ARISTOTELES UND DANTE ENTDECKEN DIE GEHEIMNISSE DES UNIVERSUMS

ARISTOTELES UND DANTE ENTDECKEN DIE GEHEIMNISSE DES UNIVERSUMS

Die Bestsellerverfilmung über zwei ungleiche Freunde will zu viel und scheitert daran.

Ab 08. Februar 2024 im Kino

ChatGPT, fas­se die fol­gen­den 300 Sei­ten zu­sam­men, un­ter Bei­be­hal­tung der Kern­aus­sa­gen. Was mit Tex­ten per KI halb­wegs funk­tio­niert, ist bei Buch­ver­fil­mun­gen im­mer noch ein Pro­blem. Ent­schei­den­des fehlt oder ans Herz ge­wach­se­ne Cha­rak­te­re wer­den ge­stri­chen. Der Le­ser ist ge­nervt. Bei ARIS­TO­TE­LES UND DAN­TE ENT­DE­CKEN DIE GE­HEIM­NIS­SE DES UNI­VER­SUMS ist das Ge­gen­teil der Fall – und nun, was soll man sa­gen? Das macht es auch nicht bes­ser.

Reichlich uninteressante Nebenhandlungen

Der ein­zel­gän­ge­ri­sche Aris­to­te­les und der flam­boy­an­te Dan­te könn­ten un­ter­schied­li­cher nicht sein. Trotz­dem oder ge­ra­de des­halb wer­den sie bes­te Freun­de. Die „viel­leicht“ oder „viel­leicht nicht“-Liebesgeschichte zwi­schen den Jungs, an­ge­sie­delt im Te­xas der 1980er-Jah­re, hät­te als Co­ming-of-Age-Film ge­nü­gend Po­ten­zi­al. Lei­der wur­den noch reich­lich un­in­ter­es­san­te Ne­ben­hand­lun­gen über Aris im Knast sit­zen­den Bru­der, den Tod ei­ner les­bi­schen Tan­te, die AIDS-Epi­de­mie, Pro­ble­me mit den El­tern, Tren­nungs­schmerz, Ho­mo­pho­bie und vie­les mehr ins Dreh­buch ge­packt. All die Ne­ben­kriegs­schau­plät­ze rau­ben der ei­gent­li­chen Ge­schich­te die Luft zum At­men. Dra­ma­tur­gisch be­son­ders un­ge­schickt: Dan­te zieht für ein Jahr nach Chi­ca­go und ver­schwin­det da­mit für gut die Hälf­te des Films. Kein Wun­der, dass man spä­tes­tens dann das In­ter­es­se an der oh­ne­hin nicht be­son­ders knis­tern­den jun­gen Lie­be ver­lo­ren hat.

Kramp­fi­ge oder ins Nichts lau­fen­de Dia­lo­ge, Cha­rak­te­re, die ein­ge­führt wer­den und wie­der ver­schwin­den, be­lie­bi­ge Aus­stat­tung und Kos­tü­me. Der Film könn­te 1985 oder ge­nau­so gut 2024 spie­len. Die Be­set­zung geht in Ord­nung (Eva Lon­go­ria bleibt als ver­ständ­nis­vol­le Mut­ter fast un­ge­nutzt), doch die gu­ten Schau­spie­ler kön­nen das über­frach­te­te Dreh­buch nicht ret­ten.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Aris­tot­le and Dan­te Dis­co­ver the Se­crets of the Uni­ver­se“
USA 2023
96 min
Re­gie Aitch Al­ber­to

al­le Bil­der © ca­pe­light pic­tures

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ALL OF US STRANGERS

ALL OF US STRANGERS

Zeitreise mal anders. Nicht im DeLorean auf brennenden Reifen zurück in die Zukunft, sondern als melancholischer Traum auf den Spuren der eigenen Kindheit.

Ab 08. Februar 2024 im Kino

Adam ist ein­sam. Sei­ne El­tern ver­lor er bei ei­nem Au­to­un­fall, als er ge­ra­de mal zwölf Jah­re alt war. Nun lebt der Dreh­buch­au­tor in ei­nem ge­sichts­lo­sen Hoch­haus am Ran­de Lon­dons. Auf dem Plat­ten­spie­ler die gro­ßen Que­er-Pop-Hits der 1980er-Jah­re. Ei­nes Abends klin­gelt sein Nach­bar Har­ry an der Tür. Zwi­schen den bei­den Män­nern ent­wi­ckelt sich rasch ei­ne Be­zie­hung, doch gleich­zei­tig wird Adam von Er­in­ne­run­gen an die Ver­gan­gen­heit heim­ge­sucht. Im­mer wie­der fin­det er sich in der Vor­stadt wie­der, in der er auf­ge­wach­sen ist. Im Haus sei­ner Kind­heit le­ben sei­ne El­tern noch ge­nau­so, wie vor 30 Jah­ren, nichts hat sich hier ver­än­dert. Das Wie­der­se­hen jen­seits von Zeit und Raum löst nicht nur bei Adam schmerz­haf­te Er­in­ne­run­gen aus.

