauten Muskel-Monster-Horror-Serie. Regisseur Dan Trachtenberg wagt etwas, das man im Kino-Universum dieser außerirdischen Großwildjäger nicht unbedingt erwartet hätte: Er verpasst ihnen so etwas wie Gefühle.

Im Zentrum steht diesmal kein schwitzender Elite-Soldat, sondern der Predator selbst. Ein junger Krieger (Dimitrius Koloamatangi), vom eigenen Clan verstoßen, reist auf einen unwirtlichen Planeten – halb Dschungel, halb Wüste –, um dort den ultimativen Feind zu töten. Bald trifft er auf Thia (Elle Fanning), eine Roboterfrau ohne Unterleib, aber mit viel Persönlichkeit.

Predator: Badlands

So weit, so pulpig. Doch Trachtenberg interessiert sich weniger für den nächsten blutigen Schädel-Trophäen-Moment, sondern für die Umkehrung des Mythos. Was, wenn der Predator selbst ein Außenseiter ist – ein verletzlicher Antiheld im Latexpanzer? Das Ergebnis ist eine Art intergalaktisches Buddy-Movie mit – Huch! –  Humor.

Predator: Badlands

Optisch ist das Ganze erstaunlich feist: Sandstürme, Biolumineszenz, Monster mit Textur und Gewicht – man spürt das Budget in jeder Einstellung. Und Trachtenberg hat tief in der Schatzkiste des modernen Science-Fiction-Kinos gewühlt: von Alien, Jurrasic World über Avatar bis Godzilla wirkt die Zitatensammlung weniger respektlos als vielmehr erfrischend.

Predator: Badlands

Dass das Franchise weitergeht, daran lässt der unvermeidliche Cliffhanger am Ende keinen Zweifel. Aber selten war ein Predator-Film so wenig am zynischen Abschlachten interessiert – und so sehr am (beinahe familienfreundlichen) Abenteuer. Es gab, man darf es ruhig sagen, schon sehr viel schlechtere Beiträge in diesem Universum.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Predator: Badlands“
USA 2025
106 min
Regie Dan Trachtenberg

Predator: Badlands

alle Bilder © The Walt Disney Company

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Tron: Ares

TRON: ARES

Tron: Ares

TRON: ARES

TRON: ARES – Die hohle Simulation von Kino

Ab 09. Oktober 2025 im Kino

TRON: ARES ist kein Film, sondern ein Hochglanzprodukt ohne Seele. Alles daran wirkt, als hätte ein Algorithmus ein Drehbuch berechnet, ohne zu begreifen, was Erzählung, Rhythmus oder Stil bedeuten. Das Ergebnis ist ein ästhetisch wie dramaturgisch entkerntes Produkt – laut, teuer, leer.

Regisseur Joachim Rønning inszeniert Szenen, als hätte er zwar ein hohes Budget, aber keine Idee gehabt. Die Bilder schwanken zwischen bombastischem Effektkino und billiger Digitalästhetik, die an minderwertige Fernsehproduktionen erinnert. Besonders grotesk wird es, wenn der Film versucht, den Look des 80er-Originals zu zitieren – und in einem halbgaren Hybrid aus „Kampfstern Galactica“ (der schlechten TV-Serie mit Lorne Greene) und scheußlichem Analog/Digital-Meshup endet.

Die Geschichte: egal. Irgendwie kann jetzt die Tron-Welt des Grids in die Realität gebracht werden – allerdings mit einer Lebenszeit von nur 29 Minuten. Warum? Auch das ist egal. Verschiedene Kasperletheater-Charaktere begeben sich auf die Jagd nach der „Unendlichkeits-Formel“. Jared Leto spielt einmal mehr Jared Leto: selbstbezogen und manieriert. Gillian Andersons Talent wird achtlos verschwendet; sie bleibt eine Randnotiz in einem Film, dessen Mitwirkung sie spätestens bei der Premiere bitterlich bereuen dürfte. Jodie Turner-Smith und Evan Peters verwechseln Kiefermahlen und Augenaufreißen mit Schauspiel.

Die Handlung ist ein Lehrstück der Belanglosigkeit: Figuren reden endlos, während sie im Auto sitzen, tun nichts nachvollziehbares, bleiben bedeutungslos. Trotz aller Banalität erklären immer wieder (offensichtlich nachträglich eingefügte) Dialoge die Handlung. Backstorys existieren nur, weil das Handbuch für Drehbuchschreiben es so vorsieht. Nichts trägt, nichts verbindet sich.
Selbst der Score von Nine Inch Nails – sonst ein Garant für Dichte und Atmosphäre – scheitert hier komplett: Musik und Film finden nie zueinander; jeder Einsatz wirkt zufällig.

TRON: ARES steht sinnbildlich für misslungenes Franchise-Kino: Produkte, die sich als Ereignisse verkleiden, während sie inhaltlich verdorren. Eine leere Simulation von Kino – perfekt gerendert, aber ohne jede Seele. Die Amerikaner haben für solche Unterhaltungsware ein schönes deutsches Wort: Dreck.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Tron: Ares“
USA 2025
119 min
Regie Hans Joachim Rønning

Tron: Ares

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Conjuring 4: Das letzte Kapitel

CONJURING 4: DAS LETZTE KAPITEL

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

CONJURING 4: DAS LETZTE KAPITEL

Der mittlerweile neunte Teil der „Conjuring“-Reihe bietet angenehmen Nostalgie-Grusel.

Ab 04. September 2025 im Kino

Vor zwölf Jahren revolutionierte ein vergleichsweise kleiner Film aus Amerika das Horrorgenre. Der auf angeblich „wahren“ Begebenheiten basierende Conjuring wurde zur Blaupause für nahezu alle Spuk- und Exorzismusfilme der folgenden Jahre – ein Effekt, den zuvor nur Der Exorzist Anfang der 1970er-Jahre ausgelöst hatte.

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

Das Conjuring-Universum (ja, so etwas gibt es) wächst immer weiter. Das Franchise rund um Geister, besessene Puppen und böse Nonnen hat inzwischen so viele Prequels, Spin-offs und Sequels, dass es mitunter schwer fällt, den Überblick zu behalten.

Der Titel verrät es: Die Ur-Story geht mit „Das letzte Kapitel“ zu Ende – zumindest vorläufig. Wer weiß, ob nicht bald eine „Next Generation“ auf Geisterjagd geht. Nach dem schwächeren dritten Teil schlüpfen erneut Vera Farmiga (wie immer großartig) und Patrick Wilson in die Rollen der paranormalen Ermittler Ed und Lorraine Warren.

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

Im Jahr 1986 wird die Smurl-Familie von einem Dämon heimgesucht, der sich in einem Spiegel verbirgt. Gespoilert wird hier nichts, doch das Drehbuch versteht es, den neuen Fall geschickt mit dem Schicksal der Warrens zu verknüpfen. Anstatt hastig von einem Jumpscare zum nächsten zu hetzen, nimmt sich der Film wohltuend viel Zeit und drückt zuverlässig die richtigen emotionalen Knöpfe. Vor allem ein Publikum, das sich am digitalen Effektgewitter moderner Horrorproduktionen müde gesehen hat, dürfte an diesem fast altmodisch anmutenden Geisterfilm Gefallen finden.