Der irreale Zustand zwischen Traum und Aufwachen

ALL OF US STRAN­GERS ist ei­ne me­lan­cho­li­sche Me­di­ta­ti­on über Ver­lust und Ein­sam­keit, die sich wie der ir­rea­le Zu­stand zwi­schen Traum und Auf­wa­chen an­fühlt. Wun­der­bar un­kit­schig und herz­zer­rei­ßend trau­rig, da­zu mit um­wer­fen­den Leis­tun­gen von al­len Schau­spie­lern. Ne­ben An­drew Scott (dem Pfar­rer aus FLE­A­BAG) und Paul Mes­cal glän­zen Ja­mie Bell und Clai­re Foy als (un)-tote El­tern. Wer bei den Ge­sprä­chen zwi­schen Va­ter und Sohn nicht mit den Trä­nen kämpft, hat kein Herz.

Für sei­ne Stu­die über Ver­ge­bung und die Macht der Lie­be fin­det der Film ei­ne un­ge­wöhn­li­che Er­zähl­form, Ka­me­ra und Sound­track sind her­aus­ra­gend. ALL OF US STRAN­GERS ist ei­ne der schöns­ten Le­bens- und Lie­bes­ge­schich­ten des Jah­res.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „All of us Stran­gers“
GB 2023
105 min
Re­gie An­drew Haigh

al­le Bil­der © Walt Dis­ney Stu­dio Mo­ti­on Pic­tures GmbH

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HÖR AUF ZU LÜGEN

HÖR AUF ZU LÜGEN

Ab 16. November 2023 im Kino

Eine traurige, aber unsentimentale Geschichte über die Zwänge der Moral – und deren Überwindung.

"Hör auf zu Lü­gen", mahnt sei­ne Mut­ter ihn. Da­bei er­fin­det der jun­ge Phil­ip­pe Bes­son ein­fach nur ger­ne Ge­schich­ten. Er be­ob­ach­tet frem­de Men­schen auf der Stra­ße und fan­ta­siert ihr Le­ben. Zu lü­gen hilft ihm, ehr­lich zu sich selbst zu sein. Denn Phil­ip­pe mag Jungs und das ist in ei­ner klei­nen fran­zö­si­schen Pro­vinz in den 1970er-Jah­ren ein ech­tes Pro­blem. Im au­to­bio­gra­fi­schen Ro­man „Hör auf zu Lü­gen“ er­zählt Phil­ip­pe Bes­son von sei­ner Ju­gend­lie­be.

Ein se­hens­wer­ter LGBTQ-Film

In Buch und Film heißt das Al­ter Ego des Schrift­stel­lers Stéphane, ist 17 Jah­re alt und schwer ver­liebt. Er fühlt sich von sei­nem Klas­sen­ka­me­ra­den, ei­nem hüb­schen und bei den Mäd­chen be­lieb­ten Win­zers­sohn, an­ge­zo­gen und ist mehr als über­rascht, als die­ser sein In­ter­es­se er­wi­dert. Tho­mas wird sei­ne ers­te gro­ße Lie­be. Doch die­se Lie­be muss im Ver­bor­ge­nen blei­ben, denn Tho­mas ver­leug­net sei­ne se­xu­el­le Identität. Jahr­zehn­te spä­ter kehrt der in­zwi­schen er­folg­rei­che Au­tor Stéphane zum ers­ten Mal seit sei­ner Ju­gend in sein Hei­mat­dorf zurück. Kurz nach sei­ner An­kunft lernt er Lu­cas (Vic­tor Bel­mon­do) ken­nen und er­fährt, dass der jun­ge Mann der Sohn sei­ner gro­ßen Lie­be Tho­mas ist. Ei­ne Be­geg­nung, die al­te Wun­den auf­reißt.

Ge­ra­de das Buch zu En­de ge­le­sen, schon kommt die Ver­fil­mung in die Ki­nos. Was na­tür­lich rei­ner Zu­fall ist, denn "Hör auf zu Lü­gen" („Ar­rête avec tes men­son­ges“) hat Phil­ip­pe Bes­son schon 2017 ver­öf­fent­licht. Wie das im­mer so ist, wenn die Zeit zwi­schen Le­sen und Film­se­hen zu kurz ist - das Buch ist über­le­gen. Das hat man sich ganz an­ders vor­ge­stellt – Re­gis­seur Oli­vi­er Pey­on er­fin­det Fi­gu­ren da­zu, ver­zich­tet auf ei­ne der drei Zeit­ebe­nen und gönnt sei­ner Haupt­fi­gur mit ei­ner lei­den­schaft­lich vor­ge­tra­ge­nen Re­de ein un­nö­tig ver­söhn­li­ches, et­was kit­schi­ges En­de.

Und trotz­dem: HÖR AUF ZU LÜ­GEN lohnt sich. Das liegt vor al­lem an der zeit­lo­sen, schnör­kel­los er­zähl­ten Ge­schich­te und der Be­set­zung. Wäh­rend die bei­den ju­gend­li­chen Fi­gu­ren in den Rück­blen­den eher blass blei­ben, sind es be­son­ders Guil­laume de Ton­qué­dec als äl­te­rer Sté­pha­ne Bel­court (aka Phil­ip­pe Bes­son) und Vic­tor Bel­mon­do (un­ver­kenn­bar der En­kel von Jean Paul), die die tra­gi­sche Lie­bes­ge­schich­te se­hens­wert ma­chen. Buch wie Film sind ein Er­satz-Ab­schieds­brief für den ech­ten Tho­mas An­drieu, der sich 2016 das Le­ben nahm und Fa­mi­lie und Freun­de rat­los zu­rück­ließ.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Ar­rête avec tes men­son­ges“
Frank­reich 2022
98 min
Re­gie Oli­vi­er Pey­on

al­le Bil­der © 24 Bil­der

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ELEFANT

ELEFANT

Ab 24. August 2023 im Kino

Talent borrows, genius steals. Der auf Framerate oft zitierte Spruch passt wie die Faust aufs Auge zum polnischen Liebesfilm ELEFANT.

Ja, es ist wirk­lich un­ori­gi­nell: In ei­ner Kri­tik den glei­chen Spruch zu ver­wen­den wie schon (ge­fühlt) zwan­zig­mal zu­vor. Aber es stimmt: ELE­FANT klaut scham­los bei BRO­KE­BACK MOUN­TAIN, STADT LAND FLUSS und vor al­lem GOD’S OWN COUNTRY…und noch ein paar an­de­ren „zwei schwu­le Män­ner in gran­dio­ser Naturkulisse“-Filmen. Es wür­de sich lang­sam ei­ne Per­si­fla­ge auf das im­mer glei­che Set­ting an­bie­ten: Zwei Jungs, der ei­ne zart, der an­de­re ker­nig, ver­lie­ben sich against all odds and all Dorf­be­woh­ner. Das fa­de Land­le­ben wird nach dem Be­such ei­ner cra­zy Ho­mo-Dis­co in der nächst­ge­le­ge­nen Groß­stadt in­fra­ge ge­stellt. So frei, so wild. Ei­ner­seits. An­de­rer­seits ist das Le­ben in der Na­tur mit Tie­ren (meist Pfer­de oder Kü­he) auch schön. Am En­de bricht ei­ner der bei­den Jungs in die wei­te Welt auf, wäh­rend der an­de­re trau­rig zu­rück­bleibt – oder sei­nem Liebs­ten folgt. The End.

Sol­che Fil­me kann es gar nicht ge­nug ge­ben

Der pol­ni­sche Fil­me­ma­cher Ka­mil Kraw­c­zy­cki hat in sei­ner In­ter­pre­ta­ti­on der im­mer glei­chen Ge­schich­te trotz­dem vie­les rich­tig ge­macht. Vor al­lem mit der Wahl sei­ner Dar­stel­ler. Jan Hryn­kie­wicz und Pa­wel To­ma­szew­ski brin­gen als Bar­tek und Da­wid ne­ben der er­for­der­li­chen cu­ten­ess auch ei­ne char­man­te Zu­rück­hal­tung in ih­re Rol­len ein. Das ist nie über­trie­ben oder wirkt un­glaub­wür­dig. Um die bei­den glück­lich Ver­lieb­ten scha­ren sich igno­ran­te Al­te und ho­mo­pho­be Ju­gend­li­che eben­so wie ex­trem Ver­ständ­nis­vol­le, die es so­wie­so schon im­mer ge­wusst ha­ben. „Ich wür­de dich auch ak­zep­tie­ren, wenn Du ein Ele­fant wärst!“, sagt die rei­zen­de Nach­ba­rin, be­vor sie Bar­tek ei­nen klei­nen Por­zel­la­nele­fan­ten schenkt. Törööö, wie schön!