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

Und wie gruselig ist das Ganze nun? Nicht übermäßig. Das liegt weniger an handwerklichen Schwächen als vielmehr am allzu vertrauten Schema solcher Filme. Es ist ein wenig wie die hundertste Fahrt mit der Geisterbahn: nicht mehr so erschreckend wie beim ersten Mal, aber immer noch gut für eine wohlige Gänsehaut.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „The Conjuring: Last Rites“
USA 2025
135 min
Regie Michael Chaves

Conjuring 4: Das letzte Kapitel

alle Bilder © Warner Bros. Pictures

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Nobody 2

NOBODY 2

Nobody 2

NOBODY 2

Wenn John Wick auf Comedy trifft, kommt dabei NOBODY 2 heraus. Kein Wunder, schließlich steckt der selbe Drehbuchautor dahinter.

Ab 21. August 2025 im Kino

Morden macht müde: Deshalb fährt Hutch Mansell mitsamt Familie und Opa in Urlaub. Aber nicht irgendwohin, sondern in einen runtergekommenen Freizeitpark. Keine 5 Minuten später und schon hat Mr. Nobody Ärger.

Nobody 2

Same, same, but different: Wie schon im ersten Teil stolpert der Auftragskiller mit der kurzen Zündschnur von einer Prügelei zur nächsten. Die Glaubwürdigkeit geht dabei schnell über Bord: Ein Mann gegen 20 Gegner, ja, ja. Zum Glück ist Bob Odenkirk ein hervorragender Schauspieler, dem man gerne zuschaut, selbst wenn er den fünfundsiebzigsten Bösewicht verdrischt. Dank ihm ist NOBODY 2 stellenweise richtig lustig. Dazu das Comeback von Sharon Stone, die hier ungehemmt overacted. 

Nobody 2

Ganz okay – Für 90 Minuten unterhaltsames Actionkino reicht’s allemal.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Nobody 2“
USA 2025
90 min
Regie Timo Tjahjanto

Nobody 2

alle Bilder © Universal Pictures International Germany

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Das Kanu des Manitu

DAS KANU DES MANITU

Das Kanu des Manitu

DAS KANU DES MANITU

Superwitzig – finden DAS KANU DES MANITU allenfalls Menschen, die per Zeitmaschine direkt aus dem Jahr 2001 ins Heute geschleudert wurden.

Ab 14. August 2025 im Kino

Manchmal fühlt sich Kino an wie eine Klassenfahrt zurück in die Zeit, als Baggy Pants und Gürteltaschen noch ironiefrei getragen wurden – nur dass man heute weiß, wie schlimm das wirklich aussah.

Auch von damals: Stefan Raab – keiner hat das Unterhaltungsfernsehen der 90er und frühen 00er-Jahre so geprägt wie der Kölner Metzgersmeister. Dass sein Humor beim heutigen Publikum nicht mehr zündet, hat er mit dem krachenden Scheitern seiner neuen RTL-Show eindrucksvoll bewiesen.

Denkt man an typischen 90er-/00er-Jahre-Humor, landet man zwangsläufig bei Bully Herbig und seiner Parade auf ProSieben – inklusive der dazugehörigen Kinofilme. Klischees über „Rothäute“ und „Tunten“ waren schon vor 25 Jahren abgestanden, nur hat das damals Millionen Zuschauer nicht gestört. Man möchte hoffen, dass die Fans inzwischen ein Minimum an Sensibilität entwickelt haben. Bully und sein Team jedenfalls wirken, als hätten sie in dieser Hinsicht wenig dazugelernt.

Das Kanu des Manitu

Herbigs eigentliche Stärke liegt im Drama. Filme wie Ballon oder 1000 Zeilen sind seinen Komödien haushoch überlegen. Aber Zahlen lügen nicht – Der Schuh des Manitu ist, aus Gründen, die wohl nur die Zuschauer kennen, immer noch der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten.

Das Kanu des Manitu

Ja, in der Fortsetzung gibt es ein paar schräge Momente, die tatsächlich zum Lachen sind. Je absurder das Drehbuch, desto erträglicher. Groteske Missverständnisse und Gaga-Dialoge funktionieren auch 2025. Punkte für die Ausstattung, die offensichtliche Detailverliebtheit und die vielen Zitate – von Jim Knopf bis zu diversen Filmklassikern. Herbig ist ein versierter Regisseur, handwerklich ist das alles tadellos.

Leider stehen dem massenhaft platte Pointen und wildes Grimassieren gegenüber und, fast noch unangenehmer, der verzweifelte Versuch, das Ganze halbherzig auf „politisch korrekt“ zu trimmen: Wenn echte Apachen und Bulli-Abahatchi am Ende in einer langen „Wir sind alle eine Familie“-Szene Verbrüderung feiern, ist das so quälend, wie es klingt.

Das Kanu des Manitu

Der Rest wirkt wie eine Mischung aus Slapstick-Nummernrevue und Pappkulissen-Abenteuer à la „Was passiert, wenn Indiana Jones in einem Escape Room eingesperrt wird?“
Wenn dann noch zum Abspann ein Song von Stefan Raab läuft, schließt sich der Kreis in die Vergangenheit endgültig.

INFOS ZUM FILM

Deutschland 2025
88 min
Regie Michael Bully Herbig

Das Kanu des Manitu

alle Bilder © Constantin Film

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Freakier Friday

FREAKIER FRIDAY

Freakier Friday

FREAKIER FRIDAY

Schlechtes Wetter? Trübe Stimmung? Dagegen hilft garantiert der quietschbunteste Film des Jahres: FREAKIER FRIDAY

Ab 07. August 2025 im Kino

FREAKIER FRIDAY ist die Fortsetzung von – genau – Freaky Friday, der 2003 in die Kinos kam. In den Hauptrollen wie damals: Jamie Lee Curtis als Tess, inzwischen Großmutter, und Lindsay Lohan als Anna. Durch einen magischen Zwischenfall kommt es erneut zum Körpertausch – diesmal jedoch nicht nur zwischen Mutter und Tochter, sondern auch zwischen Annas Tochter Harper und deren zukünftiger Stiefschwester Lily. Mehr Beteiligte, mehr Chaos.

Freakier Friday

FREAKIER FRIDAY spielt in einer Disney-Parallelwelt, in der alles blitzblank, harmlos und ungefähr so tiefgründig wie eine Folge Hannah-Montana ist. Wirkliche Probleme hat hier niemand. Die Botschaft bleibt die gleiche wie im ersten Teil: Nur wer sich in andere hineinversetzen kann, wird glücklich.

Das wirkt zwar wie aus den 90er gefallen, doch wer das Hirn ausschaltet, bekommt rund zwei Stunden Familienunterhaltung geboten – zuckersüß und nichts für Zyniker.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Freakier Friday“
USA 2025
100 min
Regie Nisha Ganatra

Freakier Friday

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Jurassic World: Die Wiedergeburt

JURASSIC WORLD: DIE WIEDERGEBURT

Jurassic World: Die Wiedergeburt

JURASSIC WORLD: DIE WIEDERGEBURT

Die Dinosaurier leben noch. Leider auch die Drehbuchklischees.

Ab 02. Juli 2025 im Kino

Wer immer noch behauptet, Dinosaurier seien ausgestorben, glaubt vermutlich auch, die Erde sei eine Scheibe. Der neueste Beweis für die erstaunliche Überlebensfähigkeit der prähistorischen Echsen hört auf den Namen JURASSIC WORLD: DIE WIEDERGEBURT – der mittlerweile sechste Aufguss des ursprünglich durchaus revolutionären Dino-Franchise.