Im Ernst: Sol­cher Art Fil­me kann es gar nicht ge­nug ge­ben, be­son­ders wenn sie aus rechts-kon­ser­va­tiv re­gier­ten Län­dern wie Po­len kom­men. So­lan­ge Ho­mo­se­xua­li­tät in Ma­lay­sia mit zwan­zig Jah­ren Knast oder in Ugan­da so­gar mit dem Tod be­straft wer­den, ist es noch ein wei­ter Weg zur to­le­ran­ten Ge­sell­schaft. ELE­FANT ist zwar nicht der gro­ße Wurf, aber ein hüb­scher und vor al­lem stim­mungs­vol­ler Film mit Herz, po­si­ti­ver Bot­schaft und zum Glück Hap­py End.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Ele­fant“
Po­len 2022
93 min
Re­gie Ka­mil Kraw­c­zy­cki

al­le Bil­der © Salz­ge­ber

THE INSPECTION

THE INSPECTION

Ab 24. August 2023 im Kino

In Elegance Brattons autobiografischem Film trifft MOONLIGHT auf FULL METAL JACKET. Ein Militärdrama mit gay-twist.

Der schwu­le Afro­ame­ri­ka­ner El­lis French (Je­re­my Po­pe) wird mit 16 von sei­ner ho­mo­pho­ben Mut­ter (Ga­bri­el­le Uni­on) ver­sto­ßen, neun Jah­re spä­ter lebt er noch im­mer auf der Stra­ße. Sei­ne letz­te Chan­ce sieht er aus­ge­rech­net in der Ver­pflich­tung bei den US-Ma­ri­nes. Er hofft, sich und sei­ner streng-re­li­giö­sen Mut­ter zu be­wei­sen, dass er mehr „als ei­ne ob­dach­lo­se Schwuch­tel“ ist. Das mehr­wö­chi­ge Boot­camp und ein be­son­ders sa­dis­ti­scher Aus­bil­der dro­hen den jun­gen El­lis zu bre­chen.

Je­re­my Po­pe lie­fert ei­ne os­car­wür­di­ge Leis­tung ab

Der Film von Dreh­buch­au­tor und Re­gis­seur Ele­gan­ce Brat­ton ist ei­ne halb-au­to­bio­gra­fi­sche Er­zäh­lung über sei­ne Zeit bei den Ma­ri­nes im Jahr 2005. Frei nach der DADT-Re­gel ("Don't ask, don't tell“) wur­den An­fang des Jahr­tau­sends beim ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tär Ho­mo­se­xu­el­le ge­dul­det, so­lan­ge sie nicht dar­über re­den. El­lis’ Pro­blem ist, dass man ihm so­fort an­merkt, was Sa­che ist. Nach ei­ner un­glück­se­li­gen Ver­stei­fung im Dusch­raum wird er nicht nur von Vor­ge­setz­ten, son­dern auch von sei­nen Ka­me­ra­den schi­ka­niert.

THE IN­SPEC­TION fühlt sich stel­len­wei­se ein biss­chen kli­schee­haft an, vor al­lem der Aus­bil­der (Bo­keem Wood­bi­ne) wirkt wie ei­ne Per­si­fla­ge auf den le­gen­dä­ren Ser­geant Hart­man aus FULL ME­TAL JA­CKET. Die­ses klei­ne Man­ko ma­chen aber die Schau­spie­ler mehr als wett: Kla­res High­light ist Je­re­my Po­pe, der in der Rol­le des quee­ren Sol­da­ten ei­ne os­car­wür­di­ge Leis­tung ab­lie­fert und auch Ga­bri­el­le Uni­on ist als sei­ne kal­te, di­stan­zier­te Mut­ter aus­ge­zeich­net.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „The In­spec­tion“
USA 2022
100 min
Re­gie Ele­gan­ce Brat­ton

al­le Bil­der © X‑Verleih

SPOILER ALARM

SPOILER ALARM

Ab 04. Mai 2023 im Kino

Das wäre ja mal originell. Einen Film, der SPOILER ALARM heißt, ohne Spoiler zu besprechen. Warum das nicht geht? Weil die Zutaten der romantischen Tragikomödie spätestens seit LOVE STORY sowieso jeder kennt.

Im Le­ben wie im Film­ge­schäft gibt es Dop­pel­gän­ger. Als AR­MA­GED­DON 1998 in die Ki­nos kommt, war nur we­ni­ge Wo­chen zu­vor DEEP IM­PACT ge­lau­fen. Zwei Fil­me mit glei­chem In­halt, der ei­ne ein in­ter­na­tio­na­ler Er­folg, der an­de­re bald ver­ges­sen. Ähn­lich ver­hält es sich bei SPOI­LER ALARM. Vor kur­zem lief die gay-rom-com BROS in den Ki­nos. Nun scheint es fast, als hät­te man sich beim ver­ant­wort­li­chen Stu­dio Uni­ver­sal Pic­tures ge­dacht: Ma­chen wir den glei­chen Film noch­mal, nur in trau­rig.