Jurassic World: Die Wiedergeburt

Nach den enttäuschenden letzten beiden Teilen war es Zeit für einen Neuanfang. Regisseur Gareth Edwards, bislang eher bekannt für visuell ambitionierte Endzeitstimmungen (Godzilla, Rogue One), liefert nun genau das, was die Fans erwarten – oder besser gesagt: verlangen. Abenteuer im altbewährten Spielberg-Stil, Schauspieler, die mit offenen Mündern in CGI-Horizonte starren, und natürlich eine ganze Menagerie gefräßiger Urzeitmonster, deren Hunger mit jeder Fortsetzung zu wachsen scheint. Auch dieses Mal darf wieder ein genetisch aufgemotzter Superdino durchs Bild rasen – bedrohlich wie der Xenomorph aus „Alien“, allerdings mit etwas weniger psychologischer Tiefe.

Jurassic World: Die Wiedergeburt

Die eigentliche Überraschung des Films ist die Besetzung: Von den einstigen Franchise-Stammgästen fehlt jede Spur. Stattdessen tritt Scarlett Johansson auf den Plan, die sich selbstbekennend schon seit Jahren in die Jurassic World hineingewünscht hatte. Dass sie beim Lesen des Drehbuchs beide Augen zugedrückt haben muss, ist ihr nicht zu verübeln – womöglich tat sie es sogar aus Instinkt.

Jurassic World: Die Wiedergeburt

Denn die Story ist ein Flickenteppich aus Klischees und Figuren, die selbst mit viel Wohlwollen kaum über die Tiefe eines Blatts Papier hinauskommen. Und dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – funktioniert der Film auf eine seltsam unreflektierte Weise. Zwei Stunden lang lässt sich das Gehirn in Watte packen, während auf der Leinwand eine Mischung aus Hochglanz-Action, CGI-Gewitter und pseudoethischen Fragen nach der menschlichen Verantwortung für die Natur, bla, bla, bla vorbeizieht.

Jurassic World: Die Wiedergeburt

Nein, an die Faszination des ersten „Jurassic Park“ reicht auch diese Fortsetzung nicht heran. Aber JURASSIC WORLD: DIE WIEDERGEBURT ist Popcornkino in seiner reinsten Form – laut, bunt und mit großer Lust am Spektakel.

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Originaltitel „Jurassic World: Rebirth“
USA 2025
130 min
Regie Gareth Edwards

Jurassic World: Die Wiedergeburt

alle Bilder © Universal Pictures International Germany

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M3gan 2.0

M3GAN 2.0

M3gan 2.0

M3GAN 2.0

Da ist sie wieder: Guido Maria Kretschmers Alptraumkandidatin – Megan.

Ab 26. Juni 2025 im Kino

Zum Glück haben nicht nur die Klamotten ein Upgrade bekommen (diesmal lautet das Wochenmotto: „Finde ein Outfit im Stil von Emma Peel“), sondern auch die Mörderpuppe selbst: Ein Chip unterdrückt (vorübergehend) den Kill-Modus. Schade irgendwie.

Die Kernaufgabe der Original-Megan war das Beschützen der kleinen Waisen Cady (Violet McGraw). Die ist inzwischen zum brooding Teenage-Girl herangewachsen, während ihre Tante Gemma (Allison Williams) Vorträge über die Gefahren von KI hält – und trotzdem nebenbei mit ihren Kollegen an neuen Robotermodellen werkelt. Wer fragt bei einem Film wie M3GAN 2.0 nach Logik?

M3gan 2.0

Weil die ambivalente Megan mittlerweile eher positiv auffällt, braucht es eine neue Antagonistin: Auftritt Amelia – eine skrupellose Killermaschine, die mühelos ein ganzes Heer Soldaten in wenigen Sekunden plattmacht.
Um den neuen Feind zu stoppen, muss die aufgepimpte Megan 2.0 ran.

M3gan 2.0

M3GAN 2.0 ist – genau wie sein Vorgänger – mehr Komödie als Horrorfilm. Es gibt ein paar wirklich lustige Szenen, inklusive überraschender Kate-Bush-Gesangseinlage. Sehr schön auch: ein größenwahnsinniger Tech-Milliardär im Elon-Musk-Modus. Dazu Zitate aus Kampfstern Galactica, Terminator, Addams Family, und, und, und. Man kann dem Film schamlosen Ideenklau vorwerfen – oder sich einfach über all die Querverweise auf Sci-Fi- und Horrorfilmklassiker amüsieren.

M3gan 2.0

Ein bisschen Jammern: M3GAN 2.0 verzettelt sich in ein paar Twists und Turns zu viel, irgendwann verliert man den Faden, wer jetzt gerade gut, böse oder doch wieder gut ist – der erste Teil war kompakter.

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Originaltitel „M3gan 2.0“
USA 2025
120 min
Regie Gerard Johnstone

M3gan 2.0

alle Bilder © Universal Pictures International Germany

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Mission: Impossible - The Final Reckoning

MISSION: IMPOSSIBLE – THE FINAL RECKONING

Mission: Impossible - The Final Reckoning

MISSION: IMPOSSIBLE – THE FINAL RECKONING

Kurz mal auf den Kalender geschaut: Mitte Mai. Nein, mehr Action wird dieses Jahr wahrscheinlich nicht in die Kinos kommen.

Ab 21. Mai 2025 im Kino

Millennials, zur Seite – hier kommt ein bald 63-Jähriger, um mal wieder die Welt zu retten: Tom Cruise setzt mit jeder Fortsetzung der Mission-Impossible-Serie einen drauf: noch größer, gefährlicher, teurer, irrwitziger. Jedoch.

Das große Labern.

Wie im wahren Leben ist alles eine Frage der Gewichtung – das gilt auch für Actionfilme. Es braucht genug Handlung, um Spannung zu erzeugen. Sorgt man sich nicht um die Figuren, ist es egal, ob sie leben oder sterben. Auf der anderen Seite müssen die Actionszenen so packend sein, dass man die oft unplausible Handlung akzeptiert oder vergisst. Ohne Balance funktioniert es nicht. Der wahrscheinlich, eventuell, vielleicht letzte Teil der Mission: Impossible-Reihe enttäuscht zumindest in Sachen Action nicht. Vor allem zwei nervenzerreißende Szenen an Bord eines U-Boots und auf einem Doppeldecker haben es in sich.

Mission: Impossible - The Final Reckoning

Und würde man THE FINAL RECKONING um mindestens eine Stunde und gefühlt dreißig Erklärungen kürzen, wäre es ein richtig guter (letzter) Beitrag zum seit 1996 laufenden Franchise geworden. Doch zwischen den beeindruckenden Tom-klettert-hängt-rennt-kämpft-Szenen herrscht das große Labern. Scheinbar wollte Regisseur und Drehbuchautor Christopher McQuarrie alle – aber auch wirklich alle – losen Enden aus den sieben bisherigen Geschichten zusammenführen. Dazu zeigt er reichlich Flashbacks aus den vorherigen Filmen – vor allem in der ersten Stunde fühlt sich THE FINAL RECKONING wie eine Best-of-Compilation an. Man wartet und wartet, bis es endlich losgeht – und wird dabei immer verwirrter.

Mission: Impossible - The Final Reckoning

Kein Präsident, Sporttrainer oder General, der seiner Mannschaft vor dem entscheidenden Kampf nicht noch ein paar aufbauende Worte mit auf den Weg gibt. In M:I THE FINAL RECKONING gibt es so viele Motivationsreden, dass sich das Zählen nicht lohnt. In praktisch jedem Dialog geht es um alles: wir zusammen, together, friendship, trust – Pathos-Overload. Dazu inszeniert sich Tom Cruise zwar nicht zum ersten Mal als Weltenretter, doch diesmal stilisiert er sich zu einem Messias, in dessen Händen buchstäblich das Schicksal der Menschheit liegt. Jetzt und in alle Ewigkeit. Ein Schelm, wer dabei an Ron L. Hubbards Lehren denkt.

Mission: Impossible - The Final Reckoning

Teil 6 „M:I – Fallout“ bleibt der beste Film der Serie. Auserzählt ist das Genre trotzdem nicht – virtuose Action mit cleveren Technik-Gadgets macht immer Spaß. James Bond kann davon seit über 60 Jahren ein Lied singen. Bei Mission: Impossible ist es allerdings Zeit für einen Generationswechsel. Denn auch am scheinbar alterslosen Tom sind die Jahre nicht spurlos vorbeigegangen. Ganz so katzenhaft geschmeidig wie früher sieht das inzwischen nicht mehr aus. Was ja irgendwie auch beruhigend ist.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Mission: Impossible – The Final Reckoning“
USA 2025
169 min
Regie Christopher McQuarrie

Mission: Impossible - The Final Reckoning

alle Bilder © Sony Pictures Entertainment Deutschland

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Bridget Jones - Verrückt nach ihm

BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM

Bridget Jones - Verrückt nach ihm

BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM

Bridget Jones wagt es wieder: Nach dem schwachen dritten Teil kehrt die liebenswerte Chaotin mit einer sehenswerten Fortsetzung zurück.

Ab 27. Februar 2025 im Kino

BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM überrascht mit einer Geschichte, die sich nicht ums Kalorienzählen oder ständige Fettnäpfchen dreht, sondern um das Weiterleben nach dem Verlust einer großen Liebe. Ein mutiges Thema für eine romantische Komödie – funktioniert aber.

Bridget Jones - Verrückt nach ihm

Bridget steht nach dem Tod ihres Ehemanns Mark Darcy allein mit ihren beiden Kindern da. Zwischen Lunchboxen, Hausaufgaben und beruflichen Herausforderungen versucht sie, den Alltag zu meistern. Freunde wie ihr Ex-Liebhaber Daniel Cleaver stehen ihr zur Seite, und wie es sich für eine moderne Frau gehört, wagt sie sich auf Dating-Apps. Kurz darauf lernt sie den deutlich jüngeren Roxster kennen – und natürlich gibt es bald noch einen zweiten Mann in ihrem Leben.

Bridget Jones - Verrückt nach ihm

Dass Trauer und Verlust eine Komödie tragen können, mag auf den ersten Blick überraschen. Doch VERRÜCKT NACH IHM schafft es, das Thema sensibel und mit feinem Humor zu behandeln. Das funktioniert vor allem, weil Bridgets Leben als Mutter und Frau in den Fünfzigern halbwegs realistisch gezeigt wird.

Die Rolle passt wie angegossen: Renée Zellweger spielt Bridget erneut mit dem richtigen Maß an Schusseligkeit und Verletzlichkeit. Hugh Grant und Emma Thompson sorgen in Nebenrollen für die besten Momente.

Bridget Jones - Verrückt nach ihm

Natürlich ist VERRÜCKT NACH IHM kein revolutionärer Film. Die schrulligen Figuren und das typisch britische Setting bedienen weiterhin das Erfolgsrezept, das schon seit „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ oder „Tatsächlich Liebe“ funktioniert. Bewährtes muss ja nichts Schlechtes sein.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Bridget Jones: Mad About the Boy“
GB 2025
125 min
Regie Michael Morris

Bridget Jones - Verrückt nach ihm

alle Bilder © Universal Pictures International Germany

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Captain America - Brave New World

CAPTAIN AMERICA – BRAVE NEW WORLD

Captain America - Brave New World

CAPTAIN AMERICA – BRAVE NEW WORLD

Schluß mit Multiverse: Marvel liefert mit CAPTAIN AMERICA: BRAVE NEW WORLD zur Abwechslung einen geerdeten Superheldenfilm.

Ab 13. Februar 2025 im Kino

Dass sich Comics und Politthriller nicht ausschließen, haben schon zwei der besseren Marvel-Filme gezeigt: „Black Panther“ und „Captain America: The Winter Soldier“. Doch Steve Rogers ist Geschichte. Die Rolle des uramerikanischsten Freiheitskämpfers übernimmt diesmal Anthony Mackie. Gleich in seinem ersten Abenteuer wird der neue Captain America mit einer globalen Bedrohung konfrontiert.

Captain America - Brave New World

Der größte Unterschied: Cap 2 war nicht jahrzehntelang im Eis gefroren und muss sich deshalb auch nicht erst an eine neue Welt gewöhnen. Er ist ein Held unserer Zeit – mit großen Selbstzweifeln. Einen neuen Falcon gibt’s auch – der wird mit jungenhaftem Charme von Danny Ramirez gespielt.

Captain America - Brave New World

Kampf um Rohstoffe, Verschwörungen und ein Attentat auf den US-Präsidenten (wie immer toll: Harrison Ford): Marvel versucht sich an aktuellen Themen. Allerdings ist das meilenweit von der „Winter-Soldier“-Cleverness entfernt. Hier wird alles ständig übererklärt – die simple Geschichte ist mehr ein Politthriller für Doofe.

Captain America - Brave New World

Neu ist auch der Hulk. Diesmal in rot und er wird – kein Spoiler, ärgerlicherweise verrät der Trailer wieder mal alles – vom 82-jährigen Harrison Ford gespielt. Ein wütender US-Präsident, der zum Monster mutiert? Da verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Make America Angry Again.

CAPTAIN AMERICA – BRAVE NEW WORLD: Weder mutig, noch neu. Leider nur Mittelmaß.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Captain America: Brave New World“
USA 2025
118 min
Regie Julius Onah

Captain America - Brave New World

alle Bilder © The Walt Disney Company Germany

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Wunderschöner

WUNDERSCHÖNER

Wunderschöner

WUNDERSCHÖNER

Ein Film über toxische Männlichkeit und weibliche Selbstbestimmung? Klingt trocken, ist aber WUNDERSCHÖNER – die gelungene Fortsetzung von Karoline Herfurths Erfolgsfilm „Wunderschön“.

Ab 13. Februar 2025 im Kino

Finanzsenator Philipp betrügt seine Frau Nadine mit einer Prostituierten, Tochter Lilly verwechselt „bauchfrei“ mit „emanzipiert“, und Julie wird von ihrem neuen Chef bedrängt. Männer sind Schweine, Frauen müssen zusammenhalten – und Reden hilft! Das wissen auch Sonja und Milan, die versuchen, ihre Beziehung durch eine Paartherapie zu retten.