Ho­her Schnief­fak­tor

Wie­der ver­lie­ben sich zwei Män­ner in ei­nem Nacht­club. Der ei­ne, Mi­cha­el (Jim Par­sons), ein Schlümp­fe sam­meln­der Jour­na­list, der an­de­re, Kit (Ben Al­dridge), ein at­trak­ti­ver hunk. Es fol­gen ein paar pein­li­che Sex­sze­nen. Kaum zie­hen die bei­den zu­sam­men, gibt's ge­sel­li­ge Aben­de mit gu­ten (Klischee)-Freunden am din­ner ta­ble. Auch den Aus­flug an die Küs­te in­klu­si­ve hüb­schem Strand­haus hat man so ähn­lich in BROS ge­se­hen.

An­sons­ten un­ter­schei­det sich SPOI­LER ALARM wohl­tu­end von sei­nem miss­glück­ten Dop­pel­gän­ger, vor al­lem in Sa­chen Her­zens­wär­me und Sym­pa­thie der Fi­gu­ren. Mi­cha­el ist ein Nerd, der sein Le­ben von Kind­heit an als Co­me­dy-TV-Show (in­klu­si­ve Laugh Track) fan­ta­siert. Das ist ori­gi­nell und hübsch me­ta, denn Haupt­dar­stel­ler Jim Par­sons ver­dankt eben solch ei­nem For­mat sei­nen Ruhm: THE BIG BANG THEO­RY.

SPOI­LER ALARM ba­siert auf dem Best­sel­ler „Spoi­ler Alert: The Hero Dies“ von Mi­cha­el Aus­i­el­lo. In sei­nen Me­moi­ren ver­ar­bei­tet der Jour­na­list den Krebs­tod sei­nes Ehe­man­nes. Dass die Ge­schich­te schlecht aus­geht, ver­rät der Film schon in der ers­ten Ein­stel­lung. Nach dem Schnief­fak­tor wäh­rend der Pres­se­vor­füh­rung zu ur­tei­len, soll­te SPOI­LER ALARM un­be­dingt mit aus­rei­chen­dem Ta­schen­tuch­vor­rat ge­schaut wer­den.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Spoi­ler Alert“
USA 2022
112 min
Re­gie Mi­cha­el Show­al­ter

al­le Bil­der © Uni­ver­sal Pic­tures In­ter­na­tio­nal Ger­ma­ny

CONCERNED CITIZEN

CONCERNED CITIZEN

Kinostart 02. Februar 2023

Frü­her tru­gen sie Kit­tel­schür­zen und la­gen mit Kis­sen im Fens­ter. Glei­cher In­halt, neue Ver­pa­ckung: Heu­te se­hen die neu­gie­ri­gen Nach­barn um ei­ni­ges mo­der­ner aus. Zum Bei­spiel so wie Ben und Raz. Das schwu­le Paar hat gut be­zahl­te Jobs und wohnt in ei­nem an­ge­sag­ten, von Mi­gra­ti­on ge­präg­ten Stadt­teil Tel Avivs. Wäh­rend sich die bei­den auf dem De­si­gner­so­fa durch Fo­tos von po­ten­zi­el­len Leih­müt­tern kli­cken, wer­den auf der Stra­ße Flücht­lin­ge von Po­li­zis­ten zu­sam­men­ge­schla­gen.

Ei­ne zy­ni­sche „White-Guilt-Trip“-Komödie

Seit vier­zig Jah­ren kommt der Wed­ding. Sagt man. Ähn­lich ewig viel­ver­spre­chen­de Kieze gibt es of­fen­bar auch in Tel Aviv. „In ein paar Jah­ren wer­den Sie das Vier­tel nicht mehr wie­der­erken­nen“, ver­si­chert der Mak­ler ein ums an­de­re Mal. Doch Ben ist zu­se­hends ge­nervt und will weg. Ein Ge­fühl, das je­der Ber­li­ner nach der sieb­zigs­ten Graf­fi­ti At­ta­cke auf die hei­mi­sche Haus­wand ver­steht.

Ei­ne klei­ne Un­acht­sam­keit löst in Idan Ha­guels Film ei­ne Ket­te von Er­eig­nis­sen aus. Bens Welt­bild ge­rät durch die bru­ta­le Rea­li­tät ins Wan­ken. Von schlech­tem Ge­wis­sen ge­quält, ver­sucht er Wie­der­gut­ma­chung. Re­gis­seur Idan Ha­guel sagt, „Man kann den Fim als ei­ne zy­ni­sche „White-Guilt-Trip“-Komödie be­zeich­nen“ – oder als ei­ne cle­ve­re Sa­ti­re auf Gen­tri­fi­zie­rung und die all­täg­li­chen Pro­ble­me des Cis-Manns von heu­te.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Con­cer­ned Ci­ti­zen“
Is­ra­el 2021
82 min
Re­gie Idan Ha­guel

al­le Bil­der © Salz­ge­ber

BROS

Kinostart 27. Oktober 2022

„Bros“ ist lei­der kein Bio­pic über die gleich­na­mi­ge bri­ti­sche Boy­group aus den 1980er-Jah­ren (When Will I Be Fa­mous?), son­dern ei­ne ner­vi­ge Gay-Rom-Com aus den USA.

Die im Stil ei­ner 80er/90er-Jah­re-Lie­bes­ko­mö­die ge­dreh­te Sa­ti­re auf ei­ne Lie­bes­ko­mö­die aus den 80er/90er-Jah­ren lei­det vor al­lem un­ter ih­rer un­sym­pa­thi­schen Haupt­fi­gur. Bob­by (Bil­ly Eich­ner) ist ein dau­ers­ab­beln­der Bes­ser­wis­ser, der sich nicht bin­den kann oder will. Ei­nes Abends lernt er in ei­nem Club den at­trak­ti­ven An­walt Aa­ron ken­nen. Der ist ein ge­nau­so gro­ßer Be­zie­hungs­muf­fel, und so dau­ert es ei­ne Wei­le, ehe die bei­den zu­ein­an­der­fin­den. Auf dem Weg ins Glück wird pau­sen­los ge­re­det. Ge­re­det und ge­re­det. Die ei­gent­lich char­man­te Ge­schich­te er­stickt an ih­rer pe­ne­tran­ten Ge­schwät­zig­keit, es ist kaum aus­zu­hal­ten.

Ja, es gibt schon ein paar wit­zi­ge Dia­lo­ge über straight ac­tors, die in Hol­ly­wood­fil­men schwu­le Cha­rak­te­re spie­len, nur um ei­nen Os­car zu ge­win­nen. Und auch der Gast­auf­tritt von De­bra Mes­sing als De­bra Mes­sing hat ko­mi­sches Po­ten­zi­al. Doch die gu­ten Sze­nen aus dem schwu­len All­tag ei­nes New Yor­ker Mu­se­ums­di­rek­tors wer­den un­ter ei­nem Berg von zwang­haf­ter LGBTQ+-political-correctness be­gra­ben. Da­zwi­schen ein paar ex­pli­zi­te Sex­sze­nen, die lei­der auch noch lus­tig sein sol­len – es aber größ­ten­teils nicht sind.

Re­gis­seur Bil­ly Eich­ner macht Ho­mo­pho­bie für den Kas­sen­flop sei­nes Films in den USA ver­ant­wort­lich

„Bros“ will ro­man­ti­sche Ko­mö­die, Sa­ti­re, po­li­ti­sches State­ment und LGBTQ+-Geschichtsstunde sein. Un­ter der Last geht dem Film bald die Pus­te aus und was an­fangs noch für ein paar La­cher sorgt (wie die pein­vol­len Grin­dr-Dates der Haupt­fi­gur), zieht sich ab der zwei­ten Hälf­te furcht­bar in die Län­ge. Zum Glück sind die Ge­schmä­cker ver­schie­den. Aber der ein­hel­li­ge Te­nor nach der Pres­se­vor­füh­rung über­rascht dann doch: Wun­der­bar! Köst­lich! Wahn­sin­nig lus­tig! Da fragt man sich: Ha­ben die den glei­chen Film ge­se­hen?

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Bros“
USA 2022
115 min
Re­gie Ni­cho­las Stol­ler

al­le Bil­der © Uni­ver­sal Pic­tu­re In­ter­na­tio­nal Ger­ma­ny

MONEYBOYS

Kinostart 28. Juli 2022

„Sei doch nicht so de­pres­siv, lach doch mal.“ Ein gu­ter Rat, den Fei lei­der nicht be­fol­gen mag. Das Le­ben als schwu­ler Stri­cher in Chi­na ist eben kein Spaß: Die Frei­er sind aus­nahms­los alt, bru­tal oder ge­tarn­te Un­der­co­ver-Cops. Im­mer­hin stimmt die Be­zah­lung, so­dass Fei sei­ne Fa­mi­lie auf dem Land fi­nan­zi­ell un­ter­stüt­zen kann. Doch ob­wohl sie sein Geld ger­ne an­neh­men, führt ein Be­such im Hei­mat­dorf zu Strei­te­rei­en, denn der Ver­wandt­schaft sind Ge­rüch­te über Feis Ein­kom­mens­quel­le zu Oh­ren ge­kom­men. Nur sein Ju­gend­freund Long stört sich nicht dar­an und folgt Fei in die Groß­stadt.