Wunderschöner

WUNDERSCHÖNER verpackt seine Botschaften in einer süßen Komödie. Zwischen pointierten Dialogen und berührenden Momenten gelingt Herfurth die Gratwanderung zwischen Unterhaltung und gesellschaftlicher Relevanz. Der Kampf der Geschlechter um „Safe Spaces“ und persönliche Grenzen kommt natürlich nicht ohne Klischees aus, klar – schließlich soll der Film auch dem Mainstream gefallen.

Wunderschöner

Dass WUNDERSCHÖNER so gut funktioniert, ist der souveränen Regie Herfurths und ihrem spielfreudigen Cast zu verdanken. Anneke Kim Sarnau, Emilia Schüle, Friedrich Mücke und natürlich Herfurth selbst – allesamt Profis, die wissen, wie man den Ball in der Luft hält. Besonders herausragend: Nora Tschirner sorgt schön sarkastisch für einige der besten Szenen.

Wunderschöner

Ob das Ganze allerdings 132 Minuten lang sein muss? Geschmackssache. Eine halbe Stunde weniger hätte dem Film sicher nicht geschadet und ihn noch knackiger gemacht.

Hat das Herz am rechten Fleck: WUNDERSCHÖNER – eine Komödie mit Tiefgang.

INFOS ZUM FILM

Deutschland 2024
132 min
Regie Karoline Hergurth

Wunderschöner

alle Bilder © Warner Bros. Pictures Germany

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Gladiator 2

GLADIATOR II

Gladiator 2

GLADIATOR II

Nach 25 Jahren kommt die Fortsetzung von Ridley Scotts Oscargewinner "Gladiator" in die Kinos. Hat sich das Warten gelohnt?

Ab 14. November 2024 im Kino

Selbst Butterwerbungen und Autofilme haben die ikonische Szene kopiert: Die Hand, die zärtlich über Ähren streicht, ist eines der meistzitierten Bilder des modernen Kinos. Ridley Scott hat dem Genre des Sandalenkinos mit „Gladiator“ vor fast 25 Jahren neues Leben eingehaucht. „Ben Hur“ (die misslungene Neuverfilmung von 2016), „Thor 3“, „Die Tribute von Panem“ und natürlich aktuell die Fernsehserie „Those About To Die“ – unzählige Produktionen haben seitdem bei Scotts Oscargewinner abgekupfert.

Gladiator II

Der bis dahin eher unbekannte Neuseeländer Russell Crowe wurde durch „Gladiator“ weltberühmt. In der Fortsetzung spielt er naturgemäß nicht mit (SPOILER: Er stirbt am Ende des ersten Teils), von der Originalbesetzung konnte sich nur Connie Nielsen rüberretten. Pech für Ralf Möller, Glück für die Zuschauer. GLADIATOR II (einen halben Extrapunkt für den unaufgeregten Titel) hat, wie schon der erste Teil, einen herausragenden Cast: Denzel Washington, Pedro Pascal und in der Hauptrolle, seit „All of Us Strangers“ Framerates neuer Lieblingsschauspieler, Paul Mescal.

Gladiator II

Genug der Einleitung: Wie ist denn nun GLADIATOR II? Ridley Scott sagt, es sei „the best thing I’ve ever made.“ Aber kann man dem 85-Jährigen glauben? Der Regisseur und Produzent scheint ein schlechtes Händchen für Fortsetzungen zu haben. Er behauptet zwar, erschnuppern zu können, ob etwas „zu intellektuell oder nicht intellektuell genug“ ist und wann etwas „zu lang oder zu komplex“ sei. Doch darüber kann der Fachmann nur lachen, denn besonders die Alien-Sequels „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ haben das Phänomen der zähen und unverständlichen Laberitis in neue Dimensionen gehoben. Diesmal hat sich Scott (vielleicht deshalb?) entschlossen, statt einer Fortsetzung schlicht eine Neuverfilmung des Originals zu machen: „Gladiator – The Remake“ minus Russell Crowe.

Gladiator II

Hier nun kurz und knapp – zwischen Pressevorführung und Review liegt kaum ein Tag und damit zu wenig Zeit, sich eine fundierte Meinung aus den Fingern zu saugen – die Wertung: Been there, done that. GLADIATOR II ist feist produziert, hat seine Momente, eine Top-Besetzung, reicht aber nicht an den ersten Teil heran. Und wieder einmal kann man die Kraft der Musik gar nicht hoch genug einschätzen: Ohne Hans Zimmers Jahrhundertscore (Harry Gregson-Williams hat die ideenlose Musik für die Fortsetzung geschrieben) ist GLADIATOR II am Ende nur ein mäßig spannender Film über Männer in Sandalen, die mit Schwertern kämpfen. Für Neulinge vielleicht sehenswert, echte Fans schauen sich lieber noch einmal das Original an.

Gladiator II

Zum Schluss noch ein kleiner Funfact: Nach der Veröffentlichung des ersten Films gab es zahlreiche Versuche, ein Drehbuch für eine Fortsetzung zu schreiben. Eines davon stammt vom Musiker Nick Cave. In seiner Version wäre Maximus im Jenseits angekommen. Dort wird er von den Göttern dazu verflucht, ewig zu leben. In einer Schlussmontage sieht man Maximus, wie er sich durch die Kreuzzüge, den Zweiten Weltkrieg und den Vietnamkrieg kämpft, um schließlich in der Gegenwart zu enden – als Angestellter im Pentagon in Washington. Vielleicht wäre das der interessantere GLADIATOR II geworden.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Gladiator II“
USA / GB 2024
148 min
Regie Ridley Scott

Gladiator II

alle Bilder © Paramount Pictures Germany

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Butchers - Raghorn

BUTCHERS – RAGHORN

Butchers - Raghorn

BUTCHERS – RAGHORN

Hier gibt es nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter und kaufen Sie kein Ticket für BUTCHERS - RAGHORN.

Ab 03. Oktober 2024 im Kino

Zum Thema „Kannibalismus“ sagt Wikipedia: „Als Kannibalismus wird das Verzehren von Artgenossen oder Teilen derselben bezeichnet. Insbesondere versteht man darunter den Verzehr von Menschenfleisch durch Menschen.“

Butchers - Raghorn

So weit, so schlau. Im lachhaft schlechten Film BUTCHERS – RAGHORN – der Fortsetzung eines in Deutschland nie gezeigten ersten Teils – geht es um das Verspeisen von unschuldigen Opfern durch zwei serienkillende Redneck-Brüder. Ihre nächste Beute sind vier Kleinkriminelle, die ein junges Mädchen (nein – Spoiler – ein Junge! Warum? Es ist eine der vielen Wendung, die keinerlei Sinn ergeben) entführt haben und nach einer verhängnisvollen Kollision mit einem Elch orientierungslos durchs Gehölz irren. Mehr Handlung gibt es nicht. Irgendwann sind fast alle tot und es könnte sein, dass eine Fortsetzung droht.