Re­gis­seur C.B. Yi (der an der Wie­ner Film­aka­de­mie bei Mi­cha­el Ha­n­eke stu­diert hat) in­ter­es­siert sich in sei­nem De­büt­film ne­ben der ge­sell­schaft­li­chen Aus­gren­zung – Ho­mo­se­xua­li­tät und Pro­sti­tu­ti­on sind im Reich der Mit­te il­le­gal – auch für die Aus­wir­kun­gen der Land­flucht von Chi­nas Ju­gend. Not so fun­fact: Ob­wohl die Ge­schich­te in Süd­chi­na spielt, muss­te in Tai­wan ge­dreht wer­den – dem Film­team wur­de auf­grund des heik­len The­mas die Dreh­ge­neh­mi­gung ver­wei­gert.

Zwi­schen­durch möch­te man Fei in den (Knack-)Arsch tre­ten, um ihn aus sei­ner läh­men­den Pas­si­vi­tät auf­zu­we­cken. Das sehr lang­sa­me Er­zähl­tem­po (Sze­nen dau­ern mit­un­ter Mi­nu­ten, oh­ne dass et­was Er­wäh­nens­wer­tes pas­siert) sorgt für ein et­was zä­hes, aber vi­su­ell an­spre­chen­des Ki­no­er­leb­nis: Die Bild­kom­po­si­tio­nen von Ka­me­ra­mann Jean-Lou­is Vi­al­ard sind in ih­rer stren­gen Äs­the­tik er­le­sen schön.

„Mo­ney­boys“ ge­hört da­mit in die Ka­te­go­rie der Fil­me, die ei­nen Ein­blick in frem­de Kul­tu­ren ge­wäh­ren, oh­ne da­bei mit über­trie­ben viel Ge­schich­te zu fes­seln. Dra­ma­tur­gisch ver­wehrt sich Yi den üb­li­chen Er­zähl­wei­sen: Fei bleibt von der ers­ten bis (fast) zur letz­ten Ein­stel­lung vom ei­ge­nen Da­sein ge­lähmt – auf Ka­thar­sis war­tet man ver­geb­lich.

INFOS ZUM FILM

Ori­gi­nal­ti­tel „Mo­ney­boys"
Ös­ter­reich / Frank­reich / Bel­gi­en / Tai­wan 2021
120 min
Re­gie C.B. Yi

al­le Bil­der © Salz­ge­ber

BEYTO

BEYTO

Bey­to ist gu­ter Jun­ge, lebt mit sei­ner tür­ki­schen Fa­mi­lie in der Schweiz. Ei­nes Ta­ges ver­liebt sich der schnu­cke­li­ge Schwim­mer in sei­nen Trai­ner Mi­ke. Wie nicht an­ders zu er­war­ten, sind An­ne und Baba we­nig be­geis­tert von der se­xu­el­len Ori­en­tie­rung ih­res Sohns. Ei­ne hin­ter­häl­tig ge­plan­te Zwangs­hoch­zeit in der Tür­kei soll den Ju­ni­or wie­der auf den rech­ten Pfad der Tu­gend zu­rück­füh­ren.

Wie ein Schwei­zer Uhr­werk ti­cken hier die Kli­schees im Se­kun­den­takt. Git­ta Gsell meint es gut, fin­det für ih­ren Spiel­film aber kei­ne Struk­tur. Zu vie­les wird an­ge­te­ast und dann mir nichts, dir nichts als er­le­digt ab­ge­hakt. Pro­ble­me, ge­ra­de noch als un­über­wind­bar auf­ge­baut, lö­sen sich im nächs­ten Schnitt ein­fach auf. Es reicht eben nicht, Sze­nen an­ein­an­der­zu­hän­gen und dar­auf zu hof­fen, dass so ein Er­zähl­fluss mit Span­nungs­bo­gen ent­steht.

FAZIT

Schau­spie­le­risch in Ord­nung, holp­rig er­zählt.

INFOS ZUM FILM

Schweiz 2020
98 min
Re­gie Git­ta Gsell
Ki­no­start 01. Ju­li 2021

al­le Bil­der © Edi­ti­on Salz­ge­ber

NEUBAU

Mar­kus spült Ge­schirr, bü­gelt sei­ne Ho­se, raucht und trinkt Bier aus der Fla­sche. In der Knei­pe traut er sich nicht aufs Män­ner­klo, geht drau­ßen in die Ho­cke und pin­kelt. Mar­kus war frü­her mal ei­ne Frau. Ein Trans­mann in der Ucker­mark, hin- und her­ge­ris­sen zwi­schen der Lie­be zu sei­nen pfle­ge­be­dürf­ti­gen Omas und der Sehn­sucht nach ei­nem an­de­ren Le­ben in Ber­lin. Im­mer wie­der er­träumt er sich ei­ne que­e­re Fa­mi­lie, die ihn aus sei­ner Ein­sam­keit be­freit. Sein ein­tö­ni­ges Da­sein än­dert sich erst, als er sich in den Fern­seh­me­cha­ni­ker Duc ver­liebt.