Butchers - Raghorn

Vermarktet wird der Quatsch als Kannibalen-Slasher mit „UNCUT“-Gütesiegel. Führen Filme, wie zum Beispiel die Saw-Serie mit ihrem ultrabrutalen Realismus zu echtem Unwohlsein, wenn nicht gar Brechreiz, so löst BUTCHERS –  RAGHORN bestenfalls Gähnen oder gelangweiltes Kichern aus. Das Blut sprudelt in Strömen, sieht aber wie rot gefärbtes Wasser oder Ketchup aus. Noch schlechter als die miesen Spezialeffekte und hölzernen Dialoge ist nur das Schauspiel, vor allem von Hollie Kennedy, die es mit genau einem Gesichtsausdruch durch den gesamten Film schafft. Egal, ob sie Angst hat, sich freut oder kurz vor der Schlachtung steht – sie schaut immer extremst genervt aus der Wäsche. Vielleicht hat sie aber auch einfach geahnt, in was für einen Müll sie sich hier verirrt hat. Zum SchleFaZ reicht es nicht ganz, aber mindestens zum SchleFdJ 2024.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Butchers Book Two: Raghorn“
USA 2024
88 min
Regie Adrian Langley

Butchers - Raghorn

alle Bilder © 24 Bilder

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Joker: Folie a Deux

JOKER: FOLIE A DEUX

Joker: Folie a Deux

JOKER: FOLIE A DEUX

Warum Lady Gaga den Dracula macht und ihren Namen vielleicht etwas zu wörtlich nimmt.

Ab 03. Oktober 2024 im Kino

Ob sich Stefani Joanne Angelina Germanotta alias Lady Gaga komplett in ihrer Rolle als Harley Quinn verloren hat, wird sich erst in ein paar Monaten zeigen. Zuletzt tauchte sie immer wieder ziemlich gaga in Talkshows und auf dem roten Teppich als Clown geschminkt auf. Dazu noch ihr neues Album namens  „Harlequin“ (Warum nicht Harlequinn?) – ist das nun cleveres Marketing oder verschwimmen da die Grenzen zwischen Figur und Wirklichkeit, wie damals bei Bela Lugosi, der sich irgendwann in den Wahn verstieg, tatsächlich Graf Dracula zu sein?

Joker: Folie a Deux

Und der Film? Fängt stark an und zieht sich dann gewaltig in die Länge. Großteile der Handlung spielen im Gerichtssaal, wo die Verbrechen des ersten Teils noch mal in aller Ausführlichkeit aufgearbeitet werden. Statt echtem Aufruhr und Chaos wird meist nur über Aufruhr und Chaos geredet, wenn nicht gerade wieder ein Liedchen das Drama ausbremst. Die an sich originelle Idee, das Ganze als Musical zu inszenieren, geht nicht auf. Durch die Gesangseinlagen verflacht der Film zur Nummernrevue, vom beängstigenden Wahnsinn des Originals ist kaum noch was zu spüren.

Joker: Folie a Deux

Aber kann man einen fast perfekten Film wie JOKER überhaupt toppen? Regisseur Todd Phillips gebührt Anerkennung für seinen Mut, mit dieser Fortsetzung etwas zu wagen und nicht die sichere Franchise-Nummer zu spielen. Oscar-Preisträger Joaquin Phoenix ist – keine Überraschung – eine Wucht, egal, wie gut oder mittelmäßig er als Sänger ist. Lady Gaga – DAS hingegen ist eine echte Überraschung – hält sich nach ihrem Kasperletheater-Auftritt in House of Gucci zurück, wirkt dadurch aber (kaum zu glauben) beinahe langweilig. Apropos. Mit 138 Minuten ist JOKER: FOLIE À DEUX entschieden zu lang, vor allem in der Mitte hängt es durch. Schauspielerisch und technisch ist das alles natürlich von höchster Qualität – Kamera, Sound, Ausstattung sind top. Nur die Story und die Songs sind es leider nicht.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Joker: Folie À Deux“
USA 2024
138 min
Regie Todd Phillips

Joker: Folie a Deux

alle Bilder © Warner Bros. Pictures

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Nightwatch

NIGHTWATCH: DEMONS ARE FOREVER

Nightwatch

NIGHTWATCH: DEMONS ARE FOREVER

Desværre ikke nær så god som originalen. Aus Dänemark, dem Land mit der putzigen Sprache, kommt die Fortsetzung zum 1994er Horror-Kultfilm NIGHTWATCH.

Ab 16. Mai 2024 im Kino

Familienaufstellung der anderen Art: Medizinstudentin Emma (Fanny Leander Bornedal) arbeitet als Nachtwächterin im forensischen Institut Kopenhagen. Ausgerechnet dort, wo vor 30 Jahren ihre Eltern fast vom Serienmörder Wörmer (Ulf Pilgaard) gemeuchelt wurden. Emma will endlich den traumatischen Ereignissen auf die Spur zu kommen, die ihre Mutter in den Selbstmord getrieben und ihren Vater (Nikolaj Coster-Waldau) zum seelischen Wrack gemacht haben. Als sie erfährt, dass der totgeglaubte Mörder noch lebt, will sie ihn zur Rede stellen.

Es reibt sich die Haut mit der Lotion ein! Die vom willfährigen Gehilfen Wörmers gesprochenen Pronomen-Imperativ-Sätze sind nicht die einzigen Parallelen, die an die schweigenden Lämmer erinnern. Auch in Dänemark sitzt der Psychopath in einer dunklen Zelle im Irrenhaus und empfängt junge Frauen zum Gespräch. Wer hinter der neuen Mordserie steckt, wird relativ schnell klar, die vermeintlich große Enthüllung ist wenig überraschend.

Dass die gruseligen Toten im nächtlichen Leichenschauhaus zur Nebensache gemacht werden, ist das größte Manko von NIGHTWATCH: DEMONS ARE FOREVER. Unklar, weshalb sich Regisseur und Drehbuchautor Ole Bornedal nicht auf eine simple Fortsetzung seines unheimlichen Originals beschränkt. Die unnötig komplizierte Handlung schleppt sich, die Wendungen werden immer absurder. In der letzten Viertelstunde kriegt der Film dann noch die Kurve, sodass wenigstens gegen Ende ein bisschen Serienkiller-Spannung aufkommt.

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Originaltitel „Nattevagten – Dæmoner går i arv“
Dänemark 2023
110 min
Regie Ole Bornedal

Nightwatch: Demons are Forever

alle Bilder © capelight pictures

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Ghostbusters: Frozen Empire

GHOSTBUSTERS: FROZEN EMPIRE

Ghostbusters: Frozen Empire

GHOSTBUSTERS: FROZEN EMPIRE

40 Jahre nach dem Original kommt eine Fortsetzung in die Kinos, die keiner mehr braucht.

Ab 21. März 2024 im Kino

Beim mittlerweile vierten Aufguss (zählt man die all-female-Version von 2016 dazu, sogar der fünfte) ist der Zauber endgültig verflogen. Als niedlicher Fanservice hat schon das erste Reboot GHOSTBUSTERS: LEGACY seine Pflicht übererfüllt.

FROZEN EMPIRE ist eine lahme Sitcom über nervige Teenager und ihre tapsigen Eltern mit viel Effektgewitter und erstaunlich wenig Charme. Diesmal muss die Spengler-Familie eine sumerische Gottheit ausschalten, die mithilfe ihrer untoten Armee eine neue Eiszeit über die Menschheit bringen will. Einzig origineller Ansatz dabei: Die 15-jährige Tochter Phoebe verliebt sich in ein gleichaltriges Gespenster-Mädchen. Die lesbische Geister-Liebe bleibt dabei in zartester Andeutung erstarrt und ist so jugendfrei verklemmt, dass selbst minderjährige Mormonen mit den Augen rollen.