Trans­se­xua­li­tät in Bran­den­burg: Das klingt nach Aus­gren­zung, Kon­flik­ten und Dra­ma. Doch da­für in­ter­es­sie­ren sich Autor/​Hauptdarsteller Tucké Roya­le und Re­gis­seur Jo­han­nes M. Schmit herz­lich we­nig. Ih­nen geht es um die stil­le Be­leuch­tung des All­tags. Und da­für las­sen sie sich in ih­rem mi­ni­ma­lis­ti­schen De­büt­film viel Zeit. So lang­sam wie das rea­le Le­ben in Bran­den­burg, so lang­sam fließt auch ihr schwu­ler Hei­mat­film da­hin. Der Saar­län­di­sche Rund­funk lobt, „Neu­bau“ ent­fal­te sich „oh­ne dra­ma­tur­gi­sche Zu­spit­zun­gen“. Das stimmt – we­ni­ger eu­phe­mis­tisch könn­te man das auch als lang­wei­lig be­zeich­nen.

Ganz und gar nicht lang­wei­lig da­ge­gen ist die be­rüh­ren­de Ne­ben­hand­lung von Mar­kus und sei­nen bei­den Groß­müt­tern: Al­ma ist de­ment und ent­glei­tet im­mer mehr dem Da­sein, Sa­bi­ne be­rei­tet sich tap­fer auf den Tod ih­rer Freun­din vor. Die stärks­ten Sze­nen des Films. Und al­le­mal in­ter­es­san­ter als das schon zu oft ver­film­te Que­er-The­ma „schwu­ler Jun­ge auf dem Land“.

INFOS ZUM FILM

Deutsch­land 2020
81 min
Re­gie Jo­han­nes Ma­ria Schmit
ab 1. April on­line bei der que­er­film­nacht und ir­gend­wann im Ki­no, so­bald es wie­der mög­lich ist

al­le Bil­der © Edi­ti­on Salz­ge­ber

ALS WIR TANZTEN

Me­r­ab und Ira­kli stu­die­ren Tanz an der Aka­de­mie des Ge­or­gi­schen Na­tio­nal­bal­letts in Tif­lis. Die jun­gen Män­ner hof­fen auf ei­nen fes­ten Platz im En­sem­ble. Für Me­r­ab ist es der ein­zi­ge Aus­weg aus ei­nem Le­ben oh­ne Per­spek­ti­ve. An­fangs Kon­kur­ren­ten, kom­men sich die bei­den bald nä­her, wer­den ein Lie­bes­paar. Im ho­mo­pho­ben Ge­or­gi­en müs­sen sie ih­re Be­zie­hung ge­heim hal­ten.

Das Dra­ma des schwe­di­schen Re­gis­seurs Le­van Akin hält ge­konnt die Waa­ge zwi­schen mit­rei­ßen­den Tanz­sze­nen und au­then­ti­schen Ein­bli­cken in das All­tags­le­ben Ge­or­gi­ens. Tif­lis wird als ma­ro­de Stadt ge­zeigt, in der trotzt Han­dy und Club­sze­ne die Zeit ste­hen ge­blie­ben zu sein scheint. Haupt­dar­stel­ler Le­van Gel­bak­hia­ni ist so knuf­fig, dass man ihn sich oh­ne wei­te­res ins Re­gal set­zen könn­te. Er tanzt und spielt die Ver­wir­rung der Ge­füh­le groß­ar­tig.

Für die Dreh­ar­bei­ten muss­te ein ge­än­der­tes Dreh­buch vor­ge­legt wer­den – im que­er-feind­li­chen Ge­or­gi­en hät­te es sonst kei­ne Ge­neh­mi­gun­gen ge­ge­ben. Bei der Ur­auf­füh­rung ver­sam­mel­ten sich hun­der­te na­tio­na­lis­ti­sche und or­tho­do­xe Pro­test­ler, dar­un­ter auch ei­ni­ge Pries­ter. Sie ver­brann­ten ei­ne Re­gen­bo­gen­flag­ge und zeig­ten Pla­ka­te wie „Stoppt LGBT-Pro­pa­gan­da in Ge­or­gi­en“ und „Ho­mo­se­xua­li­tät ist Sün­de und Krank­heit“.
Will­kom­men im Eu­ro­pa 2020.

FAZIT

In­ter­es­san­ter Blick in ein frem­des Land am Ran­de Eu­ro­pas.

Ori­gi­nal­ti­tel „And Then We Danced“
Schwe­den / Ge­or­gi­en 2019
113 min
Re­gie Le­van Akin
Ki­no­start 23. Ju­li 2020