Die obligatorischen Gastauftritte von Slimer, Bill Murray, Dan Aykroyd und Ernie Hudson bringen genauso wenig Spaß wie die recycelten, unlustigen Gags. Es gibt wirklich keinen vernünftigen Grund, sich diesen cash-grab-Film anzuschauen.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Ghostbusters: Frozen Empire“
USA 2024
114 min
Regie Gil Kenan

alle Bilder © Sony Pictures

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DUNE: PART TWO

DUNE: PART TWO

Jetzt mit noch mehr Sandwürmern! Denis Villeneuves galaktische Fortsetzung ist feistes Überwältigungskino.

Ab 29. Februar 2024 im Kino

Dune: Part Two

Knie nieder, der Messias ist da! Die Geschichte um Glaubenskriege und politische Machtspiele geht in die nächste Runde. Aus dem zarten Jüngling Paul Atreides ist in Part Two des Kinoerfolgs DUNE (2021) der große Führer ganzer Völker geworden. Bis es allerdings so weit ist, stiert Timothée Chalament mit langen Wimpern vielsagend in die Ferne oder wirft Zendaya schmachtende Blicke zu.

Jedes Einzelbild ein Kunstwerk

Regisseur Denis Villeneuve hat aus dem (einzigen) Fehler seines ersten Teils ganz eigene Rückschlüsse gezogen: Statt einer unendlich langen Einführung, gefolgt von einer mitreißenden zweiten Hälfte, wechseln sich diesmal epochale Kämpfe mit tiefschürfenden Dialogszenen ab. Die Fortsetzung ist das filmische Äquivalent zu einem Hochseedampfer: grandios und majestätisch, aber bis die riesige Maschine immer wieder Fahrt aufnimmt, kann es dauern.

Dune: Part Two

Auch wenn es zwischendurch mal zäh ist, der Film sieht natürlich wahnsinnig gut aus. Jedes Einzelbild ist ein Kunstwerk. Höchstes Niveau auch schauspielerisch: Timothée Chalamet, Zendaya, Rebecca Ferguson, Charlotte Rampling, Florence Pugh, Christopher Walken, Austin Butler, Josh Brolin und Javier Bardem – was soll da schon schief gehen? Etwas mehr Leichtigkeit hätte das Wüstenspektakel allerdings vertragen, Villeneuve nimmt den Kampf um den galaktischen Spice sehr ernst. Humor hat da nichts verloren.

Dune: Part Two

DUNE: PART TWO ist genau der Film, den Teil eins versprochen hat: Nicht besser und nicht schlechter. Natürlich sollte man sich das im Kino anschauen, allein schon wegen der cinemascopehaften Bilder von Greig Fraser und Hans Zimmers gewohnt bombastischen BRRRAAAAMMM-Soundtracks.

Dune: Part Two

Dass die komplizierte Handlung (nicht umsonst gilt Frank Herberts Vorlage als das unverfilmbarste Buch aller Zeiten) und die verschachtelten Storylines über verfeindete Herrschaftshäuser nicht im Chaos enden, ist der souveränen Regie von Villeneuve zu verdanken. Der französisch-kanadische Filmemacher liefert erneut eine beeindruckende Melange aus STAR WARS, Shakespeare-Tragödie und GAME OF THRONES. Im Kern jedoch ist DUNE eine auf biblische Proportionen aufgeblasene Jugendromanze, verpackt in eine visuell prächtige Space Opera.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Dune: Part Two“
USA 2024
165 min
Regie Denis Villeneuve

alle Bilder © Warner Bros. Entertainment Inc.

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THE MARVELS

THE MARVELS

Ab 08. November 2023 im Kino

Eine Fortsetzung, nach der niemand gefragt hat, allgemeine Superhelden-fatigue, keine Promo dank Streik: Die Voraussetzungen sind denkbar schlecht - wird THE MARVELS der erste große Flop der Marvel-Studios?

An der Kinokasse dürfte es das neue MCU-Abenteuer nicht leicht haben. Mittlerweile muss man als Zuschauer eine Menge Vorkenntnis mitbringen, um der zusehens verworrenen Figurenkonstellation aus diversen Multiversen folgen zu können. Achtung Fachchinesisch: Captain Marvel, Ms. Marvel und Captain Rambeau retten gemeinsam das Universum. Die Drei kennen Eingeweihte aus den TV-Serien WANDAVISION, SECRET INVASION, MS MARVEL und natürlich dem ersten Teil des Kinofilms CAPTAIN MARVEL.

Schaut sich so weg

Body-Swap-Komödie, Science-Fiction-Abenteuer und Superheldinnenfilm. THE MARVELS ist ein durchwachsenes Vergnügen. Schaurig-schlecht: ein Musicalplanet, auf dem die Bewohner den ganzen Tag schmalzige Lieder singen und sich dabei in Kostüme aus dem Fundus einer zweitklassigen Las-Vegas-Show kleiden. Das ist Disney at it‘s worst. Und leider nicht mal originell, sondern nur cringe. Sehr schön dagegen: eine unvergessliche Katzenszene, die bei Ailurophobikern nacktes Grauen auslösen wird. Und natürlich die Post-Credit-Szene, die auf ein von Fans heiß ersehntes neXt Chapter im MCU verweist.

Brie Larson hat mal einen Oscar gewonnen. Für THE ROOM, die wenigsten erinnern sich. Höchstwahrscheinlich ist sie also eine ganz gute Schauspielerin. Bei ihren Marvel-Auftritten versteckt sie das gekonnt und sieht aus, als hätte sie sich ans Set eines Films verlaufen, der sie nicht im geringsten interessiert. Zu ihrem und unserem Glück stehen ihr diesmal mit Teyonah Parris und Iman Vellani zwei spielfreudigere Partnerinnen zur Seite.

Lobenswerterweise setzen die Marvel-Studios weiterhin auf junge Talente und Frauenpower. Viele der Schlüsselpositionen wie Kamera und Musik sind weiblich besetzt. Das Drehbuch haben Megan McDonnell und Elissa Karasik gemeinsam mit der erst 33-jährigen Regisseurin Nia DaCosta geschrieben.

THE MARVELS ist ein typischer MCU-Superheldenfilm, wie sie in den letzten Jahren haufenweise in die Kinos geschwemmt wurden, nur eben etwas weiblicher und vielleicht ein bisschen lustiger. Eine gute Nachricht: Der Film dauert erträgliche 105 Minuten. Das schaut sich so weg. Technisch State of the Art, immer noch besser als vieles, was DC produziert, aber leider auch nichts weltbewegend Neues. Die goldenen Zeiten von IRON MAN und THE AVENGERS sind wohl endgültig vorbei.

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „The Marvels“
USA 2023
105 min
Regie Nia DaCosta

alle Bilder © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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INDIANA JONES UND DAS RAD DES SCHICKSALS

INDIANA JONES UND DAS RAD DES SCHICKSALS

Ab 29. Juni 2023 im Kino

Da da da da ... da da da ... da da da da ... da da da da da: Indy is back in einem Best-of-Abschluss der Abenteuer-Saga.

„Regisseur James Mangold versucht verzweifelt, den Zauber des Hollywood-Films alter Schule wiederzuerlangen, greift dabei aber nur auf die abgenutzten Werkzeuge des heutigen Blockbuster-Filmemachens zurück.“

„… ein pflichtbewusstes, aber letztlich eher freudloses Stück nostalgischen Humbugs.“

„…eine fast völlige Zeitverschwendung und eine Erinnerung daran, dass manche Relikte besser dort bleiben sollten, wo sie hingehören.“ 

Keine Liebe für Indiana Jones: Die Kritiken sind – zumindest in den USA –  harsch. Da wird sich über „künstlich aussehende Bilder“ mokiert, die Geschichte sei albern und der Film insgesamt höchstens „ok“. 

Ein in Würde gealterter Harrison Ford

Das Gemecker kann man getrost ignorieren. Denn das fünfte und zu 99,9 % letzte Abenteuer (zumindest mit Harrison Ford) des fedoratragenden und peitschenschwingenden Archäologieprofessors hat alles, was man sich von echtem Kintopp erhoffen darf. Ja, der in den Anfangsszenen digital verjüngte Ford sieht ein bisschen wie eine animatronische Puppe aus. Ja, der Film ist mit 154 Minuten deutlich zu lang – aber welcher Film ist das heutzutage nicht? Und ja, eine Verfolgungsjagd weniger hätte auch nicht geschadet – aber – Indiana Jones hat (wie STAR WARS) seine Wurzeln in den Abenteuer-Serials der 30er-Jahre. Da geht es nicht um tiefschürfende Geschichten. Alles was zählt, sind Spannung und Action. Und dass die Effekte dabei manchmal ein bisschen künstlich aussehen, ist ja gerade Teil des Spasses.

INDIANA JONES UND DAS RAD DES SCHICKSALS ist ein wunderbar altmodischer Sommer-Blockbuster. Fans bekommen alles, was das Herz begehrt: fiese Nazis (mit einem ausgezeichneten Mads Mikkelsen), Non-stop-Action, exotische Locations, geheimnisvolle Grabkammern und einen in Würde gealterten, brummig-charmanten Harrison Ford. Nur die Damsel in Distress hat ausgedient und ist mit Phoebe Waller-Bridge als selbstbewusste und schlagkräftige Partnerin in der Neuzeit angekommen. Ein würdiger Abschluss nach 40 Jahren Abenteuer.

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Originaltitel „Indiana Jones and the Dial of Destiny“
USA 2022
154 min
Regie James Mangold

alle Bilder © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

SPIDER-MAN: ACROSS THE SPIDER-VERSE

SPIDER-MAN: ACROSS THE SPIDER-VERSE

Ab 01. Juni 2023 im Kino

Multiversum und kein Ende. Nach diversen Marvel-Filmen spinnt nun die langerwartete Fortsetzung des Überraschungserfolgs A NEW UNIVERS die komplizierten Parallelwelten weiter. Ist der zweite Teil so gut wie der erste?

Selbst Menschen, die sich einen feuchten Kehricht um Superhelden- oder Zeichentrickfilme oder gar beides scheren, müssten am Vorgängerfilm SPIDER-MAN: A NEW UNIVERS ihren Spaß gehabt haben. Das liegt zum einen an der packend inszenierten Story, einem bahnbrechenden visuellen Stil und vor allem dem mitreißenden Soundtrack, mit dem die Geschichte vom freundlichen Spinnenjungen Miles Morales erzählt wird. Bei den Academy Awards 2019 gewann A NEW UNIVERS sogar den Oscar für den besten animierten Film. Die Latte liegt also hoch.

Das bisherige Superhelden-Highlight des Jahres

Die Zeitspanne zwischen Pressescreening und Kinostart wird immer kürzer. Zu kurz, um sich eine humorige Analyse aus den betäubten Fingern zu saugen. Zudem hat der Verleih um inhaltliches Stillschweigen gebeten. Die Sorge ist unbegründet, denn um zu spoilern, müsste man die Handlung wiedergeben, und um die mit all ihren Querverweisen und Eastereggs zu verstehen, müsste man mindestens zehn Semester Comicologie studiert haben.

Miles Morales muss sich diesmal mit noch mehr Spider-People herumplagen, das wird schon im Trailer verraten. Wie die (drei!) Regisseure 60 Jahre Spider-Man-Historie in den Film packen und dabei nie das große Ganze aus dem Blick verlieren, das ist schon meisterhaft. Zudem trägt ACROSS THE SPIDER-VERSE vielleicht als erster Film seinen Comic-Wurzeln zu 100 % Rechnung.

Kurz und knapp und spoilerfree: Mindestens so gut wie der Vorgänger. 140 Minuten vergehen wie ein Flug durch Hochhausschluchten. Und mittendrin ist‘s schon vorbei. Die Fortsetzung folgt im nächsten Jahr. SPIDER-MAN: ACROSS THE SPIDER-VERSE: Das bisherige Superhelden-Highlight des Jahres.

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Originaltitel „Spider-Man: Across the Spider-Verse“

USA 2023

140 min

Regie Joaquim Dos Santos, Kemp Powers und Justin K. Thompson 

alle Bilder © Sony Pictures

BOOK CLUB – EIN NEUES KAPITEL

BOOK CLUB – EIN NEUES KAPITEL

Ab 11. Mai 2023 im Kino

So authentisch wie eine Packung Mirácoli: Vier aufgedrehte Seniorinnen machen einen Ausflug nach Bella Italia.

Kaum hat man sich vom katastrophalen BRADY’S LADIES erholt, biegt Jane Fonda schon mit der nächsten cineastischen Implosion um die Ecke: BOOK CLUB – EIN NEUES KAPITEL ist die Fortsetzung der sehr erfolgreichen Ü-60-Komödie BOOK CLUB aus dem Jahr 2018.

Una festa di clichés

Wie so oft, wenn den Autoren nichts Besseres einfällt, wird die „Handlung“ von Amerika in ein exotisches Land verlegt, diesmal ins fotogene Italien. Es folgt una festa di clichés: Spanische Treppe, Seufzerbrücke und Zypressenlandschaft inklusive. Bei der Geschichte hat man sich in etwa so viel Mühe gegeben wie bei der nun folgenden Inhaltsangabe:

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Und sonst? Diane Keaton trägt Hut und Hosenanzug, Candice Bergen ist burschikos und trinkt, Mary Steenburgen spielt weiter niedlich und über Jane Fondas balsamiertes Aussehen ist schon jeder menschenmögliche Witz gemacht worden. Sie selbst nimmt ihren Beautywahn auch auf die Schippe, haha, wie schon in den letzten zwanzig Filmen davor. Was beim ersten Mal noch lustig war, ist mittlerweile nur noch faules Drehbuchschreiben.

Endstation Traualtar: Mit Büchern oder einem Lesezirkel hat der alberne Junggesellinnenabschied in Italien rein gar nichts zu tun. Der Film könnte ebenso gut SEX AND THE CITY 15 oder WEDDING CLUB heißen. Zwischen den Fantasy-Geschichten von jüngeren Männern, die scharf auf Mitte-80-jährige Frauen sind, verstecken sich ein, zwei nette Gags, der Rest ist trotz geballter Starpower kaum zu ertragen. Kann nicht mal jemand einen GUTEN Film mit dieser geriatrischen Traumbesetzung machen – bevor es zu spät ist?

INFOS ZUM FILM

Originaltitel „Book Club: The Next Chapter“
USA 2023
107 min
Regie Bill Holderman

alle Bilder © Universal Pictures International Germany